Portugal: Drama bei Toyota, Sordo vierter Leader

Von Toni Hoffmann
WRC
Der Spanier Dani Sordo führt beim portugiesischen Nachbarn

Der Spanier Dani Sordo führt beim portugiesischen Nachbarn

Toyota erlebte zu Beginn des sechsten Laufes zur Rallye-Weltmeisterschaft in Portugal ein Drama im zweifacher Ausführung, erst schied Ott Tänak aus, dann Jari-Matti Latvala, Dani Sordo ist der vierte Spitzenreiter.

Innerhalb von ein paar Minuten war der Glanz, den Toyota nach dem starken Sieg von Ott Tänak beim vorausgegangenen Lauf in Argentinien nach Portugal zur ersten Schotter-Rallye auf europäischem Boden mitbrachte, verflogen. Nach dem Sieg von Tänak auf der ersten Entscheidung schwebte man im Toyota-Lager bis am Freitagmorgen noch auf Wolke sieben. Doch auf der ersten Freitag-Entscheidung war alles dahin. Tänak traf mit seinem Yaris WRC einen Felsen und zerstörte die Kühlung mit der Aufgabe als Folge. Etwas später traf im Toyota-Lager die nächste Hiobsbotschaft ein. Jari-Matti Latvala zerstörte an einem Felsen die Aufhängung vorne rechts und musste seinem Teamchef Tommi Mäkinen den Stillstand melden. Ob die beiden am Samstag wieder starten, ist noch nicht entschieden.

An der Spitze herrschte ein reger Platztausch. Nach Tänak setzte sich auf der ersten Freitag-Entscheidung Hayden Paddon, nach einer dreimonatigen Pause im Hyundai i20 Coupé WRC wieder dabei, an die Spitze. Eine Prüfung später löste ihn Kris Meeke im Citroën C3 WRC ab, um eine Entscheidung Platz für Dani Sordo (Hyundai) zu machen. Meeke folgte um 4,6 Sekunden auf dem Ehrenrang, aber nur zwei Zehntelsekunden vor Paddon.

Bei Sordo herrschte am Mittag im Service Friede, Freude, Eierkuchen: «Ich bin sehr zufrieden. Ich habe heute keine Fehler gemacht. Aus meiner Sicht hätte es nicht besser laufen können.»

Meeke meinte: «Ich kann nicht klagen, auch wenn mein Rhythmus nicht unbedingt der beste war.»

Paddon, zuletzt in Schweden am Start, war mit seiner Leistung zufrieden: «Wir können mit dem, was wir hier gezeigt haben, zufrieden sein. Auf der letzten Prüfung hatte ich das Gefühl, als würde ich auf einem Sandstrand fahren.»

Der Titelverteidiger Sébastien Ogier, der nach drei Saisonsiegen als Tabellenführer in seinem Ford Fiesta WRC erneut als erstes Fahrzeug auf die sandigen Schotterpisten musste, war mit einem vierten Zwischenrang (+ 7,3) nicht ganz unzufrieden. «Es ist schwierig, hier ans Limit zu gehen, ohne etwas zu zerstören, aber mehr konnte ich bislang nicht tun», sagte der Vorjahressieger.

2,1 Sekunden hinter ihm reihte sich sein Titelrivale Thierry Neuville im Hyundai i20 Coupé WRC ein.

Rallye Portugal – Stand nach der 4. von 20 Prüfungen:

Platz

Team/Auto

Zeit/Diff.

1.

Sordo/Del Barrios (E), Hyundai

48:02,4 min.

2.

Meeke/Nagle (GB/IRL), Citroën

+ 4,6

3.

Paddon/Marshall (NZ/GB), Hyundai

+ 4,8

4.

Ogier/Ingrassia (F), Ford

+ 7,3

5.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 9,4

6.

Mikkelsen/Jaeger (N), Hyundai

+ 10,5

7.

Breen/Martin (IRL/GB), Citroën

+ 14,8

8.

Evans/Barritt (GB), Ford

+ 20,3

9.

Suninen/Markkula (FIN), Ford

+ 23,0

10.

Östberg/Eriksen (N) Citroën

+ 25,4

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