Ducati in SSP-WM: Mindestens 4 Teams – und Bayliss?

Von Ivo Schützbach
Oli und Troy Bayliss (v.l.)

Oli und Troy Bayliss (v.l.)

Der italienische Hersteller Ducati kehrt 2022 mit der Panigale V2 955 werksseitig in die komplett umgekrempelte Supersport-WM zurück. Die ersten Teams und Fahrer zeichnen sich ab.

In der US-Meisterschaft MotoAmerica werden die neuen Supersport-Regeln als «new generation rules» bezeichnet, weil 2022 erstmals in der Geschichte dieser Klasse mehr als 600 ccm für Vierzylinder-, mehr als 675 ccm für Dreizylinder- und mehr als 750 ccm für Zweizylinder-Maschinen zugelassen sein werden.

Ducati wird die Panigale V2 955 einsetzen, MV Agusta die F3 800, Triumph die Street Triple RS 765 und Kawasaki die 636 Ninja. Mittelfristig sollen mit diesen Regeln auch Hersteller wie Aprilia, KTM und BMW in die Meisterschaft gelockt werden.

Es gibt zwar noch kein offizielles Reglement, die Teams und Hersteller haben vom Motorrad-Weltverband FIM aber einen Leitfaden erhalten, mit dem sie sich auf die nächste Saison vorbereiten können. Ein aufwändiges Balance-System soll dafür sorgen, dass die Motorräder auf ein identisches Performance-Niveau kommen. Die Basis für die Einstufung bilden die heutigen 600er-Supersport-Bikes von Yamaha. Die Regeln für die Weltmeisterschaft sollen auch auf nationaler Ebene zur Anwendung kommen, um auch diese Meisterschaften mit zusätzlichen Herstellern zu befruchten.

Ducati Corse arbeitet seit Monaten an einem Rennkit für die Panigale V2 955, die Italiener wollen von Anfang an siegfähig sein. Aruba-Teameigentümer Stefano Cecconi verriet SPEEDWEEK.com, dass das Supersport-Werksteam in die Struktur seines Ducati-Superbike-Teams eingebunden wird. Die Maschinen werden ein sehr ähnliches Design wie die nächstjährigen Werks-Superbikes von Alvaro Bautista und Michael Rinaldi erhalten.

An Interesse mangelt es Ducati nicht: Für viele Teams ist es schon lange nicht mehr reizvoll ein beliebiges Yamaha-Team zu sein, sie möchten von Beginn an diesem aufregenden Projekt beteiligt sein.

2022 werden wir mindestens vier Ducati-Teams sehen: Aruba mit zwei Fahrern, Barni, Motocorsa und CM mit jeweils einem.

Bislang hat keines dieser Teams Supersport-Fahrer unter Vertrag genommen, die Gespräche sind aber weit gediehen. Aruba.it will den am 20. September 18-jährigen Oliver Bayliss in die mittlere Hubraumkategorie bringen, Sohn des dreifachen Superbike-Weltmeisters Troy. Auf der 955 soll der Australier auf größere Aufgaben vorbereitet werden. Als Stolperstein für seine Verpflichtung könnte sich die Grenzschließung Australiens wegen Covid-19 erweisen. Denn Troy und Kim Bayliss werden ihren gerade volljährigen Sohn kaum alleine für ein Dreivierteljahr nach Europa schicken, um dort Rennen zu fahren.

Für den Platz neben Bayliss hat der Italiener Nicolò Bulega (21) beste Chancen, er fährt seit 2015 Grand Prix: Zuerst fünf Jahre in der Moto3-Klasse, seit 2019 Moto2. Seine beste WM-Saison zeigte er 2016, als er Siebter der Moto3-WM wurde und zweimal aufs Podium brauste. Bei Aruba hat unter anderen auch der derzeitige WM-Dritte Philipp Öttl vorgesprochen, der aber lieber Superbike-WM fahren würde, sofern er ein konkurrenzfähiges Team findet.

Barni Ducati arbeitet in der National Trophy in Italien mit Nicholas Spinelli zusammen. Er ist sehr talentiert, hat aber keine größeren Sponsoren hinter sich.

Bei Motocorsa ist die Fahrerfrage offen.

CM Racing, dieses Jahr in der Supersport-WM mit Yamaha verbandelt, arbeitet in der Italienischen Meisterschaft eng mit Barni, Schacht Racing und Ducati zusammen. Die Truppe von Teamchef Alessio Cavaliere wird für 2022 zu Ducati wechseln und würde gerne mit dem derzeit verletzten Luca Bernardi (20) weitermachen.

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