Die unglaubliche Pechsträhne des Thomas Neuert

Von Guido Quirmbach
Vermischtes Sonstiges
Nach einem Jahr voller Pech wieder auf dem Podium: Thomas Neuert

Nach einem Jahr voller Pech wieder auf dem Podium: Thomas Neuert

Am EuroSpeedway endete endlich ein Seuchenjahr für den Darmstädter Amateur-Rennfahrer im Porsche Sports Cup.

Thomas Neuert fährt im Porsche Sports Cup. Er ist einer der typischen Amateur-Rennfahrer, die zwar schon oft bewiesen haben, dass sie schnell Auto fahren können, aber seinen Lebensunterhalt kann er von der Rennerei nicht bestreiten. Im Gegenteil, alles muss bezahlt werden, den grössten Teil trägt der Unternehmer aus dem Rhein-Main-Gebiet selbst.

Vor ziemlich genau einem Jahr begann für ihn eine Pechsträhne, die ihresgleichen sucht und die und am letzten Wochenende nach einer Zitterpartie endlich endete.

Rückblende, Spa 2008. Neuert lieferte sich spannende Kämpfe auf dem Ardennen-Kurs, findet in den schnellen Kurven beeindruckende Wege an den Gegnern vorbei und siegt im ersten Lauf.

Auch beim zweiten Rennen am Sonntag gewinnt er, doch dort geht der Ärger los. Neuert lenkt in Führung liegend in die La Source-Haarnadel ein, als sich ein Konkurrent verbremst und ihn voll trifft. Beide Autos bleiben havariert liegen, die Rennleitung bricht ab und erklärt Neuert zum Sieger.

Doch der Porsche, ein 997 GT3 RS ist ziemlich beschädigt, wegen des Schadens muss Neuert für den nächsten Lauf passen und kommt erst zum Saisonfinale mit neu aufgebautem Auto zurück.

In Hockenheim dann fährt er im nassen, freien Training Bestzeit, geht voll motiviert ins Qualifiying- und verliert seinen Porsche auf Aquaplaning. Der Wagen schlägt in die Planken, erneut Rahmenschaden und das Ende des Wochenendes. Auch das Ende des GT3 RS für Neuert.

Über den Winter kauft er einen 996 GT3 Cup. Es gibt einen neuen Auftritt, Automeister Team «Locke» nennt sich die Crew nun. Benannt nach Partner «Automeister», einer markenübergreifenden Autohaus- und Werkstattkette sowie dem Spitznamen des Mechanikers Günter, den man angesichts seiner in Ehren ergrauten Haarpracht auch getrost «Silberlocke» nennen könnte. Damit ist das Team aber auch schon vorgestellt. Einen Auflieger sucht man vergebens, angereist wird mit einem BMW X3, der den Anhänger zieht, auf dem der Porsche steht.

Doch das Pech geht auch 2009 weiter: Beim Tanzen (!) kurz vor dem Saisonstart will der ehemalige Leistungssportler seine stolpernde Partnerin auffangen, der Arm verdreht sich und eine Sehne reisst. Mit einer Schiene am Arm versucht er es beim ersten Training zur Saison 2009 auf dem Nürburgring, doch es geht nicht. Nach wenigen Runden im freien Training muss man wieder einpacken.

In Hockenheim bei der zweiten Veranstaltung ist nicht mehr Neuerts genesener Arm, sondern die Abstimmung das grosse Thema. Der Cup-Porsche und die Strassenreifen, auf denen der Sports Cup rollt, harmonieren noch nicht, die vielen Einstellungsmöglichkeiten geben noch manches Rätsel auf.

Doch immerhin wurde endlich einmal ein Rennwochenende zu Ende gefahren, auch wenn die Ergebnisse noch mager waren, Rang neun im ersten Lauf und, nach einer Kollision, Position 29 am Sonntag. Doch zumindest hat das Team über das Auto viel lernen können.

So ging es mit grosser Erwartungshaltung nach Oschersleben. Doch bereits in der zweiten Runde des freien Trainings platzt bei Neuert der Motor mit einer riesigen Rauchwolke. Während die Konkurrenz um die Startplätze fährt, können die Darmstädter ihr Auto bereits wieder verladen.

Doch aufgeben passt nicht zu Neuerts Natur, ein neuer Motor wird angeschafft. Die nächste Station war am vergangenen Wochenende der EuroSpeedway Lausitz, wo endlich ein beinahe reibungsloses Training absolviert werden konnte. Mit Startplatz sechs war die Crew zwar nicht glücklich, in anbetracht der Umstände aber noch zufrieden.

Doch dann ein erneute Schock auf dem Weg zum Startplatz, eine grell leuchtend Warnlampe signalisiert dem Pilot, dass etwas mit dem Motor nicht stimmt. Mit dem gerade erst für teures Geld neu angeschafften Motor. Eine Diagnose ist bei den wenigen Minuten Zeit auf dem Startplatz nicht möglich. Mechaniker «Locke» gibt die Anweisung, nach einer Runde wieder an die Box zu kommen um den Motor nicht zu riskieren, falls die Lampe weiter brennt.

Die Warnleuchte geht nicht aus, doch der 48-jährige Neuert entscheidet anders. «Ich hatte die Schnauze nach all dem Pech voll. Der Motor und Auto liefen gut, ich konnte gleich Positionen gut machen und da dachte ich mir: ‘Locke», du bist jünger als ich und hast mir gar nichts zu sagen’, und fuhr einfach weiter» Das Risiko zahlte sich aus, Neuert konnte endlich wieder fighten und brachte seinen 996 GT3 Cup bis auf den zweiten Platz nach vorne. Nach 12 Monaten Pech stand Neuert wieder auf dem Podium um sicherte sich dazu den Klassensieg. Den gab es auch am Sonntag. Das Seuchenjahr war endlich vorbei!

Thomas Neuert war sichtlich erleichtert: «Das habe ich nach all dem Pech jetzt wirklich gebraucht»

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