Bundesliga: Reglement brach Brokstedt das Genick

Von Peter Fuchs
Speedway-Bundesliga
Joonas Kylmäkorpi (vorne) war bester Brokstedter

Joonas Kylmäkorpi (vorne) war bester Brokstedter

Sportlich gewann der MSC Brokstedt in der Speedway-Bundesliga sein Heimrennen gegen den AC Landshut. Doch 13 eingefahrene Punkte wurden nicht anerkannt.

Die Verantwortlichen des MSC Brokstedt mussten eine ganz bittere Pille schlucken: In der Speedway-Bundesliga hätte das Team um Managerin Sabrina Harms mit einem Heimsieg gegen den Deutschen Meister AC Landshut die letzte Chance auf das Erreichen der Bundesliga-Finalläufe wahren können. Entsprechend liefen die Vorbereitungen.

«Wir hatten eine sehr starke Mannschaft nominiert, die sicherlich alles daran gesetzt hätte den Devils aus Landshut Paroli zu bieten», so Pressesprecher Michael Schubert. Was dann jedoch im Vorfeld des Rennens geschah, war in dieser Form Neuland in der 30-jährigen Geschichte des MSC Brokstedt. «Am Abend vor dem Rennen auf dem Holsteinring ereilte uns eine Hiobsbotschaft, die schnelles Handeln sowie eine entsprechende Entscheidung verlangte.»

Brokstedt gingen die Fahrer aus

Am Tag vor dem Rennen in Brokstedt stand das Speedway-WM-Race-off im dänischen Esbjerg an. Mit dabei die Brokstedter Kadermitglieder Tobias Kroner, Kevin Wölbert und Timo Lahti, die eigentlich im Rennen gegen Landshut zum Einsatz kommen sollten. Unwetterartige Regenfälle in Dänemark sorgten für einen Rennabbruch nach drei Läufen und einen Nachholtermin am Folgetag.

Durch die Tatsache, dass es sich bei dem Rennen in Esbjerg um einen höher eingestuften Prädikatslauf handelte als das Bundesliga-Rennen in Brokstedt, mussten die drei «Wikinger» auf Kosten der Bundesligateilnahme ihren Verpflichtungen nachkommen. Schubert: «Zu Gunsten der sportlichen Qualität mussten wir handeln und kurzfristig drei Fahrer für das Rennen gegen Landshut verpflichten.»

Eine Absage des Rennens kam für die Macher in Brokstedt nicht in Frage, hätte diese doch ein finanzielles Fiasko für den Verein nach sich gezogen. Mit Jonas B. Andersen, Nikolaj B. Jakobsen und Anders Thompsen konnte Brokstedt kurzfristig drei dänische Nachwuchsfahrer verpflichten, die im Rennen gegen Landshut zum Einsatz kamen.

Fristgerechte Nachmeldung war unmöglich

«Am Ende war dieses Rennen von der Qualität eines der besten Speedway-Rennen, die wir seit Jahren auf dem Holsteinring bieten konnten», so Schubert. In der Tat lieferten sich beide Teams ein spannendes Duell auf sehr hohem Niveau. Am Ende stand ein sportlicher 43:41-Sieg für Brokstedt zu Buche, der aber keine Anerkennung fand.

«Die offizielle Wertung lautet 41:30 für Landshut», so Schubert, der mit der gezeigten Leistung der Mannschaft hoch zufrieden war. «Aufgrund der Tatsache, dass wir Andersen und Thompsen nicht fristgerecht melden konnten, wurden deren eingefahrene Punkte ersatzlos gestrichen.»

Machbar wäre eine Meldung nicht mehr gewesen, lief die Nachmeldefrist doch bereits am Donnerstag vor dem Rennen ab. Lediglich Nikolaj B. Jakobsen stand vor Saisonbeginn auf dem Meldebogen des MSC Brokstedt. Schubert: «Mit einer Absage des Rennens in Esbjerg hat niemand gerechnet. Zudem konnten wir auch nicht unseren Clubfahrer Danny Maaßen einsetzen, da dieser zeitgleich für die deutsche U21-Nationalmannschaft im Einsatz war.»

So kam es letztlich zu einer sportlichen Entscheidung am grünen Tisch zu Gunsten des AC Landshut. Sportlich fair indes das Verhalten der Gäste aus Landshut. So ergriff Martin Smolinski, mit 18 gefahrenen Punkten der überragende Akteur des Rennens, im Zuge der Siegerehrung das Mikrofon und verkündete, dass der MSC Brokstedt der wahre Sieger des Rennens sei: «Wir haben definitiv sportlich verloren weil Brokstedt mehr Punkte eingefahren hat!»

Ergebnisse Speedway-Bundesliga Brokstedt/D:

In Klammer die gewerteten Punkte

MSC Brokstedt 43 (30)
Joonas Kylmäkorpi 12
Jonas B. Andersen 8 (0)
Nikolaj B. Jakobsen 13
Matthias Kröger 5
Anders Thompsen 5 (0)

AC Landshut 41
Martin Smolinski 18
Renat Gafurov 6
Mikkel Michelsen 7
Krystian Pieszczek 5
Marcel Helfer 5

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