Trauer um Chris Pfeiffer: Warme Worte großer Männer

Von Carsten Steffen
Als Stuntfahrer wurde Chris Pfeiffer unter Motorradfans weltbekannt, er feierte aber auch große Erfolge im Hard-Enduro und gewann viermal am Erzberg. Einige Wegbegleiter erinnern sich.

Am 26. März wurde Chris Pfeiffer in Trauchgau, einem Ortsteil von Halblech, beerdigt. Gut 500 Trauergäste erwiesen dem beliebten Allgäuer die letzte Ehre; noch immer sind viele Menschen erschüttert ob seiner Entscheidung, aus dem Leben zu treten.

«Das sind verheerende Nachrichten, er war ein guter Typ und so unglaublich talentiert», erzählte David Knight, dreifacher Enduro-Weltmeister und zweifacher Erzbergrodeo-Gewinner. «Das ist wirklich traurig. Dieser Lebensstil kann sehr hart sein. Als ich 2005 zum ersten Mal auf den Erzberg kam, war Chris der Mann, den es zu schlagen galt. Er kam wie ich vom Trialsport, so lernte ich ihn kennen. Er wurde dann ein unglaublicher Stuntfahrer, der Dinge tat, die selbst mich umgehauen haben. Im Laufe der Jahre habe ich ihn hin und wieder bei verschiedenen Veranstaltungen gesehen und mich mit ihm gut unterhalten. Es ist unfassbar traurig und meine Gedanken sind bei seiner Frau, seinen Kindern und seiner Familie.»

«Es ist sehr traurig, eine weitere Legende des Sports so früh zu verlieren», sagte Darryl Curtis, der zweimal die «Roof of Africa» gewann und die Rallye Dakar bestritt, gegenüber SPEEDWEEK.com. «Den Respekt hat er sich durch sein rohes Talent verdient, ein Motorrad auf einem solchen Niveau zu beherrschen, das nur wenige erreichen. Weltmeister und mehrfacher Erzberg-Sieger – Ruhe in Frieden, Chris. Und danke, dass du mich in meinen Erzberg-Jahren so inspiriert hast.»

Die österreichische Offroad-Legende Heinz Kinigadner, selbst zweifacher Motocross-Weltmeister, erinnerte sich: «Erstmals gesehen habe ich Chris beim Erzbergrodeo – in den Jahren war er der Star dort. Aber richtig kennengelernt haben wir ihn bei unseren «Wings for Life»-Veranstaltungen, für die er immer gerne zur Verfügung stand und die er sehr stark unterstützt hat. Die Shows bei uns waren die Attraktion – auch uns gestandenen Motorradfahrern und Insidern hat es den Atem verschlagen. Chris hat die Grenzen des Möglichen immer wieder überschritten. Er ist ein ganz Großer unserer Szene, der sich nun verabschiedet hat.»

«Mein Wahlspruch ‚Wer zurückschaut verliert’ lässt sich bei Chris Pfeiffer nicht anwenden», bemerkte Karl Katoch, der Mastermind hinter dem Erzbergrodeo. «Ich habe Chris als Noname beim Erzbergrodeo kennengelernt, behalte ihn aber als Berühmtheit in Erinnerung. Ich habe ihn als Top-Motorsportler schätzen gelernt und werde mich an ihn als liebenswerten Freund für immer erinnern.»

René Esterbauer, Head of GASGAS Global Marketing, ergänzte: «Der Verlust eines Fahrers, der einen so positiven Beitrag zum Motorradsport und zur Förderung des Motorradsports im Allgemeinen geleistet hat, ist immer sehr schwer zu verkraften. Es ist ein sehr trauriger Verlust eines großen Motorradpioniers mit einer großen Persönlichkeit. Durch seine vier Erzbergrodeo-Siege hat Chris viel zu den früheren Jahren von GASGAS beigetragen, aber das verblasst im Vergleich zu seinem Gesamteinfluss, seinem Engagement und seinem Einsatz für alles, was er auf zwei Rädern tat. Alle bei GASGAS sprechen der Familie und den Freunden von Chris ihr tiefstes Mitgefühl aus.»

«Chris war ein wahrer Gentleman, der immer lächelte und bereit war, jedem zu helfen, der bei uns dabei war», hielt Alfie Cox fest, der erste Gewinner am Erzberg. «Er war ein Mann unter Männern und vor allem ein Freund, der uns sehr fehlen wird.»


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