Schweiz: Rundstreckenverbot bleibt

Von Philipp Wyss
Juan Manuel Fangio (vorne) siegt im GP Schweiz 1951 in Bremgarten

Juan Manuel Fangio (vorne) siegt im GP Schweiz 1951 in Bremgarten

Der Ständerat versetzt der Initiative von Ulrich Giezendanner den Todesstoss.

Die Chance war da, sie wurde betrüblicherweise verpasst. Schuld daran ist der Schweizer Ständerat, die kleine Kammer in Bundesbern, welche die parlamentarische Initiative von Nationalrat und Transportunternehmer Ulrich Giezendanner zur Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz heute Morgen endgültig gebodigt hat. Obwohl sich der Nationalrat als grosse Kammer auch in seiner zweiten Lesung hinter die Initiative gestellt hatte, machte der Ständerat weiter auf stur. Ein Minderheitsantrag wurde wegen des geschlossenen Widerstands zurückgezogen und der Ständerat beschloss in der Folge stillschweigend, nicht mehr auf die Initiative einzutreten.

Auto Sport Schweiz als Dachverband des nationalen Autorennsports äussert in einer Medienmitteilung sein ausserordentliches Bedauern über diesen Entscheid. Es wird festgehalten, dass nicht ein Formel-1-GP im Vordergrund gestanden habe, sondern die Absicht, «wie in allen übrigen europäischen Ländern den Bau von Anlagen zu ermöglichen, auf denen sich ein zeitgemässerer und besserer Umgang mit dem Automobil oder Motorrad erlernen lässt.» Gleichzeitig hätte eine solche Strecke eine Basis für die Durchführung von Trainings und nationalen Rundstreckenrennen sein können. Die Politiker haben laut Auto Sport Schweiz mit ihrem schwer nachvollziehenden Entscheid eine reelle Chance verpasst, aktiv zur Verkehrserziehung beizutragen.

Walter Wobmann, Präsident der Föderation der Motorradfahrer der Schweiz (FMS) und selber SVP-Nationalrat, verheimlichte seine grosse Enttäuschung im Gespräch mit SPEEDWEEK nicht. Und er wählte klare Worte: «Es ist unglaublich, dass der Ständerat nicht einmal auf die Vorlage eingetreten ist, nachdem diese im Nationalrat klar angenommen wurde. Diese Kaltschnäuzigkeit beweist einmal mehr, dass im Ständerat völlig am Volk vorbei politisiert wird. Das gibt mir sehr zu denken.» Unglücklich, dass Giezendanners Initiative im Vorfeld zu sehr mit einem Formel-1-Lauf gekoppelt worden sei, so Wobmann. «Das war der Sache nicht dienlich.» Kapitulation kommt für den FMS-Präsidenten aber nicht in Frage. «Auf keinen Fall. Wir werden das Paket auf einer anderen Schiene sicher wieder auf die Reise schicken.»

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