Grünwald stürmt beim Supersport-Debüt auf’s Podium

Von Esther Babel
IDM Supersport
Grünwald (rechts) mit Wahr und Stamm

Grünwald (rechts) mit Wahr und Stamm

Der IDM-Moto3-Sieger aus dem Vorjahr meistert seinen Umstieg in die IDM Supersport mit Bravour. Erfolgreicher Einstand für das Yamaha-Team.

Auf dem Lausitzring erlebte die IDM ihren diesjährigen Saison-Auftakt. Nach zwei Titeln in den IDM-Klassen 125ccm und Moto3 entschied sich der 18-jährige Oberbayer Luca Grünwald zu einem Klassenwechsel in die IDM Supersport. Mit einer Yamaha R6 vom Team Motorrad Bayer-Bikerbox Racing will er schnellstmöglich an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen. Mit dem siebten Startplatz und den Rängen 7 und 3 am ersten Rennwochenende der neuen Saison feierte er einen starken Auftakt.

Dem ersten Rennwochenende war ein zweitägiger Test ebenfalls auf dem Lausitzring vorausgegangen, den der Yamaha-Pilot zum Kilometer abspulen und zu weiteren Abstimmungsarbeiten an seinem neuen Arbeitsgerät nutzte. Nach den freien Trainings am Freitag im Rahmen des ersten IDM-Rennens wurde es aber am Samstag ernst, als während der zwei Qualifikationstrainings die offizielle Zeitmessung erstmalig ein Kräftemessen erlaubte. Grünwald zog sich dabei beachtlich aus der Affäre. Nach zwei fehlerfreien Zeittrainings bei relativ kühlen Witterungsbedingungen qualifizierte sich Waldkraiburger für den siebten Startplatz in der zweiten Reihe.

«Beim Test am Montag und Dienstag konnten wir sehr wertvolle Erkenntnisse für das Wochenende sammeln», berichtet der Umsteiger. «Es stellte sich heraus, dass die Reifen sehr unterschiedlich funktionierten. Aufgrund dieser Erfahrung haben wir damit begonnen, viele Einstellungen am Federbein und an der Vordergabel durchzuprobieren. Darauf legten wir auch unser Hauptaugenmerk während der freien Trainings am Freitag. Mit jeder Session gelang es uns, das Setting zu verbessern. Das erste Qualifying am frühen Samstagmorgen verlief noch nicht wunschgemädd. Die tiefen Temperaturen um 8 Uhr am Morgen waren bestimmt nicht hilfreich. Der positive Aspekt war, dass wir uns trotzdem für das zweite Zeittraining gut vorbereiten konnten. In zweiten Training gelang uns der Feinschliff mit dem Set-up und dank eines optimal funktionierenden Qualifyer-Reifens fuhr ich die insgesamt siebtschnellste Rundenzeit. Ich war mit dieser guten Ausgangsposition für die Rennen zufrieden, zumal wir auch eine Reifen schonende Abstimmung erarbeiten konnten.»

Im ersten Rennen am Samstagnachmittag zeigte der Newcomer sein Kämpferherz und konnte bei der Zieldurchfahrt seinen guten Startplatz bestätigen. Grünwald schreckte im Verlauf der Distanz vor den arrivierten Namen nicht zurück und lieferte sich packende Positionskämpfe. Schliesslich fuhr der Rookie unmittelbar hinter dem Supersport-Meister Tatu Lauslehto als Siebter über die Ziellinie.

«Mein Start war gut», freute er sich, «meine Yamaha funktionierte über die Distanz einwandfrei und es hat riesigen Spass gemacht mit den Jungs mitzumischen. Für einige Runden konnte ich sogar unsere Gruppe auf Rang 5 liegend anführen, bis uns Jed Metcher von hinten kommend mit einem Wahnsinns-Speed überholt hat. Die Ergebnisliste zeigt aber, dass wir am Reifensektor gegenüber der Konkurrenz noch Aufholbedarf haben. Ansonsten bin ich mit meiner Leistung und dem siebten Rang zufrieden. Ich denke, das war ein recht ordentlicher Einstand in der für mich neuen Klasse.»

Im zweiten Rennen am Sonntag lieferte Grünwald eine sensationelle Vorstellung ab. Dank eines Raketenstarts gelang es ihm noch während der Anfangsphase, den Anschluss zur Spitzengruppe herzustellen. Inmitten der alteingesessenen Supersport-Fahrer Roman Stamm, Stefan Kerschbaumer und Kevin Wahr kämpfte er wacker um einen Podiumsplatz. Am Ende konnte sich Grünwald gegenüber Titelfavorit Kerschbaumer und dem Finnen Lauslehto erfolgreich durchsetzen. Grünwald durfte gleich an seinem ersten Rennwochenende nach dem Klassenaufstieg als Dritter zur Siegerehrung.

«Ich hatte erneut einen super Start und ich habe in den ersten Runden gleich ordentlich reingehalten», erzählt er. «So konnte ich mich schnell auf Rang 4 vorarbeiten. In weiterer Folge habe ich versucht, an der Spitzengruppe dranzubleiben, was mir auch gut gelungen ist. Ich konnte sogar an Kerschbaumer vorbeigehen und als ich Dritter war, habe ich mich mächtig angestrengt, diese Super-Platzierung zu halten. In der Schlussphase haben meine Reifen stark abgebaut und ich hatte auch ein paar Probleme dem Rücken. Trotzdem habe ich versucht, meine Linie so sauber wie möglich zu halten und das Rennen in meinem Rhythmus zu Ende zu fahren. Ich freue mich riesig über diesen dritten Rang. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Jetzt heisst es konzentriert weiterarbeiten, damit wir am nächsten Rennwochenende an diesen Leistungen aufbauen können.»

Nach zwei von insgesamt 16 Rennen in der Supersport-Meisterschaft nimmt Luca Grünwald mit 25 Punkten den fünften Rang ein. Das nächste Event findet in drei Wochen im belgischen Zolder statt.

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