Mika Häkkinen: «Lewis Hamilton hat viel gelernt»

Von Otto Zuber
Formel 1
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

Mika Häkkinen weiss, wie viel Können es erfordert, um bei schwierigen Bedingungen auf der Strecke zu bleiben. Entsprechend beeindruckt ist der GP-Veteran von Lewis Hamiltons Leistung in Istanbul.

Das Rennen in der Türkei, in dem Lewis Hamilton vom sechsten Startplatz aus einen beachtlichen Sieg und seinen siebten Titel einfahren konnte, war selbst für die besten Fahrer der Welt ein wahrer Prüfstein. Die aalglatte Strecke, die tiefen Temperaturen und die Nässe sorgten für viele Fahrfehler und einen Überraschungssieger.

Denn auch wenn der Mercedes-Star in den letzten Jahren öfter als jeder andere GP-Pilot auf dem höchsten Podesttreppchen stand, war der Sieg des 35-Jährigen nicht abzusehen. Am Trainingsfreitag tat er sich noch auf trockener Piste schwer und am Samstag fehlten ihm fast 4,8 Sekunden auf die Pole-Zeit von Lance Stroll. Auch in der ersten Rennrunde erlaubte er sich in der neunten Kurve einen Ausritt, der Zeit kostete. Trotzdem schaffte er es, nach 58 Rennrunden mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Sergio Pérez als Erster ins Ziel.

GP-Veteran Mika Häkkinen ist voll des Lobes für die Leistung des siebenfachen Champions. Der Finne schreibt in seiner Unibet-Kolumne: «Solche Rennen sind nie einfach, wie so viele Fahrer erfahren durften. Die Reifentemperatur ist immer wichtig, speziell aber, wenn du versuchst, die Regenreifen und Intermediates auf einer Strecke zum Arbeiten zu bringen, die erst nass ist, dann abtrocknet und voller Pfützen und nasser Randsteine ist. Ein Formel-1-Auto unter diesen Bedingungen unter Kontrolle zu halten, ist selbst für die talentiertesten und erfahrensten Piloten eine Herausforderung.»

Hamilton hatte das richtige Auto, um bei diesen schwierigen Bedingungen zu glänzen, weiss auch Häkkinen. «Der Mercedes war das bessere Rennauto als der Racing Point, der im Qualifying das Mass aller Dinge war. Doch Lewis’ Auto brauchte rund fünf Rennrunden, um die Reifen ins Arbeitsfenster zu bringen. Sein Fortschritt war genau so, wie er in einem solchen GP sein muss. Er fuhr konstant und verstand immer besser, welche Linienwahl er bei den ständig ändernden Bedingungen wählen musste. Es drehte sich alles darum, Vertrauen ins Auto und in sich selbst aufzubauen.»

«Gegen Rennende sahen die Intermediates von Lewis mehr wie Slicks aus, trotzdem entschied er sich gegen den Vorschlag des Teams, in letzter Minute noch einen Boxenstopp einzulegen. Und das zeigt, wie viel er über die Jahre gelernt hat. Er wusste, wozu das Auto auf diesen stark abgefahrenen Gummis fähig war und er hatte das Vertrauen, um in diesen Bedingungen weiter Gas zu geben und ins Ziel zu kommen. Ein Stopp wäre ein Risiko gewesen, er hätte ihn aus dem Rhythmus geworfen, ausserdem lag er weit vor der Konkurrenz», weiss der 52-Jährige.

«Das Vertrauen ist in dieser Situation das Wichtigste, wenn das Bremsen wichtig ist, um die Reifen aufzuheizen, du aber gleichzeitig nicht zu stark in die Eisen steigen darfst, weil sonst die Räder blockieren. Die Performance von Lewis war in vielerlei Hinsicht eine Erinnerung daran, warum er zum besten Fahrer dieser Ära avancierte. Auch war sie die richtige Art und Weise, um den Rekord von Michael Schumacher einzustellen», lobt Häkkinen den 94-fachen GP-Sieger.

Türkei-GP, Istanbul

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:42:19,313 h
2. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +31,633 sec
3. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +31,960
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +33,858
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +34,363
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +44,873
7. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +46,484
8. Lando Norris (GB), McLaren, +1:01,259 min
9. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1:12,353
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1:35,460
11. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Kevin Magnussen (DK), Haas, Aufgabe
Romain Grosjean (F), Haas, Schäden nach Kollision mit Latifi
Nicholas Latifi (CDN), Williams, Schäden nach Kollision mit Grosjean
Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, Getriebedefekt

WM-Stand nach 14 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 307 Punkte
2. Bottas 197
3. Verstappen 170
4. Pérez 100
5. Leclerc 97
6. Ricciardo 96
7. Sainz 75
8. Norris 74
9. Albon 70
10. Gasly 63
11. Stroll 59
12. Ocon 40
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 504
2. Red Bull Racing 240
3. Racing Point 154
4. McLaren 149
5. Renault 136
6. Ferrari 130
7. AlphaTauri 89
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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