Neurochirurg: «Schumacher auch im Koma ein Kämpfer»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
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Seit elf Tagen bangt die Welt um Michael Schumacher. Der 45-Jährige liegt nach seinem schweren Skiunfall weiter im künstlichen Koma. Das helfe seinem Gehirn aber, sich zu erholen, erklärte ein Neurochirurg.

Während nicht nur die Formel-1-Welt täglich hofft, endlich die erlösende Nachricht zu bekommen, dass Michael Schumacher außer Lebensgefahr sei, liegt der Rekordweltmeister in der Uniklinik im französischen Grenoble immer noch im künstlichen Koma. «Ich kann bestätigen, dass Michaels Zustand als stabil bezeichnet werden kann. Ich kann nicht bestätigen, geäußert zu haben, dass er sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet», sagte seine Managerin Sabine Kehm am Montag. Weiteres werde erst bekanntgegeben, wenn es Neues zu berichten gebe. Der deutsche Neurochirurg Andreas Zeiger erklärte am Mittwoch, dass jetzt «die spannende Phase» beginne.

«In den kommenden Stunden und Tagen könnte sich entscheiden, wie es mit Schumacher weiter geht», erklärte der Leiter der Neurologischen Frührehabilitation des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg gegenüber dem Onlineportal des Focus. «Das künstliche Koma gibt dem Gehirn von Michael Schumacher die Möglichkeit, sich zu erholen.» Um zu heilen, müsse man dem Körper aber genügend Zeit lassen. «Die Ärzte geben dem Körper des Patienten mit dem künstlichen Tiefschlaf die Möglichkeit, sich selbst zu helfen.»

Am wichtigsten sei es momentan, dass sowohl der Hirndruck als auch die Hirnschwellung abnähmen. Erst wenn dies der Fall sei, könnten die Ärzte beginnen, Schumacher langsam aus dem künstlichen Koma aufwachen zu lassen, sagte Zieger. Sie müssten genau beobachten, ob der Hirndruck und die Vitalfunktionen auch bei der schrittweisen Senkung der Medikamente stabil blieben. Erst dann könne man Michael Schumacher langsam aufwachen lassen. «Was dann passiert, kann jedoch niemand vorhersagen.»

Es gäbe Patienten, die sich schon innerhalb weniger Stunden erholen würden, andere bräuchten Wochen oder Monate, führte der Neurochirurg aus. Schlimmstenfalls blieben die Patienten im Koma und würden gar nicht mehr aufwachen. «Die wichtigsten Zeichen von beginnender Genesung sind die eigenständige Atmung und das Öffnen der Augen.» Danach kämen erst ein kurzer, dann längerer Blickkontakt, im weiteren Verlauf der Aufwachphase Reaktionen von Augen, Mund und Mimik, doch auch dann seien Komplikationen nicht ausgeschlossen. «Die Patienten können während der Aufwachphase auf jeder Stufe steckenbleiben», warnte Zieger.

«Es ist genauso gut möglich, dass Hirnverletzte relativ rasch erwachen und sich durch eine intensive Reha wieder weitgehend erholen», fuhr er fort. «Auch nach schwerster Hirnverletzung besteht die Hoffnung, trotz bleibender Beeinträchtigungen wieder am Leben teilhaben zu können.» Seine geistige und körperliche Fitness vor dem Unfall könnten Michael Schumacher dabei besonders hilfreich zugute kommen, meinte Zieger.

«Schumacher ist ein Kämpfer, das kommt ihm jetzt zugute.» Und selbst wenn bleibende Schäden zurückblieben, sollte Michael Schumacher das Koma und auch die anschließende Reha besser überstehen als weniger disziplinierte Menschen mit weniger geistiger und körperlicher Fitness und weniger familiärem Rückhalt. «Schumachers bisheriges Training dürfte ihm helfen, Bewegung, Kommunikation, Essen und Trinken neu zu erlernen, sollte dies nötig werden.»

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