Italien 2001: Youngster Loeb schockt WM-Elite

Von Toni Hoffmann
WRC
Sébastien Loeb schockt bei seiner World Rally Car-Jungfernfahrt im Citroën Xsara WRC bei dem italienischen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in San Remo die Welt-Elite und verpasst sogar knapp den Überraschungssieg.

Die Silberlöwen bissen wieder zu. Beim elften Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2001 wiederholte das französische Brüderpaar Gilles und Hervé Panizzi im Peugeot 206 WRC mit seinem ersten Saisonerfolg den Vorjahressieg. Nach 20 Asphaltprüfungen (= 368,12 km) und 1 425 Gesamtkilometern fuhren die Panizzi-Brothers einen Vorsprung von 11,4 Sekunden auf ihre junge Landsleute Sebastien Loeb/Daniel Elena (Citroen Xsara) heraus. Den totalen Podiumstriumph der «Grande Nation» komplettierten Didier Auriol/Denis Giraudet, die im zweiten Peugeot 206 WRC 54,9 Sekunden zurücklagen.

Trotz seines Ausfalls auf der vorletzten Prüfung wegen eines abgescherten Rades am neuen Mitsubishi teilte sich der Finne Tommi Mäkinen zusammen mit dem Schotten Colin McRae, der im Ford nur Achter wurde, mit jeweils 40 Zählern weiterhin die WM-Führung vor dem spanischen Italien-Vierten Carlos Sainz (Ford Focus) mit 33 Zählern.

«Zuerst ging ich die letzte Etappe mit einer gewissen Vorsicht an. Als aber Sébastien Loeb plötzlich so nahe kam, musste ich auf der letzten Prüfung noch einmal alles geben, um hier wieder zu gewinnen. Ich denke, auf den Jungen müssen wir auf Korsika sehr gut aufpassen», äußerte sich Panizzi zu seinem dritten WM-Sieg.

Peugeot-Chef Provera: «Noch dabei»

«Wer uns in der Weltmeisterschaft schon abgeschrieben hat, muss jetzt umdenken, denn auch auf Korsika werden wir unsere Chance bestens nutzen, so wie wir es hier auch getan haben. Ich wusste, ich kann mich auf Gilles Panizzi verlasen», erklärte der Peugeot-Sportdirektor Corrado Provera, der noch einen weiteren Grund zum Stolz hatte, denn fünf 206 kamen in Italien in die Top Ten.

«Ich bin selbst etwas über dieses Ergebnis überrascht. Es war ja schließlich das erste Mal, dass ich den Citroen Xsara im Wettbewerb fuhr. Ich hatte immer ein gutes Gefühl, aber schneller fahren konnte ich auch nicht mehr», meinte die neue französische Rallye-Hoffnung Sébastien Loeb zu seinem sensationellen zweiten Platz bei seiner WM-Premiere auf einem Fahrzeug der Rallye-Königsklasse. Er setzte bei seinem WRC-Debüt viermal die Bestmarke.

In der Marken-WM hatte sich der bislang etwas unglücklich agierende Weltmeister Peugeot wieder in den Kreis der Titelaspiranten gehievt. Mit den 16 maximal möglichen Punkten rückte das Löwen-Team mit nun 60 Zählern auf den dritten Platz vor. Bei den drei letzten WM-Entscheidungen stehen noch insgesamt 48 Punkte zur Debatte. Spitzenreiter bleibt Ford mit 83 Punkten vor Mitsubishi mit 67 Zählern.

Bei der elften WM-Runde in Italien enttäuschten die beiden WM-Spitzenreiter Tommi Mäkinen (Finnland) und Colin McRae (Schottland), die beide jeweils zweimal in San Remo gewonnen hatten. Während Mäkinen, nur auf Rang elf liegend, nach einem Radbruch am neuen Mitsubishi Lancer kurz vor dem Ziel ausfiel, kam McRae im Ford Focus nur auf einen für ihn frustrierenden achten Platz. Dennoch blieben beide mit jeweils 40 Punkten in der WM vorne. Der dies mit wahrscheinlich lachenden Augen verfolgte, war der früh ausgefallen Brite Richard Burns, denn der Subaru-Pilot bleibt als WM-Vierter mit neun Punkten hinter der Spitze und zwei Zählern hinter Sainz weiter im Titelrennen.

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