Eine Pole aus Versehen

Von Marcus Lacroix
24h Dubai
Er fuhr tatsächlich zu schnell: Peter Kox im Reiter-Lambo

Er fuhr tatsächlich zu schnell: Peter Kox im Reiter-Lambo

Eigentlich wollten die Lamborghini-Teams in Dubai von weiter hinten starten ...

So paradox es klingen mag: Die Trainingsbestzeit könnte die Reiter-Truppe im 24-Stunden-Rennen von Dubai zur Chancenlosigkeit verdammen. Denn die von Peter Kox gefahrene Quali-Bestzeit von 2:00,7 min (einen noch schnelleren Versuch hatte der Niederländer abgebrochen) hat für das Lamborghini-Team drei negative Folgen: Erstens müssen sie im Rennen nun mit einer Tankkapazität von 100 statt 120 Liter auskommen., was für jedes A6-Auto gilt, das schneller fährt als 2:07 min. Zweitens bekommt der Gallardo 75 Kilo Zusatzgewicht verpasst. Und drittens wird die Bodenfreiheit um 20 Millimeter erhöht.

«Gewicht und Bodenfreiheit tun uns nicht so weh – die reduzierte Tankkapazität schon», erklärt Teamchef Hans Reiter. Aber warum dann die Tempobolzerei? «Ein Missgeschick», gesteht der langjährige Schnitzer-Mann. «An sich wollten wir nicht unter 2:07 fahren, um die 20 Liter nicht zu verlieren. Leider funktionierten in der ersten Hälfte des Qualifyings die Zeitenmonitore nicht., also konnten wir Peter die Zwischenzeiten nicht durchgeben. Prompt fuhr er 2:06,8. Und da war’s auch schon egal, also habe ich ihm Feuer frei gegeben …»

Für Fabien Giroix und seine Truppe gilt ähnliches. Der frühere DTM-Pilot stellte den Gulf-Lambo ebenfalls in die erste Reihe. Die 2:01,7 min bedeuten fürs Rennen dasselbe Gewicht und denselben Tankinhalt wie beim Reiter-Auto, aber nur 15 Millimeter Bodenfreiheit-Erhöhung. Rang 3 belegte Tomas Enge im Mosler mit einer Zeit von 2:02,5 (= 75 kg, +5 mm) vor William Langhorne im MRS-Porsche 997 GT3 R (2:02,7). 75 Kilo Ballast, aber ohne Bodenfreiheit-Erhöhung gibt es für den fünftplatzierten tolimit-Porsche (2:03,0).

Ebenfalls schneller als geplant, aber noch einigermassen im für sinnvoll befundenen Rahmen bewegten sich die Mercedes-Teams. Lance David Arnold unterbot im Heico-SLS zwar die angepeilte 2:04er-Marke und handelte sich und seinen Kollegen damit 50 statt 25 kg Zusatzgewicht ein. Er blieb aber knapp oberhalb von 2:03,5 und vermied damit den Höchstballast von 75 Kilogramm.

Das Qualifying-Ergebnis hat noch einen weiteren Effekt: Die SLS dürfen laut Performance-Tabelle im Rennen nicht unter 2:04,3 min fahren. Für die Lambos liegt das Minimum bei 2:03,0. Ein kleiner Vorteil, der sich bei fast 90 Autos und dem damit verbundenen Verkehr im Rennen aber relativieren wird. «Langsam fahren», ist auch Reiter überzeugt, «wird sich auszahlen. Das, was wir da gemacht haben, nicht …»
 

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