Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu (BMW) hat mit starken Leistungen in Estoril seinen WM-Vorsprung ausgebaut. Anschließend tätigte er Aussagen, die im Paddock für Verwunderung sorgen.
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In Abwesenheit des verletzten Danilo Petrucci (gebrochene Hand) hat Alvaro Bautista mit drei dritten Plätzen diesen Rang in der Gesamtwertung zurückerobert. Der Spanier war in Estoril dritte Kraft hinter den einmal mehr überragenden Toprak Razgatlioglu (1/1/2) und Nicolo Bulega (2/2/1). Bautista hatte sein bestes Wochenende seit Cremona im Mai, weil er endlich mal wieder ohne Sturz durch sämtliche Läufe kam und auch sonst nichts schieflief. "Wichtig war, dass ich keine Fehler mache und diese Punkte einsammle", betonte der dreifache Champion.
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Auf die Klagen von Razgatlioglu über das Verhalten der Gegner auf der Strecke und die kolportierte Ducati-Verschwörung reagierte Alvaro ebenso verwundert wie der Rest des Fahrerlagers. "Das Manöver von Iannone gegen Toprak sah ich schon Tausende Mal", erklärte Bautista. "Ich sah es genau, ich war direkt hinter ihnen. Ich habe schon so überholt und ich wurde so überholt. Ich weiß nicht, ob Iannone in diesem Moment bereits von seiner Strafe wusste (Anm.: das tat er nicht), weil sie erst in der nächsten Runde angezeigt wurde. Davon abgesehen: Auch wenn du eine Strafe erhältst, fährst du immer noch ein Rennen. Es ist ja nicht so, dass er an der Box hätte anhalten müssen und sein Rennen war vorüber – er bekam zwei Long-laps." Topraks Aussage, die anderen Ducati-Fahrer würden im Kampf mit ihm anders agieren als gegeneinander, kann Bautista auch nicht nachvollziehen. "Es gibt keine Ducati-Familie, sondern Piloten, die eine Ducati fahren", bemerkte der Spanier. "Nicolo hat sein Ziel – die Meisterschaft zu gewinnen. Ich habe mein Ziel – Dritter in der Meisterschaft zu werden. Ich wüsste nicht, wie ich Nico dabei helfen soll den Titel zu gewinnen. Wenn du zum letzten Saisonwochenende kommst und um die Meisterschaft fährst, dann kann dir niemand helfen. Vor allem, wenn die Punktunterschiede so groß sind, wie das der Fall ist."
Als Bautista von Razgatlioglus Behauptung hörte, er hätte sich im Titelkampf 2019 gegen Johnny Rea und ihn immer respektvoll zurückgehalten, bekam der Routinier mit den derzeit blauen Haaren große Augen. "In Laguna Seca hat er mich im ersten Rennen so hart an der Schulter getroffen, dass ich eine Verletzung erlitt und neben dem Sprint auch das zweite Rennen verpasste", erinnerte sich Bautista. "Im zweiten Rennen in Magny-Cours überholte er mich über dem Limit, stürzte und traf mich. Das Wort Respekt halte ich in diesem Zusammenhang für übertrieben. Vielleicht hat er Schwierigkeiten mit der Erinnerung, er kann sich diese Saison gerne noch mal anschauen. Dann sieht er gleich, ob er uns respektiert hat oder nicht. Jonathan Rea hat er den Sieg im ersten Rennen in Magny-Cours in der letzten Runde abgenommen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob Respekt das richtige Wort ist, um diese Momente zu beschreiben."
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