Kamui Kobayashi: «Können den Rundenrekord knacken»

Von Martina Müller
24h Le Mans
Toyota-Werksfahrer Kamui Kobaiyashi

Toyota-Werksfahrer Kamui Kobaiyashi

2017 hatte Kamui Kobayashi in der Qualifikation zu den 24 Stunden von Le Mans eine unglaubliche Rekordrunde geschafft. Die Marke könnte 2018 noch unterboten werden, wie der Japaner gegenüber SPEEDWEEK.com bestätigt.

Im letzten Jahr wurde in Le Mans Geschichte geschrieben. In der zweiten Qualifikationssitzung hatte Kamui Kobayashi gegen 20:15 Uhr am Donnerstagabend einen neuen sagenhaften Rundenrekord aufgestellt. Mit dem Toyota TS050 Hybrid umrundete der Japaner den 'Circuit de la Sarthe' in exakt 3:14,791 Minuten. Dabei hatte er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 251,882 km/h und überbot den zuvor gültigen Bestwert von 251,815 km/h, welchen Hans-Joachim Stuck im Jahre 1985 mit einer Rundenzeit von 3:14,80 Minuten im Porsche 962C aufstellte. In der diesjährigen Qualifikation könnte die 2017 erzielte Marke nochmals gebrochen werden. «Wenn die äußeren Bedingungen passen, haben wir eine gute Chance, diesen Rundenrekord noch zu verbessern», ist der 31-Jährige gegenüber SPEEDWEEK.com zuversichtlich.

Tatsächlich kam bei Kobayashis Traumrunde im Vorjahr einiges zusammen. Im Bereich der langen Hunaudières-Gerade stellte sich leichter Rückenwind ein, was den TS050 Hybrid zusätzlich beschleunigte. Zurück zu Start/Ziel hatte der Japaner Gegenwind, was ihm ordentlich Abtrieb in den Porsche-Kurven verschaffte. Und insgesamt befanden sich zu diesem Zeitpunkt wenige Fahrzeuge auf der Strecke, sodass Kobayashi nur geringe Mühe mit dem Überrundungsverkehr hatte.

Auch die Fahrzeug-Performance dürfte 2018 kein Hindernis darstellen. Denn die EoT-Eistufung des TS050 Hybrid hat sich zu 2017 nur marginal geändert. (erlaubter Treibstoff pro Runde bleibt bei 124,9 MJ; maximaler Benzindurchfluss wurde von 80,2 auf 80,0 kg/h angepasst) «Das Auto ist sicherlich nicht langsamer als im letzten Jahr», erklärt Kobayashi bei SPEEDWEEK.com.

Sollte sich die Gelegenheit ergeben, so wird Toyota tatsächlich versuchen, die Vorjahresmarke zu knacken. Wobei sich Kobayashi hier etwas zugeknöpft gibt. «Sollten wir es darauf anlegen, muss es nicht unbedingt mit mir im Cockpit sein. Wir haben auch andere gute Fahrer im Kader», stellt er klar. Wagenpartner Mike Conway bestätigte gegenüber SPEEDWEEK.com jedoch, dass Kobayashi teamintern bereits ausgewählt wurde, in der Qualifikation auf eine schnelle Runde gehen zu dürfen.

Vielleicht könnte dann sogar die Rekordzeit von Jackie Oliver aus dem Jahre 1971 fallen. Im Porsche 917 LH kam der Brite beim Vortest im April auf 3:13,60 Minuten. Diese Rundenzeit ist auf den ersten Blick besser als Kobayashis Wert aus dem Vorjahr bzw. Stucks Leistung aus 1985. Doch genauer betrachtet war Oliver langsamer unterwegs. Denn 1971 hatte die Strecke nur eine Länge von 13,469 Kilometern und führte noch am 'Maison Blanche' vorbei. Olivers Rundenschnitt lag damals bei 250,457 km/h. Mit dem heutigen Layout von 13,626 Kilometern würde eine Zeit von 3:13,60 Minuten einen Durchschnittsgeschwindigkeit von 253,376 km/h bedeuten – also nochmals knapp anderthalb km/h besser Kobayashis Marke aus 2017.

Die Qualifikation zu den 24 Stunden von Le Mans ist in drei Abschnitte geteilt. Los geht es am heutigen Mittwoch von 22:00 bis 0:00 Uhr. Am Donnerstag wird dann von 19:00 bis 21:00 Uhr und erneut von 22:00 bis 0:00 Uhr Gas gegeben.

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