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MV Agusta in der Supersport-WM: Wie’s 2021 weitergeht
Ende September erhielt Supersport-Teamchef Andrea Quadranti von MV Agusta die Kündigung, der Schweizer soll nicht mehr länger das Werksteam Reparto Corse stellen. Weitermachen wird er trotzdem.
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Seit 2016 ist MV Agusta nur noch dank des Tessiners Andrea Quadranti im SBK-Fahrerlager. Damals war die Nobelmarke aus Varese mal wieder in finanzieller Schräglage und wollte sein Werksteam in der Superbike- und Supersport-WM zusperren. Als Retter in der Not wurde Giovanni Cuzari präsentiert, der sich mit seinem in der MotoGP-WM gescheiterten Team Forward Racing um MV Agusta kümmern sollte. Doch Cuzari baute nur Luftschlösser.
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Von Anfang an gab es erbitterte Rivalität zwischen Cuzari und Quadranti, die mit ihren Teams beide unter "MV Agusta Reparto Corse" firmieren. Der eine im MotoGP-, der andere im SBK-Paddock. Mitte September eskalierte die Situation und MV Agusta kündigte den Vertrag mit Quadranti zum Saisonende, eigentlich wäre er bis Ende 2021 gelaufen. Es wurden fadenscheinige Gründe genannt, unter anderen, dass MV Agusta Reparto Corse für die Rennen zu Saisonbeginn in Australien disqualifiziert wurde. Insider vermuteten ein Komplott von Cuzari gegen Quadranti. Seit vergangenem Wochenende wissen wir, dass die Hubraumöffnung in der Supersport-WM auf nahe 1000 ccm erst 2022 kommen wird. Für nächste Saison gelten die jahrzehntealten Regeln mit 600 ccm für Vierzylinder, 675 ccm für Dreizylinder und 750 ccm für Twins. Cuzaris Plan war, mit der MV Agusta F3 800 in die Supersport-WM einzusteigen – dieses Vorhaben muss der Italiener mindestens verschieben.
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Womit Quadranti wieder im Spiel ist, der die komplette Infrastruktur für ein WM-Team besitzt, dazu diverse F3 675 mit den nötigen Motoren, Ersatz- und Sturzteilen.
Ob der Schweizer sein Team nächstes Jahr MV Agusta Reparto Corse nennen darf, ist nach der Vertragskündigung offen. Da er als Einziger Motorräder von MV einsetzt, ist das ohnehin nebensächlich, da er in der Außenwahrnehmung so oder so das Aushängeschild ist.
Es zeichnet sich ab, dass MV Agusta nach drei Jahren mit Raffaele De Rosa ohne den 33-Jährigen weitermacht. "Raffa" eroberte in dieser Zeit elf Podestplätze, konnte aber nie gewinnen. In der Weltmeisterschaft wurde er dreimal in Folge Sechster, während es Jules Cluzel 2014 und 2016 schon bis auf Platz 2 geschafft hat. Quadranti weiß, dass es nicht viele Fahrer gibt, die deutlich schneller als der Mann aus Neapel sind. Von den fünf dieses Jahr vor De Rosa Platzierten ist nur Steven Odendaal verfügbar, der Südafrikaner schaffte es in seiner ersten Supersport-Saison aber nie aufs Podest. Also schaut der Teamchef über den Tellerrand hinaus und kann sich zum Beispiel den langjährigen Moto2-Piloten Dominique Aegerter vorstellen. Oder Federico Caricasulo, der 2019 Supersport-Vizeweltmeister wurde und nach einem Jahr in der Superbike-WM (fünfmal Top-10 in 24 Rennen) ohne Job dasteht.
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