Extrawurst für Honda: Vorbild ist die Bimota-Ausnahme
Obwohl in der Supersport-WM seit 2019 die Einheits-Motorsteuerung von MecTronik vorgeschrieben ist, darf Honda die ersten beiden Übersee-Events mit der eigenen ECU bestreiten.
Ducati gelang der erste Sieg der Saison, doch alle Aprilia-Racer landeten in Jerez in den Top-6. Der Test endete mit drei Bikes aus Noale in Front. Eine Bestandsaufnahme nach dem MotoGP-Europaauftakt.
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Aufmerksamen Beobachtern fiel bereits am vergangenen Sonntag in der Box des Teams Petronas MIE MS Honda auf, dass an den CBR600RR von Tarran Mackenzie und Adam Norrodin nicht die vorgeschriebene elektronische Motorsteuerung von Einheitsausrüster MecTronik verbaut ist, sondern das eigene Gerät von Honda. Das Thema schlug keine hohen Wellen, weil Honda da bereits eine Ausnahmegenehmigung beim Motorrad-Weltverband FIM und Serienpromoter Dorna beantragt hatte.
Erstmals seit 2020 sehen wir wieder ein Honda-Team in der Supersport-WM, doch sämtliche Vorbereitungen von MIE erfolgten in letzter Minute. Mackenzie verpasste im Vorsaison-Test zu Wochenbeginn erst den halben Montag, weil die CBR600RR nicht lief. Als er dann auch noch einen Motorschaden hatte, war der gesamte Dienstag gelaufen und der Brite war mangels Ersatzmotor zum Zuschauen verdammt.
Die Honda konnte bislang nicht von der FIM homologiert werden, weil noch nicht sämtliche dafür notwendigen Teile vorliegen. Zudem konnten obligatorische Prüfstandtests in Italien zur Abstimmung der MecTronik-ECU nicht durchgeführt werden, weil der dafür vorgesehene Motor im Zoll hängen blieb.
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Am Donnerstag wurde nach dem Einverständnis der anderen teilnehmenden Hersteller Ducati, Kawasaki, MV Agusta, Triumph und Yamaha eine Ausnahme für die ersten beiden Übersee-Events in Australien und Indonesien erteilt, Honda darf dort mit der eigenen Motorsteuerung antreten.
Ducati gelang der erste Sieg der Saison, doch alle Aprilia-Racer landeten in Jerez in den Top-6. Der Test endete mit drei Bikes aus Noale in Front. Eine Bestandsaufnahme nach dem MotoGP-Europaauftakt.
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Sollten Punkte erobert werden, sind diese unter Vorbehalt: Nur wenn der Homologationsprozess der Honda bis zum Europa-Auftakt in Assen (21.–23. April) abgeschlossen ist, dürfen sie behalten werden.
Die Ausnahme für Honda ist kein Einzelfall. Als Bimota 2014 in die Superbike-WM einstieg, waren die Homologationsauflagen für das Motorrad ebenfalls nicht erfüllt. Bis zum 13. August hatte der Kleinstserienhersteller Zeit, um 125 Motorräder zu bauen. Schon dieses Vorhaben scheiterte, von damals notwendigen 1000 Maschinen in zwei Jahren ganz zu schweigen. So wurde Bimota drei Meetings vor Saisonende von der Meisterschaft ausgeschlossen und ward nie mehr gesehen. So etwas ist bei Honda nicht zu befürchten, die Homologation wird in den kommenden Wochen abgeschlossen.
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