Randy Krummenacher: Ducati & Yamaha sind interessant

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM

Nächste Woche wird besprochen, wie das technische Reglement für die Supersport-WM 2021 aussehen soll. Erst danach wird Ex-Weltmeister Randy Krummenacher die Entscheidung treffen, wie es in seiner Karriere weitergeht.

Es war ein Paukenschlag, als sich Randy Krummenacher Anfang Juli von seinem Team MV Agusta Reparto Corse trennte. Seine Begründung: Die F3 wäre nicht reglementskonform. Es folgten gegenseitige Vorwürfe, seither streiten die Anwälte. Beide Parteien sind der Meinung, sie wären im Recht. Je nachdem, wer vor Gericht Recht bekommt, hat gewissen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen.

Während diese lästige Angelegenheit im Hintergrund rumort, schmiedet Krummi Pläne für 2021.

Ob die bis auf knapp 1000 ccm angedachte Hubraumerhöhung bereits für die nächste Saison oder erst für 2022 kommt, wird kommende Woche diskutiert. Promoter Dorna hat keine Eile, der Motorrad-Weltverband FIM sähe die Änderung gerne für 2021. Entscheidend wird sein, worauf sich die derzeit engagierten Hersteller Honda, MV Agusta, Kawasaki und Yamaha sowie die interessierten Manufakturen Aprilia, Ducati und Triumph einigen. Und wer für die hohen Kosten für die aufwändige Balancierung der sehr unterschiedlichen Motorräder aufkommt.

Diese Entscheidung wird Einfluss darauf haben, wie Krummenacher seine sportliche Zukunft plant. 2019 wurde der Zürcher Oberländer auf Yamaha Weltmeister, auf die R6 hält er nach wie vor große Stücke. «Wenn die Yamaha aber noch mehr eingebremst wird, dann kann ich noch so viel Erfahrung damit und noch so eine gute Crew haben, dann wird es schwierig», erzählte er gegenüber SPEEDWEEK.com. «Zumindest so lange, bis sie die Balance gefunden haben. Falls die Hubraumerhöhung kommt, könnte noch das ein oder andere Angebot bei mir ankommen. Ten Kate hat mich angerufen, die Verhandlungen mit GMT94 haben wir abgebrochen. Ich habe einige Optionen von bestehenden und neuen Teams. Einige wollen mich mit meiner Crew und dem Motorrad, so wie ich es letztes Jahr gefahren habe.»

Neben mehreren vorstellbaren Szenarien mit Yamaha, kommt für den 30-Jährigen auch eine Zusammenarbeit mit Ducati in Frage. «Superbike reizt mich extrem, vor allem, seit ich in Misano mit Barni den Test gemacht habe», hielt Krummi fest. «Dort hat man gesehen, dass ich Potenzial habe. Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich nächstes Jahr mache – sicher ist nur, dass ich im SBK-Paddock bleibe. Bis Ende Oktober wissen wir mehr. Jetzt sind die Superbike-Werksteams besetzt und die Privatteams können Gespräche über mögliche Piloten führen.»

Ducati würde gerne Tito Rabat aus der MotoGP- in die Superbike-WM transferieren. Der Spanier hat zwar einen gültigen Vertrag mit Avintia Esponsorama, soll aber Platz machen für Moto2-WM-Leader und Rossi-Halbbruder Luca Marini.

«Rabat ist ein sehr guter Fahrer, er wäre eine Bereicherung für die Superbike-WM», sagte Krummenacher. «Ich weiß aber nicht, wie weit seine Kontakte dorthin stehen. Barni hat mir gesagt, dass er abwartet. Ich stehe schon lange mit Barni in Kontakt, wir treffen uns manchmal, er würde gerne mit mir arbeiten. Ich habe ein gutes Gefühl, dass ich nächstes Jahr auf einem guten Motorrad sitze.»

Sollte Krummi den Superbike-Platz bei Barni Ducati nicht bekommen, gäbe es im Fall der Reglementsänderung auch die Möglichkeit, dass er Supersport für den Hersteller aus Bologna fährt.

Ducati kann sich vorstellen, die Zweizylinder-Panigale 959 einzusetzen, mit Barni und Motocorsa stehen zwei Teams zur Debatte.

«Wenn man die Ducati einsetzen darf, dann habe ich großen Respekt davor», betonte der 6-fache Supersport-Sieger. «Ich kann mir vorstellen, dass dieses Motorrad extrem stark sein wird. Das gilt auch für die 800er MV. Diese Bikes haben eine enorme Beschleunigung. Es wäre schön, die R6 zu fahren, weil ich das Motorrad gut kenne und ich die richtigen Leute um mich herum habe, die das Motorrad gut einstellen können. Aber dann denke ich mir, dass ich wegen des Reglements besser abwarte. Ich muss Geduld haben, um dann das Richtige zu machen. Wenn ich Supersport fahren würde, dann muss ich gewinnen. Sonst ist das nicht interessant, weil ich an dem gemessen werde, was ich letztes Jahr gemacht habe. Auch für meine Sponsoren, sie wollen Siege sehen.»

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