Air Race

Hannes Arch vor Absturz gesund, Unfallursache unklar

Von - 11.09.2016 08:57

​Mit nur 48 Jahren ist der österreichische Kunstflugpilot Hannes Arch am späten Donnerstagabend mit seinem Hubschrauber abgestürzt und ums Leben gekommen. Die Obduktion zeigt: Der Steirer war kerngesund.

Diese Nachricht hat am Freitag viele Menschen erschüttert – der erfolgreiche Red-Bull-Air-Race-Pilot Hannes Arch ist tot. Der 48jährige Steirer, begeisterter Basejumper und Bergsteiger, hatte am Donnerstagabend den Unglücks-Hubschrauber selbst geflogen, um Almhütten im hochalpinen Gelände mit Lebensmitteln zu versorgen.

Ewald Dorner von der Polizei-Inspektion Heiligenblut sagte gegenüber krone.at: «Es war ein angemeldeter Nachtsichtflug, das Wetter war gut. Unter solchen Umständen ist ein Flug eigentlich kein Problem.» Aber kurze Zeit nach dem Start zurück Richtung Salzburg zerschellte der Hubschrauber an einer Felswand auf rund 2400 Metern Seehöhe oberhalb der Elberfelderhütte und blieb in einer sehr steilen Felsrinne liegen.

Die alarmierte Bergrettung konnte nach dem dreistündigen Aufstieg durch unwegsames Gelände an der Unfallstelle nur noch den Tod von Hannes Arch feststellen. Ein 62jähriger deutscher Hüttenwart, der sich spontan dazu entschlossen hatte, Arch auf dem Rückflug zu begleiten, hat den Absturz überlebt, war sogar die ganze Zeit über bei Bewusstsein.

Harald Rader senior, Einsatzleiter der Bergrettung Heiligenblut: «Es ist ein wahres Wunder, dass er den Absturz überlebt hat. Er war im Wrack eingeklemmt, stundenlang musste er neben der Leiche von Hannes Arch ausharren und auf Rettung hoffen. Er konnte den Polizeihubschrauber wahrnehmen, der die Unglücksstelle lokalisierte. Gegen 4.30 Uhr wurde das Opfer geborgen, drei Notärzte haben den Mann stabilisiert. Um 5.30 Uhr konnte er mittels Heli-Seilbergung ins Klinikum Klagenfurt geflogen werden.»

«Der Mann aus Wuppertal wurde befragt, konnte aber keine Angaben machen, wieso es zum Absturz kam», sagt Johann Reiter vom Landeskriminalamt Kärnten gegenüber orf.at. Die Unfallursache bleibt daher ein Rätsel.

Die Obduktion von Hannes Arch hat ergeben – der Kunstflieger war kerngesund. Das toxikologische Gutachten steht noch aus. Der Leichnam ist freigegeben, die Beisetzung wird im engsten Familienkreis stattfinden.

Polizeisprecher Michael Masaniger: «Die Wrackteile wurden am Samstag geborgen und werden weiterhin untersucht.» Die Überreste der Maschine vom Typ Robinson R66 weden nach Wien gebracht.

Bislang gibt es nur zwei Vermutungen: Entweder der Hubschrauber stürzte wegen eines technischen Defekts ab, oder es handelte sich um einen Pilotenfehler. Mitglieder der Rettungsmannschaft sprachen von einer klaren, aber stockdunklen Nacht – ohne Mondlicht zwischen den hohen Bergen.

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