Red Bull Air Race: Keine Fortsetzung nach Saison 2019

Von Günther Wiesinger
Air Race
Erich Wolf mit Hoheit Aref Hamad Al Awani in Abu Dhabi 2019

Erich Wolf mit Hoheit Aref Hamad Al Awani in Abu Dhabi 2019

Die seit 2003 existierenden Red Bull Air Race-Wettkämpfe werden nach der Saison 2019 nicht mehr ausgetragen. Das weltweite Interesse an der Kunstflieger-WM war zu gering.

Die Red Bull Air Race Weltmeisterschhaft wird nach dieser Saison nicht fortgeführt. Dieses Announcement gab heute der Air-Race-Geschäftsführer Erich Wolf bekannt. Die verbleibenden Wettkämpfe werden also in Kazan/Russland (15./16. Juni); Plattensee/Ungarn (13./14. Juli) und Chiba/Japan (7./8. September) ausgetragen.

Insgesamt haben seit 2003 weltweit mehr als 90 Air-Race-Wettkämpfe stattgefunden. Die aussergewöhnlichsten Kunstflieger der Welt hatten bei diesen Wettbewerben die Gelegenheit, sich bei hohen Geschwindigkeiten und geringen Flughöhen zu messen. Die Red Bull Air Races lockten mit ihrem spektakulären Manövern Millionen von Fans an, aber das Interesse der Medien und Öffentlichkeit ließ von Anfang an zu wünschen übrig, obwohl mit dem im September 2016 bei einem Helikopterabsturz tödlich verunglückten Österreicher Hannes Arch (Titelgewinn 2008) und dem Deutschen Matthias Dolderer (2016) auch zwei deutschsprachige Piloten an der Weltspitze mitmischten und zwei WM-Titel gewannen.

General Manager Erich Wolf bedankte sich jetzt bei allen Red Bull Mitarbeitern, bei den Piloten, den Teams und den Gastgeber-Städten für die vielen erfreulichen und erinnerungswürdigen Air Race-Events.

Die Red Bull Air Race GmbH begann mit den Wettkämpfen 2003, damals galt die Meisterschaft noch als «World Series», 2008 bekam sie erstmals den WM-Status. Die Piloten navigieren ihre Flugzeuge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 370 km/h nur wenige Meter über dem Boden durch einen Parcours, der aus 25 Meter hohen aufgeblasenen Pylonen besteht. Die einmotorigen Propellermaschinen leisten etwa 260 kW (350 PS) und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h. Die in engen Kurven auftretenden Beschleunigungskräfte von 10 bis sehr kurzzeitig 12 g erfordern von den Piloten neben hoher Konzentration und fliegerischer Präzision auch eine hohe körperliche Belastbarkeit.

Nach einem glimpflich verlaufenen Unfall in Perth/Australien wurde die Air Race-WM nach der Saison 2010 für drei Jahre ausgesetzt. Es wurden neue Locations gesucht und die Cockpits der Flugzeuge sicherer gemacht. Seit 2014 fand die Red Bull Air Race-WM wieder statt.

Es wurde dann versucht, mehr Wettkämpfe in den Air Race-Kalender zu bringen, bei denen Eintrittskarten verkauft werden können (wie zum Beispiel Eurospeedway Lausitz) oder einen Teil der Kosten durch Austragungsgebühren der Veranstalter einzuspielen, aber die Anzahl der Events pro Saison blieb überschaubar. Dazu kam: Die Verhandlungen für die Genehmigungen von Luftraum-Nutzungen in den jeweiligen Ländern und bei den zuständigen Behörden erwiesen sich oft als beschwerlich und langwierig.



 
   
   
   
   
   

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