Was erwartet uns bei der Startliste für Le Mans?

Von Oliver Müller
24h Le Mans
2019 gewann der Toyota TS050 Hybrid die 24h von Le Mans

2019 gewann der Toyota TS050 Hybrid die 24h von Le Mans

Am heutigen Freitag wird die Entrylist für die 24 Stunden von Le Mans 2020 vorgestellt. 62 Fahrzeuge werden beim Klassiker dabei sein, darunter 30 aus der FIA WEC. Wer könnten die restlichen Wettbewerber sein?

Am heutigen Freitag ist es soweit. Gegen 18:00 Uhr wird der Automobile Club de l'Ouest (ACO) die Entrylist für die 24 Stunden von Le Mans 2020 verkünden. Das große Rennen findet in diesem Jahr am Wochenende des 13./14. Juni statt. Insgesamt 62 Fahrzeuge werden auflaufen, da im Vorjahr zwei zusätzliche temporäre Boxen angeschafft wurden. Wie könnte das Feld aussehen?

Ganz klar mit dabei sind die Entries der FIA WEC. Le Mans bildet das Finale der WM und somit sind alle Vollzeit-Teilnehmer auch beim Klassiker an der Sarthe gesetzt. Das sind in der LMP1 die beiden Toyota, die beiden Ginetta und ein Rebellion. In der LMP2 die Oreca von United Autosports, Racing Team Nederland, High Class Racing, Signatech Alpine Elf, Jackie Chan DC Racing, Jota und Cool Racing sowie der Dallara von Cetilar Racing. In der GTE Pro jeweils zwei werksunterstützte Porsche, Aston Martin bzw. Ferrari - und in der GTE Am die Ferrari von AF Corse (2), Red River Sport, MR Racing, die Porsche vom Team Project 1 (2), Dempsey-Proton Racing (2) und Gulf Racing sowie die Aston Martin von Aston Martin Racing und TF Sport.

In der LMP1-Klasse wird sicherlich noch ein zweiter Rebellion R13 mit hinzu kommen. Dieses Fahrzeug hat bereits den Saisonauftakt in Silverstone bestritten und wird im April auch bei den 6h von Spa-Francorchamps auflaufen. Auch das ByKolles Racing Team hat noch einen LMP1 zuhause in der Garage stehen. Es stellt sich die Frage, ob der ENSO CLM genannte Bolide für Le Mans akzeptiert wird. Denn das Team aus Greding ist in der WEC-Saison 2019/20 noch nicht angetreten. Eine Berücksichtigung seitens des ACO könnte Neid und Ungunst bei Wettbewerbern aus anderen Klasse auslösen, die abgelehnt werden, obwohl sie beispielsweise in der ELMS in Vollzeit am Start stehen. Auf der anderen Seite, sollte der ACO für jeden LMP1 im Le-Mans-Feld froh sein.

In der GTE Pro werden zu den sechs Vollzeit-Entries aus der WEC auf jeden Fall noch die beiden Werks-Porsche aus der IMSA und die beiden Corvette C8.R stoßen. Darüber hinaus könnte auch der Ferrari von Risi Competizione wieder eingeladen werden. Das Team aus Texas hat den 488 GTE Evo zwar ebenfalls in keiner Serie in Vollzeit angemeldet, doch schon 2019 hinderte das den ACO nicht, Risi einzuladen. Somit dürfte das GTE-Pro-Feld aus elf Fahrzeugen bestehen.

In der LMP2-Klasse werden zu den WEC-Fahrzeugen sicherlich noch die Oreca von G-Drive Racing by Algarve, G-Drive Racing, IDEC Sport, Performance Tech Motorsports und der Ligier von Eurointernational kommen. Diese Teams habe sich über ihre Ergebnisse aus der Vorsaison eine Einladung eingefahren. Das Gleiche gilt auch für Rick Ware Racing, jedoch ist hier noch nicht ganz sicher, welches Chassis die Amerikaner verwenden werden. Erlebt hier vielleicht sogar der Riley/Multimatic Mk.30 sein Le Mans-Comeback? Unklar ist zudem auch, ob, Nielsen Racing seine in der Asian Le Mans Series gewonnene Einladung einlöst.

Darüber hinaus kann damit gerechnet werden, dass Richard Mille Racing Team starten darf. Richard Mille ist Chef der Endurance Kommission der FIA und der Oreca wird zudem auch von der Initiative 'Women In Motorsport' der FIA unterstützt. Weitere Teams die eine Einladung erhalten dürften, wären Duqueine Team, United Autosports, Graff, Panis Racing und natürlich auch Inter Europol Competition. Zudem strebt auch High Class Racing aus Dänemark einen zweiten Startplatz an.

In der GTE Am rücken durch eingefahrene Einladungen sicherlich ein weiterer Porsche von Dempsey-Proton Racing und die Ferrari von HubAuto Corsa, JMW Motorsport und Kessel Racing ins Feld. Gute Chancen haben darüber hinaus wohl auch AF Corse, Spirit of Race und das neue Team Iron Lynx, die allesamt in der ELMS unterwegs sind.

Außerdem wird es 2020 aller Voraussicht nach auch wieder einen Entry in der 'Garage 56' geben, der außer Konkurrenz in Le Mans antritt. Hier arbeitet der vierfach amputierte Frédéric Sausset gerade an einem Projekt mit einem LMP2-Fahrzeug.

Welche der genannten Spekulationen tatsächlich bei den 24h von Le Mans mit dabei sein werden, wird sich heute ab 18:00 Uhr herausstellen. Die Sportwagen-Welt kann die Enthüllung der Le-Mans-Liste schon gar nicht mehr abwarten.

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