Philipp Öttl: «Für mich war klar, ich muss da weg»

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Philipp Öttl

Philipp Öttl

Im Haifischbecken Moto2 sind viele Fahrer gescheitert, in der Supersport-Klasse blühten sie auf. Bronzemedaillengewinner Philipp Öttl beschreibt die Unterschiede zwischen den beiden WM-Fahrerlagern.

Mit Andrea Locatelli, Randy Krummenacher und Sandro Cortese kommen die Supersport-Weltmeister der letzten drei Jahre ursprünglich aus der Moto2-Klasse. Auch Philipp Öttl, Jules Cluzel, Isaac Vinales oder Steven Odendaal gehören zu den gescheiterten Moto2-Piloten, die dieses Jahr Supersport fuhren.

«Ich habe im SBK-Fahrerlager ein ganz anderes Gefühl», erzählte der WM-Dritte Philipp Öttl aus dem Kawasaki-Team von Manuel Puccetti. «Das ganze Team steht hinter mehr, sogar die aus unserem Superbike-Team. Alle wollen: Kawasaki will, Manuel will, ich will. Klar, wenn du das ganze Jahr nichts reißt, dann wollen sie irgendwann auch nicht mehr. Es ist kein Selbstläufer, es entwickelt sich aber so. Wenn du schnell und freundlich bist, dann kann das Team nur hinter dir stehen.»

«Wenn du auf dem Podium stehst, ist in der Moto2 auch alles gut», meinte Öttl im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Aber wenn du nicht auf dem Podest stehst, ist es blöd. Das hält nicht jeder aus. Mein Team arbeitet genauso professionell wie die im MotoGP-Fahrerlager. Und dort ist die Professionalität ziemlich hoch mit allem, was außen herum ist. Aber das Gefühl ist ein anderes, das kann man schwer beschreiben. Nicht jeder Fahrer ist für das MotoGP-Paddock gemacht. Wenn es mal drei Rennen nicht läuft, das kann dort nicht jeder Fahrer aushalten. Mir kommt es so vor, als wären die Spanier da anders. Für mich geht es mehr ums Aushalten des Drumherums, als ums Rennen fahren. Wenn du mal 20 oder 22 Rennen im Jahr hast, dazu die Tests, und es läuft nicht, dann ist das eine Spirale nach unten.»

Trotzdem klammern sich einige Fahrer jahrelang ans GP-Fahrerlager, obwohl sie regelmäßig auf hinteren Plätzen fahren, und liefern dazu noch eine stattliche sechsstellige Mitgift bei ihrem Team ab.

«Ich fuhr lange Moto3, weil ich jedes Jahr eine Verletzung hatte», grübelte der 24-Jährige. «Und es gab immer Anzeichen, dass ich es schaffe, weil ich in die Top-5 oder Top-10 fuhr. Moto3 hätte ich auch weiterhin fahren können. Aber ein Jahr länger im MotoGP-Fahrerlager, und sie hätten mich in die Klapse einliefern können. Ich weiß nicht, warum sich einige so an dieses Fahrerlager klammern. Vielleicht sind das genau die Typen, denen das taugt. Sie können sich nicht vorstellen, dass es in einem anderen Fahrerlager auch so gut oder besser ist. Für mich war im Sommer 2019 klar, dass ich dort weg muss, weil das nichts wird.»

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