SM Frauenfeld: Andy Baumgartner, der große Dominator

Von René Streuli
Motocross-SM

Wie schon beim Saisonauftakt der Motocross-SM in Aeschlenberg feierte Andy Baumgartner am Ostermontag in Frauenfeld vor über 7000 Zuschauern einen großartigen Doppelsieg.

Widrige Wetterverhältnisse in der Vorwoche erforderten kurzfristige Änderungen im Timetable, wodurch die MX2-Klasse in der Folge ohne Free-Practice direkt ins Zeittraining einstieg. Diese Umstellungen im Tagesprogramm waren notwendig, um die Strecke mit Rücksicht auf den WM-Auftakt der Seitenwagen, deren gesamtes Samstag-Programm gänzlich abgesagt werden musste, nicht zu stark zu strapazieren.

Von diesem abgeänderten Tagesprogramm nicht aus der Ruhe bringen ließ sich Meisterschafts-Leader Andy Baumgartner, der sich die schnellste Quali-Zeit notieren ließ. Als Zweiter folgte hinter «Baumi» mit einer knappen halben Sekunde Rückstand der stark auftretenden Kevin Auberson – Dritter wurde Luca Bruggmann, der bereits weit über zwei Sekunden auf den Romanshorner verlor.

Seinem guten Ruf als exzellenter Starter wurde Baumgartner einmal mehr gerecht, wenngleich er sich nach dem Holeshot zunächst hinter Kevin Auberson einreihen musste. Doch noch vor Ablauf der ersten Runde übernahm der KTM-Pilot das Kommando, um sich Runde um Runde entscheidend vom Feld abzusetzen und einem nie gefährdeten Laufsieg entgegenzufahren.

Pech hatte die große Nachwuchshoffnung Cyrille Flury, der nach einem sechsten Platz im Zeit-Training mit großen Hoffnungen ins Rennen ging. Doch bereits in der Startrunde stürzte der letztjährige 2-Takt-Champ heftig, da er in einen vor ihm fahrenden Konkurrenten knallte, dem ein Fahrfehler unterlaufen war. Mit starken Schmerzen und Verdacht auf Armbruch wurde Flury zu ersten Untersuchung ins Spital gebracht, wo dieser glücklicherweise nicht bestätigt wurde.

Neben dem unglücklichen Flury fand auch der Liechtensteiner Titel-Mitfavorit Luca Bruggmann nur sehr harzig ins Rennen. Grund hierfür war ein Kontakt mit Grégory Wicht, wodurch «Bruggi» kurz zu Boden musste, was ihn zunächst weit zurückwarf. Um Rang 30 liegend zündete er dann aber den Turbo und fuhr trotz dieses Malheurs doch noch auf einen sehr beachtlichen siebten Rang nach vorne.

Auberson, der nach seiner schweren Schulterverletzung immer besser in Fahrt kommt, fuhr ein starkes Rennen. Nach zwei Dritteln des Rennens immer noch auf Platz 2 liegend, musste er diesen an Cyrill Scheiwiller abtreten. Die Angriffe der immer näher kommenden William Kehrli und Kevin Biffiger vermochte er jedoch bis ins Ziel gekonnt abzuwehren.

Baumgartner unantastbar

Mit einem perfekten Start in Lauf 2 unterstrich Baumgartner seine derzeit kaum antastbare Position als absoluter Topfavorit auf den Titel sehr eindrücklich. Einmal an der Spitze, gab er diese nicht wieder her und fuhr einem erneut beeindruckenden Laufsieg entgegen. Mit seinem neuerlichen Doppelsieg baute er die Führung in der Meisterschaft auf nunmehr 22 Punkte aus.

Besser als zuvor beim ersten Aufschlag kam auch Bruggmann ins zweite Tagesrennen, derweil Scheiwiller erneut einen eher misslungenen Start zu verzeichnen hatte. Während Bruggmann dem ebenfalls gut gestarteten Alexandre Lejeune bereits in Runde 2 Rang 3 wegschnappte, versuchte der wiederum gut gelaunte Auberson das Loch nach vorne zu Baumgartner nicht größer werden zu lassen. Während Lejeune bei Fortdauer des Rennens zurückfiel, dauerte es bis Rennmitte, ehe Bruggmann und Scheiwiller den Westschweizer Auberson passieren konnten. Schließlich gelang es Scheiwiller auch noch Bruggmann von 2 auf Rang 3 zu verdrängen. Sehr gut auch die Performance des Westschweizers Kevin Biffiger, der sich aus dem Mittelfeld kommend vor Auberson bis auf den starken vierten Platz vorarbeiten konnte. Das Tagespodium lautet demnach: Andy Baumgartner vor Cyrill Scheiwiller und Kevin Auberson.

Stimmen nach dem Rennen:

Cyrill Scheiwiller – Zweimal Zweiter und Tages-Zweiter:

Als Erstes ein großes Kompliment an den Veranstalter, der nach den miesen Wetterverhältnissen trotzdem eine tolle Strecke hergerichtet hat. Platz 5 im Quali ist okay, obwohl ich das Gefühl hatte, schneller zu sein, als es in Wirklichkeit war. Guter Start im ersten Lauf; habe dann zwischenzeitlich etwas den Rhythmus verloren, konnte dann aber sehr gut reagieren und bin noch auf den sehr guten zweiten Platz gefahren. Lauf 2 war der Start eher schlecht, ich konnte mich dann aber in der ersten Runde von acht auf fünf vorarbeiten, ehe ab Runde 4 oder 5 meine Hinterradbremse zu streiken begann. Trotzdem konnte ich noch auf zwei vorfahren; selbst das Loch nach vorne zu Andy konnte ich reduzieren, aber nicht mehr ganz zu ihm aufschließen, da er schon zu weit weg war. Mein Speed war okay, das war auch in Aeschlenberg schon so, ich konnte dies aber noch nicht in Resultate ummünzen.

Luca Bruggmann – Tages-Vierter:

Beim Start zum 1. Lauf habe ich meine Kupplung überhitzt, weil trotz der Fünf-Sekunden-Tafel der Balken erst nach gefühlten acht Sekunden fiel – mein Hinterrad drehte dann durch, wodurch ich gleich zu Beginn wichtige Plätze verlor. Dann hatte ich noch Kontakt mit Wicht, ging kurz zu Boden und musste das Feld von weit hinten aufrollen. Mit Platz 7 kann ich aufgrund der Umstände zufrieden sein. Viel besser der Start zum zweiten Heat; ich habe dann aber bei Rennmitte irgendwie den Faden verloren, auch deshalb, weil vor mir niemand war, der mich mitziehen konnte. Nachdem Scheiwiller an mir vorbeiging, fand ich meinen Rhythmus wieder und konnte Cyrill immer wieder attackieren. Leider gelang es mir nicht mehr, an ihm vorbeizugehen, da er sehr stark gefahren ist. Von meinen Resultaten bin ich ziemlich enttäuscht, da ich über die gesamte Saison betrachtet regelmäßig Top-5-Resultate erwarte.


Resultate MX2 Frauenfeld 2015
Stand Swiss Championship 2015 - nach Frauenfeld

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