Eisspeedway-EM: Franky Zorn Favorit vor Luca Bauer

Von Thomas Schiffner
Franky Zorn (gelb) gegen Luca Bauer

Franky Zorn (gelb) gegen Luca Bauer

Sehr ausgeglichen lief der erste Tag der Eisspeedway-Europameisterschaft im polnischen Sanok am Samstag bei warmer Witterung auf Softeis. Wer die Gewinner und Verlierer sind.

Großer Sieger war Titelverteidiger Franky Zorn, der gleich in seinem ersten Lauf, im besten Duell des Tages, einen Punkt Luca Bauer überlassen musste. Danach war der 53-jährige Pinzgauer unschlagbar. Franky zog punktgleich mit Bauer ins Finale ein. Da aber hatte Luca die erste Startplatzwahl und der Außenfahrer nahm, wie zu erwarten, Gelb, von wo aus die meisten Punkte erzielt wurden.

Dann wählte Zorn überraschend Blau statt Rot: «Dadurch, dass die Bahn ganz innen noch gut war, konnte ich von Blau nach einem Superstart ganz innen mit viel Speed durchfahren und das reichte gegen die Fahrer von Weiß und Gelb. Ich wusste, dass Luca und Max Niedermaier zwei Außenbahnfahrer sind und ich habe das innen ausgenutzt.»

Obwohl mit 14 Punkten zweitbester Fahrer des Tages, war Luca Bauer als Vierter im Finale der Verlierer: «Ich habe im Finale innen alles riskiert, in jeder Kurve, es hätte mich auch fast geschmissen. Im Endeffekt muss ich zufrieden sein, auch wenn ich nur Zweiter bin. Aus eigener Kraft kann ich es nicht mehr schaffen», rechnete der Vize-Europameister vor, dem drei Punkte auf Zorn und zum Titel fehlen.

Hoch zufrieden war Max Niedermaier, der erst durch die Krankheit von Marc Geyer ins Feld gerutscht ist. Der Edlinger hatte nach drei Durchgängen nur vier Punkte, weil ihm in Heat 12 der Vergaser vom Flansch rutschte und er ohne Punkte ausrollte. Mit einer Steigerung schaffte er es als Sechster in den Last-Chance-Heat, den er vor Jimmy Olsen gewann. Von Startplatz 3 im Finale gelang ihm das, was Bauer nicht glückte, und er wurde hinter Zorn Zweiter: «Im ersten Lauf war ich etwas faul, im zweiten war es mir schon fast egal, weil ich wusste, dass ich in den Hoffnungslauf muss. Der Ausfall hätte eigentlich ein Sieg sein müssen. Im Endlauf wollte ich es erst außen probieren, an Zorn vorbeizukommen, aber das ging nicht, weil er mir natürlich die Tür zugemacht hat. Aber es passt am Ende, es ist alles super gelaufen.»

Titelkandidat wäre auch der 30-jährige Finne Heikki Huusko in seinem ersten EM-Finale gewesen. Er gewann seine ersten zwei Heats überragend, dann stürzte er in der zweiten Runde, nachdem ihn Luca Bauer in der ersten Runde außen überrumpelt hatte. Im vierten Durchgang der nächste Sturz: «Ich bin etwas zu aggressiv von außen nach innen gegangen.» Im letzten Durchgang sein dritter Sturz: Jimmy Hörnell hatte sich vor ihm hingelegt und es gab keinen Ausweg. «Verletzt bin ich nicht, aber wir werden eine Nachtschicht an meinem einzigen Motorrad einlegen müssen, damit ich am Sonntag wieder starten kann.»

Franz Mayerbüchler saß das erste Mal in diesem Winter auf dem Eisbike und sammelte drei Punkte. Maximilian Niedermaier, der 23-jährige Cousin von Max, fuhr sein erstes internationales Prädikat und kam ebenfalls auf drei Punkte.

Martin Posch, der zweite Österreicher, überraschte positiv, fuhr sogar einen Laufsieg ein und wurde Zehnter.

Wenn nichts Unvorhersehbares passiert, kann Titelverteidiger Franky Zorn am Sonntag (14 Uhr) seinen dritten Europameistertitel sichern.

Ergebnisse Eisspeedway-EM Sanok/PL, 1. Tag (24.2.):

1. Franz Zorn (A), 17 Punkte
2. Max Niedermaier (D), 11
3. Jimmy Olsen (S), 12
4. Luca Bauer (D), 14
5. Lukas Hutla (CZ), 11
6. Max Koivula (FIN), 11
7. Heikki Huusko (FIN), 8
8. Jasper Iwema (NL), 8
9. Jimmy Hörnell (S), 7
10. Martin Posch (A), 7
11. Andrej Divis (CZ), 6
12. Sebastian Reitsma (NL), 4
13. Maximilian Niedermaier (D), 3
14. Franz Mayerbüchler (D), 3
15. Joakim Söderström (S), 2
16. Michal Knapp (PL), 2

Last-Chance-Heat: 1. Max Niedermaier, 2. Jimmy Olsen, 3. Lukas Hutla, 4. Max Koivula

Finale: 1. Franky Zorn, 2. Max Niedermaier, 3. Jimmy Olsen, 4. Luca Bauer.

Die EM-Punkte entsprechen den erfahrenen Punkten.

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