Gary Hartstein zu Fernando Alonso: Nichts verdächtig?

Von Mathias Brunner
Professor Gary Hartstein

Professor Gary Hartstein

Ex Formel-1-Rennarzt Professor Gary Hartstein über den Rennverzicht von Fernando Alonso in Australien: «Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gross, dass er in Malaysia zurück ist. Aber was, wenn nicht?»

Fernando Alonso beim Saisonstart in Australien nicht dabei, die Meldung ging in Sekunden um die Welt. Seither wird auch unter den Fans heftig diskutiert über die Gefahren des «Second Impact Syndroms» (mehr dazu finden Sie HIER). Aber was meint ein Fachmann wie der frühere Formel-1-Chefarzt Prof. Gary Hartstein dazu?

In seinem Blog schreibt der US-Amerikaner: «Egal, wie man es dreht und wendet – die Entscheidung von Fernando, in Australien nicht zu fahren, sie zeugt von Intelligenz, von Reife, vom Verständnis für das grosse Bild.»

«So wie ich das sehe, leidet er an den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung. Auch wenn wir einige merkwürdige Dinge erzählt bekommen haben, so habe ich keine Zweifel an dieser Verletzung: ein Schlag auf den Kopf, ein angeblicher Bewusstseinsverlust, ein angeblicher Gedächtnisverlust, und zwar was Ereignisse vor dem Trauma betrifft.»

«Sorgen macht man sich als Arzt an diesem Punkt aus zwei Gründen: Wir haben einen Fahrer, dessen Hirn am Lenkrad nicht optimal arbeitete, und wir fürchten das «Second Impact Syndrome». Daher ist es ganz wichtig, dass alle Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung, ob offensichtlich oder nicht, komplett verschwunden sind, bevor man seinen Sport wieder aufnimmt.»

«Wir müssen dabei auch beachten, dass die Beziehung zwischen Aufprall und der Schwere der Gehirnerschütterung völlig unterschiedlich sein kann. Jeder Notfallarzt kann es bezeugen – es gibt Patienten, die einen überaus heftigen Schlag auf den Kopf bekommen haben, aber sie wirken nur milde erschüttert. Andere haben nur einen Tuscher bekommen und sind komplett weggetreten. Das würde erklären, wieso die Ärzte bei Fernando eine so lange Pause empfehlen, obschon der Aufprall nicht besonders hart gewesen ist.»

«Die zweite Beziehung, die bei jedem Patienten wieder anders ist: die Phase der Erholung. Auch die kann sehr unterschiedlich sein.»
«Ich schliesse aus all dem – ich sehe hier nichts Verdächtiges, noch nichts. Was die Statstik in solchen Fällen angeht, so gibt es eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass Alonso in Malaysia am Start sein wird und alles gut geht.»

«Aber was, wenn nicht? Sollte Alonso auch in Malaysia nicht fahren können, so gehe ich davon aus, dass wir bis dann mehr Informationen erhalten haben.»

«Schliesslich möchte ich anfügen: ich bin extrem stolz auf diesen Sport. Das ist eine reife Entscheidung, sie zeigt, dass hier Prioritäten richtig gesetzt werden. Sie zeigt auch, dass sich das Sicherheitsdenken in Sachen Kopfverletzungen in der Formel 1 durchgesetzt hat, und das ist ein wundervolles Erbe von Professor Sid Watkins.»

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