Lukas Trautmann: Das Meisterstück

Von Andreas Gemeinhardt
Yamaha R6 Cup
Nach dem sechsten Sieg in Folge und der Maximalpunktzahl von 150 Zählern ist Lukas Trautmann in der Gesamtwertung des Yamaha R6-Dunlop-Cups nicht mehr einzuholen.

Die Titelentscheidung im Yamaha R6-Dunlop-Cup ist bereits vorzeitig gefallen! Lukas Trautmann (Freudenberg-HF-Romero) lieferte in Assen mit einem Start-Ziel-Sieg sein Meisterstück ab. Nach dem sechsten Sieg in Folge und dem Maximum von 150 Punkten ist der 18-jährige Salzburger in der Gesamtwertung nicht mehr einzuholen. Teamkollege Max Fritzsch (Freudenberg ADAC Sachsen-LZ-Mierisch) komplettierte den Erfolg des Freudenberg-Racing-Teams mit dem zweiten Platz vor dem Schweizer Roman Fischer (BCC Racing Team/Zweirad Meggle), der nun bei zwei noch ausstehenden Rennen die besten Chancen auf die Vize-Meisterschaft hat.

«Im Rennsport bewegst du dich ständig am Limit, aber wenn du das Limit einschätzen kannst, hast du auch Vertrauen und das brauchst du zum Siegen», antwortete der frischgebackenen Meister auf die Frage, wieviel er denn im Rennen riskiert hatte. Immerhin verbesserte Trautmann bei seiner eindrucksvollen Solofahrt mit 1:42,845 Minuten auch den Rundenrekord von Niki Tulli um eine halbe Sekunden, obwohl ihm bei der Ergebniskonstellation ein neunter Platz zum Titelgewinn gereicht hätte. «Ich bin auf Sieg gefahren, denn ich habe noch ein zweites Ziel. Alle Rennen zu gewinnen, das hat im Yamaha-Cup bislang noch keiner geschafft», machte Luky gleich eine Ansage für die beiden verbleibenden Rennen in Oschersleben und Hockenheim.

Max Fritzsch war der erste Gratulant und streifte wie Trautmann noch in der Auslaufrunde das Siegershirt über, das das Freudenberg-Team vorbereitet hatte. Der 17-jährige Sachse war mit seinem zweiten Platz offensichtlich glücklich: «Eigentlich lief das ganze Wochenende recht gut. Ich war zuvor erst einmal in Assen, 2010 im ADAC Junior-Cup. Luky hatte anfangs sicher den Vorteil, dass er die Strecke besser kannte, aber er war auch einfach sauschnell», honorierte er ehrlich die Leistung seines Teamkollegen. «Ich hatte mir zwar vorgenommen, dranzubleiben, merkte aber schnell, dass dies extrem riskant gewesen wäre. In der der dritten Runde habe ich mich umgeschaut und als ich gesehen habe, dass ich nach hinten Luft habe, beschloss ich, den zweiten Platz sicher mitzunehmen und keine weitere Nullnummer zu riskieren.»

Der Drittplatzierte Roman Fischer war froh, nach zwei Rennen endlich wieder auf dem Podest zu stehen. «Aber vollkommen zufrieden bin ich nur, wenn ich Erster bin», schmunzelte der junge Schweizer. «Max war in den ersten Runden schneller. Ich konnte dann zwar die gleichen Zeiten fahren, aber der Abstand blieb konstant bei drei Sekunden. Nach hinten war alles sicher, also habe ich den Podiumsplatz sicher mit nach Hause gefahren.»

Mit seinen Rundenzeiten hätte auch Gian Mertens (Schüller-Racing-Team) noch ein Wörtchen mitreden können, doch der Belgier verschaltete sich gleich nach dem Start und büßte damit die Chancen auf sein zweites Podium ein: «Der Kampf um den vierten Platz war eine enge Angelegenheit. Andreas hat mich zwei Mal passiert, doch ich konnte beide Male kontern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Strecken kannte ich Assen ganz gut, aber ich muss in den ersten Runden noch schneller werden.»

Andreas Klambauer (AC Motec Team Klambauer) musste sich am Ende geschlagen geben. «In den letzten zwei Runden war ich zu verbissen. Aber abgesehen von der langen Anreise, taugt mir die Strecke gut und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder hier fahren», erklärte der Österreicher.

Der 15-jährige Cup-Rookie Maurice Ullrich (Pepe-Tuning/Romero) lieferte als Sechster erneut eine blitzsaubere Vorstellung und hat damit alle Rennen unter den besten Sieben beendet. "Zunächst konnte ich den Beiden locker folgen bis mir am Ende der Zielgerade der Gang rausgesprungen ist. Ich hatte mich gerade wieder herangekämpft, da ist mir das Malheur ein zweites Mal passiert. Sonst wäre noch mehr drin gewesen, aber ich bin zufrieden.»

Mit Rafael Neuner (LSRT Motorrrad Bayer) platzierte sich ein weiterer Österreicher auf Rang sieben: «Ich war zum ersten Mal in Assen, ein schneller, anspruchsvoller Kurs, aber ich mag ihn. Unterm Strich war es ein gutes Wochenende für uns, denn mit Rang sieben konnte ich meine bislang beste Platzierung vom Nürburgring wiederholen.»

Dominik Engelen (Schüller Racing Team) musste sich Neuner nach einem harten Kampf geschlagen geben. Der achte Platz ist natürlich nicht das, was sich der Titelverteidiger vorgestellt hatte: «Was soll ich sagen? Wir haben an diesem Wochenende das Fahrwerk nicht hingekriegt, dadurch hat mir vor allem der Kurvenspeed gefehlt. Es hat einfach rundum nicht gepasst. Jetzt geht's erst einmal eine Woche Urlaub nach Mallorca, dann greifen wir in Oschersleben wieder an, denn zum zweiten Tabellenplatz fehlen jetzt drei Punkte und den will ich mir wieder zurückholen.»

Auch Adrian Pasek (AC MoTeC) hatte zunächst mit Neuner und Engelen gekämpft, am Ende musste sich der Pole mit Rang neun begnügen. Zwei Sekunden dahinter holte sich Dominik Rubin (Motorrad Rubin Racing Team) in der letzten Runde seine erste Top-Platzierung: «Im Training läuft‘s bei mir noch nicht perfekt, ich brauche irgendwie länger, bis ich auf gute Zeiten komme, dafür klappt's im Rennen dann meistens besser», freute sich der 17-Jährige Badener über das bislang beste Ergebnis in seiner ersten Cup-Saison.

Den Top-Ten-Platz hatte er Colin Rossi (Zweirad Meggle) in der letzten Runde weggeschnappt. «Startplatz 5 war schon super, vor allem weil ich zum ersten Mal hier fahre. Im zweiten Qualifying habe ich leider heftig weggeschmissen und mein Team hat die halbe Nacht arbeiten müssen. Die schmerzhafte Prellung am Fuß hat mich beim Schalten behindert, ich habe auf die Zähne gebissen, aber in der letzten Runde ging's einfach nicht mehr", sagte der Schweizer.

Die weiteren Punkte holten sich Thomas Müller (Racing Team Reinecke), Reto Wiederkehr (Moto-Star Romero), Daniel Bergau (Team Bergau/Zweirad Nöbel) und Kevin Rofner (Team Meggle Rofner 64).

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