David Beckmann: Bekannter durch Mick Schumacher

Von Otto Zuber
ADAC Formel 4
David Beckmann: «Bin drei Tage zu spät geboren»

David Beckmann: «Bin drei Tage zu spät geboren»

Formel-4-Rookie David Beckmann erzielte 2015 zehn Siege. Damit krönte sich der Jüngste im Formel-4-Feld zum Rookie-Meister. Im Interview blickt er noch einmal auf seine erfolgreiche erste Saison im Formelsport zurück.
David Beckmann, du bist der erste Rookie-Meister der neuen Formel 4. Was bedeutet dir dieser Erfolg?

Ich freue mich sehr über den Gesamtsieg in der Rookie-Meisterschaft. Das ist ein toller Erfolg für mich und auch mein Team Mücke Motorsport. Die Jungs haben über das Jahr hinweg super Arbeit geleistet und ich habe unheimlich viel Neues gelernt. Mein erster Sieg und insgesamt drei Podestplatzierungen beim Saisonfinale in Hockenheim waren ein grossartiger Abschluss. Es gab auch ein paar Tiefs während meiner ersten Saison im Formelsport, aber am Ende ist der Rookie-Titel der verdiente Lohn.

Dein Sieg ist umso spezieller, weil du nicht an allen Rennen teilgenommen hast...

Richtig. Beim Saisonauftakt in Oschersleben musste ich leider zuschauen, als alle anderen ihre ersten Rennen in der Formel 4 fuhren. Der Grund: Ich wurde – wenn man es so ausdrücken möchte – drei Tage zu spät geboren. Erst am Montag nach dem Rennwochenende habe ich meinen 15. Geburtstag gefeiert. Mit 14 Jahren war ich laut Reglement noch nicht startberechtigt. Die drei verpassten Rennen haben mich möglicherweise einige Punkte gekostet, ich musste also erst einmal aufholen.

Das ist dir bei deinem Auftakt zum zweiten Rennwochenende auf dem Red Bull Ring in Österreich auch gelungen...

Stimmt, in Spielberg hatte ich ein sehr starkes Wochenende. Dass ich auf Anhieb auf das Podium gefahren bin, war natürlich toll. Nachdem ich den Saisonauftakt verpasst hatte, wollte ich umso mehr Vollgas geben. Dass ich den Rookie-Titel am Ende als jüngster aller Fahrer im Startfeld gewonnen habe, macht mich schon stolz. Ehrlich gesagt, lag mein Fokus aber nicht auf der Rookie-Wertung. Ich habe versucht, in jedem Rennen an mein Limit zu gehen und möglichst keine Fehler zu machen. In der Meisterschaft bin ich Gesamtfünfter geworden. Das sehe ich auch als einen grossen Erfolg an.

Glaubst du, dass dir der Gewinn der Rookie-Meisterschaft weiterhelfen wird?

Das denke ich schon. Am Ende kann man wohl sagen, dass ich der erfolgreichste Formel-Neueinsteiger der Formel 4-Saison 2015 war. Das zeigt, dass ich über einen guten Grundspeed verfüge. Viele Sponsoren und Partner verfolgen die Formel 4 mit grossem Interesse und ich hoffe, dass ich einige nun überzeugen konnte, mich in Zukunft zu unterstützen.

War der Aufstieg vom Kart- in den Formelsport schwierig für dich?

Ich brauchte bei meinen ersten Testfahrten eine kleine Weile, um mich an das Formel-4-Auto zu gewöhnen. Der Formelsport ist eine andere Welt als die Zeit im Kart. Vom Fahren her lief es ab den ersten Metern auf der Strecke gut, vor dem Speed hatte ich aber schon Respekt. Nach zwei Tests fühlte ich mich pudelwohl im Formelauto und kam auch in den ersten Rennen gut zurecht. Die Kart-Schule war eine tolle Vorbereitung, um dann im Formelsport die Dinge zum richtigen Zeitpunkt abrufen zu können.

Als Deutscher Jugend-Kartmeister bist du mit einigen Vorschusslorbeeren in deine erste Formelsaison gestartet. Hast du das eher als Druck oder als Motivation empfunden?

Weder noch. Für mich war die Formel 4 eine komplett neue Situation. Was ich früher im Kartsport geleistet habe, war da nicht mehr wichtig. Sicherlich war mir bewusst, dass ich auch wegen der Kart-Zeiten mit Mick Schumacher vielleicht etwas bekannter war als andere Fahrer. Ich habe aber nicht zugelassen, dass man mir Druck von aussen macht. Zum Glück habe ich ein tolles Team um mich herum, das mich stets perfekt unterstützt hat. Das hat mir geholfen und dafür möchte ich mich bedanken.

Was hast du Spezielles in der Formel 4 gelernt?

Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, in allen Rennen die Zielflagge zu sehen. Es bringt nichts, ein überhöhtes Risiko zu gehen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Kollision, und damit ist keinem geholfen. Durchkommen, ankommen und konstant punkten lautet das Motto. Wenn der Speed passt, kannst du auch angreifen und um die vorderen Plätze kämpfen. Man sollte grossen Respekt vor der Formel 4 haben, die Leistungsdichte ist einfach enorm hoch.

Und wie geht es nächstes Jahr bei dir weiter?

Mein Traum wäre die Formel-3-Europameisterschaft, weil ich mich in jedem Jahr weiter steigern möchte. Wenn ich noch eine weitere Saison in der Formel 4 fahre, wäre das auch gut. Ich bin ja noch ziemlich jung. Dann wäre mein Ziel, 2016 um die Meisterschaft mitzufahren. Auch in der Formel 4 kann ich noch sehr viel lernen, ich stehe ja noch am Beginn meiner Formelkarriere. Über den Winter schauen wir, wie es weitergeht.

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