Steckbrief

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Esteban Ocon

Rennfahrer

Vorname: Esteban
Nachname: Ocon
Spitzname: k.A.
Webseite: www.esteban-ocon.com/
Twitter: OconEsteban
Nationalität: Frankreich
Geburtsdatum: 17.09.1996 in Évreux, Frankreich (23 Jahre, 8 Monate und 12 Tage)
Familienstand: Ledig
Wohnort: Évreux
Größe: 185 cm
Gewicht: 68 kg
Hobbys: MTB, Kino, Tischtennis, Rennsimulationen
Lieblingssportart(en): Motorsport
Lieblingsstrecke: Moscow Raceway, Hungaroring
Lieblingsspeise(n): Ein gutes Steak mit selbstgemachten Kartoffelbrei
Lieblingsmusik: Roy Jones

Das Pilotenaufgebot von Renault 2016 durfte sich wirklich sehen lassen, denn hier fuhren lauter Meister: Der Däne Kevin Magnussen ist Formel Renault 3.5-Champion von 2013. Der Engländer Jolyon Palmer ist GP2-Champion 2014. Und der Franzose Esteban Ocon ist Formel-3-Meister von 2014 und GP3-Champion 2015.

Das Kuriose bei Ocon: Der Max-Verstappen-Bezwinger aus der Saison 2014 arbeitete zwar als dritter Fahrer von Renault, doch er besitzt einen langjährigen Vertrag mit Mercedes-Benz! Ocon hat Ende 2015 einen Langzeitvertrag im Rahmen des Nachwuchsprogramms von Mercedes-Benz unterzeichnet.

Ocon zu Beginn der Saison 2016: «Meine Karriere wird seit Ende 2014 von Mercedes gemanagt, nach dem Gewinn des GP3-Titels in Abu Dhabi wurde ich als Mercedes-Junior verpflichtet. Und das bleibt auch so, selbst wenn ich dritter Mann bei Renault bin. Ich bin Mercedes-Benz und Renault sehr dankbar, dass sie das möglich machen.»

Einer der grössten Fürsprecher für Ocon bei Renault war Frédéric Vasseur. Der Teamchef von ART Grand Prix war Steigbügelhalter zum GP3-Titel seines französischen Landmannes, später wurde Vasseur Sportdirektor im Formel-1-Rennstall, und natürlich wusste er, wie wichtig es für die Grande Nation ist, auch einen der ihren im Aufgebot zu haben.

Mit Talenten kennt sich Vasseur prima aus. Unter vielen mehr hat er bei ART gearbeitet mit: Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg, Jules Bianchi, Stoffel Vandoorne, Valtteri Bottas, Romain Grosjean und Sebastian Vettel.

Ocon kletterte im Eilzugtempo die Rennsportkarriereleiter hoch: Von 2006 bis 2011 fuhr er Kart, mit dem französischen Titel 2011 und EM-Rang 2 als Höhepunkte.

Ab 2012 war Ocon im Autosport anzutreffen, zudem wurde er ins Nachwuchsprogramm von Lotus-Chef Gérard Lopez aufgenommen. Ocon fuhr ein Lehrjahr in der Formel Renault, 2013 wurde er dort Gesamtdritter im Eurocup, dazu fuhr er erste Formel-3-Rennen.

In der Formel 3 startete Ocon 2014 richtig durch: Bereits beim vorletzten Rennen sicherte er sich den EM-Titel, vor Tom Blomqvist und dem vielgepriesenen Max Verstappen.

Ocon testete als Zückerchen für seinen Titel in Abu Dhabi einen Lotus und auch einen zwei Jahre alten Ferrari auf deren Hausstrecke Fiorano.

Für ART Grand Prix trat der Franzose dann 2015 in der GP3-Serie an, wo er sich im letzten Rennen der Saison in Abu Dhabi den Titel holte. Und er sass für Tests im Renner von Force India. Das sollte noch Folgen haben.

2016 war sein Terminkalender prall gefüllt: Für Mercedes sollte er als Nachfolger von Pascal Wehrlein DTM-Rennen fahren, für Renault begann er die Saison als GP-Reservist und Freitagtestfahrer. Aber im Sommer 2016 nahm Ocons Karriere eine andere Richtung: Bei Manor Racing war Rio Haryanto das Geld ausgegangen, Ocon übernahm.

