SM Cossonay: Kevin Auberson holt den MX2-Titel

Von René Streuli
Motocross-SM
MX2-Meister Auberson (schwarze Jacke), links von ihm Killian

MX2-Meister Auberson (schwarze Jacke), links von ihm Killian

Kevin Auberson holt sich im tiefen Schlamm von Cossonay seinen ersten Meistertitel. Für seinen Gegenspieler Cyrill Scheiwiller spielte der Wettergott

Ausgerechnet beim Saisonfinale meinte es der Wettergott nicht gut mit den Motocross-Piloten; unmittelbar vor und während des Weekends regnete es nahezu endlos, was das ganze Rennprogramm über den Haufen schmiss. Eine technisch sehr anspruchsvolle Strecke, die den Fahrern alles abverlangte, veränderte sich in ein wahres Schlammbad, was die ganze Angelegenheit noch zusätzlich erschwerte.

Bereits im «Quali» zeigten die teils grossen Zeitabstände zwischen den einzelnen Fahrern, dass es kaum möglich war, eine normale Runde hinzulegen. Allein die riesige Zeit-Differenz von knapp viereinhalb Sekunden zwischen dem Schnellsten Killian Auberson und Cyrill Scheiwiller als Zweitem zegite, dass das Ganze eher grenzwertig war und dass dies zu sehr grossen Teilen dem Streckenzustand geschuldet ist.

In der Folge verständigte man sich in einer kurzfristig einberufenen Fahrerbesprechung, nur einen Rennlauf zu fahren, was einigen Fahrern wohl etwas in die Karten spielte, andere jedoch eher weniger erfreute.

Cyrill Scheiwiller dürfte sicherlich einer derjenigen gewesen sein, dem dieser Entscheid eher weniger zugesagt haben dürfte, da er mit einem Rückstand von 14 Punkten auf Kevin Auberson nach Cossonay reiste. Dass er zudem noch erkrankt antreten musste, vereinfachte die Aufgabe des Yamaha-Piloten ebenso wenig, wie das auf ein Rennen gekürzte Tagesprogramm.

Doch dies alles dürfte den Trainingsschnellsten Killian Auberson eher weniger gekümmert haben, als er sein Bike ans Startgatter rollte. Als Zweiter folgte Scheiwiller, vor dem gegen Saisonende immer stärker und umso überzeugender auftretenden Loris Freidig.

Es folgten David Schoch, Enzo Steffen und der wiedergenesene Nico Jucker, während Meisterschafts-Leader Kevin Auberson mit Quali-Rang 10 eher mässig in den Tag startete.

Besser tat dies sein Bruder Killian, der am besten ins Rennen fand, sich sogleich absetzte und einen nie gefährdeten Sieg einfuhr. Eigentlich nichts Aussergewöhnliches, wenn man mal von der Tatsache absieht, dass er dem gesamten Fahrerfeld mindestens eine Runde abknöpfte!

Als Zweiter kam auch Scheiwiller gut aus den Startlöchern, womit er seine kleine Titel-Chance bis Rennmitte wahren konnte. Hinter ihm folgte mit Alessandro Contessi einer der Saison-Entdeckungen, gefolgt von Steven Champal, Médéric Demeuré und Kevin Auberson. Loris Freidig folgte nach einem missglückten Start erst im Mittelfeld.

Bis Rennmitte kämpften sich Leader Auberson und Freidig jedoch kontinuierlich nach vorne, derweil Scheiwiller seine minimen Titel-Chancen im Schlamm versinken sah. Denn bei Rennhälfte blieb der bis anhin immer auf zwei fahrende Toggenburger im tiefen Morast stecken. Da er sein Bike nur sehr schwer und mit grossem Zeitverlust wieder zum Laufen brachte, viel er definitiv aus der Titelentscheidung. Somit war der Weg frei für Red-Plate-Besitzer Kevin Auberson, denn mit Platz drei liess der immer freundliche Romand nichts mehr anbrennen. Sehr guter Zweiter wurde Contessi, derweil der Meisterschafts-Dritte Enzo Steffen seine Honda noch hinter Steven Champal als solider Fünfter ins Ziel schleppte.

Aufgrund einer über die gesamte Saison konstant starken und kaum Schwäche zeigenden Performance, liess sich Kevin Auberson am frühen Abend zu Recht als MX2-Schweizermeister feiern. Es ist sein 2. Titel, nachdem er 2003 den Titel in der Klasse Mini 85 ccm gewann...!

Vize-Meister wurde Cyrill Scheiwiller, der insbesondere in den letzten beiden Runden vom Wettkampf-Glück verlassen wurde und dadurch sozusagen auf der Ziellinie noch abgefangen wurde. Als sehr guter Gesamtdritter darf sich auch Enzo Steffen zu Recht feiern lassen.

Tagessieger Killian Auberson: «Ich denke heute ist mir zugutegekommen, dass ich als kleiner Junge sehr viel und oft unter solchen Bedingungen trainiert habe. Deshalb ist mir ein gutes Rennen gelungen, wenngleich ich diese Verhältnisse nicht unbedingt gerne mag. Natürlich ist es schade, dass ich die ersten Saisonrennen verpasst habe. Trotzdem kann ich mit meiner Saison zufrieden sein, zumal ich trotz der verpassten Rennen mit nur 7 Punkten Rückstand auf Contessi Gesamt-Fünfter wurde. Im Winter werde ich wieder in die Staaten gehen, um die SX-Saison zu fahren - allerdings ist noch offen, ob wieder im selben US-Suzuki-Team wie zuletzt, oder mit meiner KTM. So wie es im Moment aussieht, werde ich das ganze Jahr drüben bleiben, da ich die gesamte SX-Saison und anschliessend die US-Outdoor-Saison bestreiten will.»

Schweizermeister Kevin Auberson: «Heute war es mental sehr sehr schwierig, denn bei diesen äusseren Bedingungen war alles möglich. Der Regen, die Strecke haben uns sicherlich alles abverlangt. Ich bin sehr gut ins Rennen gekommen, habe stets versucht ruhig und sauber zu fahren. Bei Rennhälfte hatte ich dann plötzlich Probleme mit der Kupplung. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich Platz drei doch noch heimbringen konnte, was mir zum Titel reichte - ich bin sehr glücklich. Ich hatte heute viel weniger Druck als letzte Woche in Malters, da mein Vater die Strecke hier gebaut hat - dies gab mir ein gutes Gefühl. Hinzukam die Tatsache, dass sehr viele Freunde hier waren, was mich zusätzlich motovierte. Alles in Allem war es eine verrückte Saison, immer äusserst spannend, weil Cyrill und ich das ganze Jahr über immer nur durch ganz wenige Punkte getrennt waren. Ich glaube, dass ich am Schluss mental etwas frischer war als Cyrill. Auch glaube ich, dass ich vom Speed her gegenüber ihm etwas Vorteile hatte, Cyrill hingegen ist konditionell sicher etwas stärker als ich. Ich glaube zudem, dass er in seiner letzten MX2-Saison mehr Druck hatte, den Titel zu holen, derweil für mich der Titel nie das eigentliche Ziel war. Ich wollte einfach immer die Rennen geniessen, Spass haben und die Resultate so nehmen, wie sie eben fallen - vielleicht hat auch das die Titelentscheidung mit beeinflusst.»

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