Die Ruhe vor dem Sturm
Nigel Lamb gönnt sich auch zu Weihnachten keine Pause.
«Das technische Reglement für die Saison 2010 wurde neu geschrieben. Die Teams haben es auf ihre Weise interpretiert. Kein Zweifel, jetzt ist in den verschiedenen Hangars rund um den Globus jede Menge los. Nach Aussen hin scheint es natürlich nicht so. Es wird geschwiegen. Ich denke, dass jedes Team einen soliden Plan aufgestellt hat, um ins erste Rennen mit einer konkurrenzfähigen Maschine zu starten. Wir haben diesen Plan jedenfalls, aber er basiert momentan auf einer Theorie.
Theoretische Pläne sind easy, praktische nicht wirklich. Ganz wie in der Formel 1, jagen wir hier im Air Race alle nach Millisekunden. Mit dem Unterschied, dass die Formel-1-Teams gewaltige Ressourcen haben, dazu zählen auch Windtunnel, die ihnen sieben Tage die Woche, rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Bereits die Hälfte unseres Fliegers hat eine Flügelspannweite von vier Metern. Ein Windtunnel ist keine Option. Das heisst, dass eben vieles Theorie bleibt, eine Computer- und Daumenlutsch-Theorie.
Gut, die meisten offensichtlichen Verbesserungen wurden bereits gemacht. Das heisst, dass in der kommenden Saison alle Flieger das Mindestgewicht von 540 kg haben, oder zumindest in der Nähe sein werden. Also konzentriert sich momentan wohl jeder auf die Power und macht kleine, aerodynamische Verbesserungen. Unser Team arbeitet an allem, an verschiedenen Möglichkeiten. Es ist immer gut, Optionen zu haben. Das Ganze ist ein Mann/Maschine-Paket und auch wenn Weihnachten naht, man muss sich der Schinderei beugen.»