Indian holt sich BMW-Designchef ins Haus

Von Rolf Lüthi
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Ola Stenegard, Leiter der Designabteilung bei BMW Motorrad in den vergangenen 15 Jahren, wechselt zu Indian. Die Strategie ist klar: Ausweitung des Kundensegments.

Was Stenegard bei BMW geschafft hat, soll er nun auch bei Indian bewirken: Ein breiteres Fahrersegment für die Marke begeistern. Als Stenegard 2003 zu BMW kam, war BMW eine klar positionierte Marke: Man mochte die eigenwillig gestalteten Motorräder, oder man mochte sie eben nicht. Es gab kein Supersport-Motorrad im Modellprogramm, und generell scheute man sich, leistungsstarke Motorräder zu bauen.

Unter Stenegards Leitung schaffte es die BMW-Designabteilung, ein massentauglicheres Design einzuführen, ohne dass die Motorräder deshalb beliebig wirkten. In einem zweiten Schritt wurde BMW gar zum Design-Vorreiter: Die R 1200 GS ist eine unantastbare Ikone, die S 1000 RR wurde die Referenz der Supersportler, und die R nineT definierte Retro-Design neu.

«Stenegard war sehr erfolgreich dabei, bestehenden Marken neue Motorradsegmente zu erschliessen und so eine grössere Bandbreite an Fahrern anzusprechen. Das ist genau die Strategie, die Indian in den kommenden Jahren verfolgen wird», kündigte Indian-Präsident Steve Menneto an. «Designer mit der Erfahrung und dem Leistungsausweis von Stenegard sind schwer zu finden und wir sind sehr erfreut, ihn bei uns an Bord zu haben, da wir in einer so wichtigen Phase unserer Entwicklungsgeschichte sind.»

Während seiner beruflichen Karriere arbeitete Stenegard bereits einmal bei Indian, von 2001 bis 03. Das war, bevor der Polaris-Konzern die Marke übernahm. Stenegards Liebe zu amerikanischen Motorrädern reicht weiter zurück. Während seiner Kindheit in Schweden wurde er massgebend beeinflusst von seinem älteren Bruder, der Chopper und Hot Rods fuhr. Mit sieben Jahren konnte Stenegard bereits schweissen und er modifizierte Fahrräder und Mofas. Mit 15 nahm er erstmals an einer Motorradshow in Stockholm teil – und gewann den ersten Preis mit einem Mofa, das er im Stil von Arlen Ness zu einem Chopper umgebaut hatte.

In den folgenden Jahren schraubte und baute er immer an eigenen Motorrädern. Er baute Motorräder in jeden denkbaren Stil, von Café Racer bis zum Dirt Tracker, doch meist baute er amerikanische Motorräder im klassischen Chopper-Stil. «Es ist aufregend, zu dieser historischen Marke zu stossen in einem Moment, in dem sie wieder auferstanden ist und zunehmend Schwung aufnimmt», sagt Stenegard.

Was er als erstes anpackt bei Indian, wird sich zeigen. Wer als sportlicher Motorradfahrer je über seinen Schatten sprang und eine 1200er Indian Scout fuhr, der nervte sich zwar ob mangelnder Schräglagenfreiheit, konnte sich jedoch auf kurviger Landstrasse erwärmen für den kraftvollen V2 mit schönem Dampf aus tiefer Drehzahl.

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