Dabei schlug sich Esteban so gut, dass er im Herbst als Force-India-Fahrer für 2017 verkündet wurde. Ausschlag gegeben hatte sein oben genannter Test 2015. Das Band zu Renault ist vorderhand wenn nicht gerissen, so doch verknotet – und sein früherer Fürsprecher Fred Vasseur ist im Januar 2017 als Teamchef von Bord gegangen.

2017 führte Ocon seine Formel-1-Lehre an der Seite von Sergio Pérez fort. Und der Mexikaner spürte bald Gegenwind: Ocon kam nicht nur ständig ins Ziel (in Brasilien verhinderte Romain Grosjean die 25. Zielankunft des Franzosen in Folge), er holte auch in 20 Rennen 18 Mal Punkte! Mit fünften Rängen in Spanien und Mexiko als beste Ergebnisse eroberte Ocon den tollen achten WM-Rang.

2018 lief es nicht ganz so gut (WM-Rang 12), dennoch sind sich alle Fachleute einig: Dass ein Fahrer vom Talent Ocons 2019 keinen Stammplatz hat, das stellt der Formel 1 ein miserables Zeugnis aus. Bei Force India war nach dem Besitzerwechsel kein Platz mehr, da Co-Inhaber Lawrence Stroll natürlich seinen Sohn Lance in ein Auto setzt. Bei Williams blieb Ocon ebenfalls aussen vor. Damit erhielt Ocon für 2019 die Rolle des Reservisten bei Mercedes.

Das Ziel des baumlangen Esteban bestand immer darin, 2020 wieder Grands Prix zu fahren, Ende August 2019 bestätigte Renault – das Fahrerduo der kommenden zwei Jahre heisst Daniel Ricciardo und Esteban Ocon.
Esteban tauchte schon einmal im Gelb der Franzosen auf: 2016 war er dritter Fahrer. Abiteboul über den Vertrag von Ocon: «Wir sind sehr glücklich, dass wir in den nächsten zwei Jahren mit Esteban arbeiten können. Er hat die Höhen und Tiefen dieses Sports kennengelernt, und er versteht, dass ein Pilot jede Gelegenheit beim Schopf packen muss.»

Natürlich erwähnt Abiteboul hier mit keiner Silbe, dass er einer der Gründe dafür ist, wieso der junge Ocon 2019 kein Grand-Prix-Fahrer ist. Vor der Sommerpause 2018 gab es ein Handschlagabkommen zwischen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Renault-Teamchef Abiteboul. Dann erhielt der Franzose die Gelegenheit, Daniel Ricciardo zu verpflichten, griff sofort zu, und weg war die Chance für Ocon.

Wolff meinte später süss-sauer: «Ich mag Cyril. Aber wenn er ein Gentleman mit Handschlagqualität werden will, muss er erst wieder zu einem Gentleman werden. Wie wir alle wissen, war es im Vorjahr eine sehr unglückliche Situation, dass er zwischen den Stühlen gelandet ist. Er hätte sich zwei Cockpits aussuchen können, und am Ende hatte er keines.»

Abiteboul weiter: «Der innere Antrieb von Esteban ist in seinem rennfreien Jahr noch stärker geworden. Wir wollen sein Talent und seinen Ehrgeiz in die nächste Phase unseres Aufbaus investieren. Er hat gezeigt, dass er regelmässig punkten kann und wie professionell er arbeitet. Er hat als Reservist bei Mercedes-Benz sein Wissen vertiefen können.»

Ocon selber meint: «Ich bin stolz, dass ich ein Renault-Werksfahrer werde. Ich bin mit dem Werk von Enstone aufgewachsen, zunächst als Entwicklungsfahrer 2010 bei Lotus, später mit Renault. Ich fühle mich diesem Rennstall verbunden. Sie haben mir die Tür zum grossen Sport aufgestossen. Ich bin auch stolz, dass ein solcher Rennstall mir das Vertrauen ausspricht und mich wieder zum Grand-Prix-Fahrer macht. Ich werde alles daransetzen, mich für dieses Vertrauen mit guten Leistungen zu bedanken.»

Berechtigte Frage: Bleibt Ocon über ein langfristiges Abkommen an Mercedes gebunden? Antwort: nein. Mercedes bestätigt auf Anfrage von SPEEDWEEK.com: «Das Wort Leihgabe wäre in Sachen Ocon falsch gewählt.»


Esteban Ocon © Renault-LAT Esteban Ocon

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