Macau: Laurens Vanthoor siegt trotz heftigem Unfall

Von Oliver Müller
FIA GT World Cup
Die Protagonisten in Macau: Vanthoor (Audi), Bamber und Estre (Porsche) sowie Engel (Mercedes-AMG)

Die Protagonisten in Macau: Vanthoor (Audi), Bamber und Estre (Porsche) sowie Engel (Mercedes-AMG)

Obwohl sein Audi R8 LMS auf dem Dach liegend für einen Rennabbruch sorgte, sicherte sich Laurens Vanthoor den FIA GT World Cup in Macau. Das Rennen war eines der kürzesten in der Motorsport-Geschichte.

In der so langen Historie des Motorsports gab es immer wieder bizarre Rennen und Rennentscheidungen – die diesjährige Ausgabe des FIA GT World Cup muss eindeutig dazu gezählt werden. Am Ende konnte sich Audi-Pilot Laurens Vanthoor als der grosse Gewinner feiern lassen. Ihm selbst war dies zu Teilen sogar etwas unangenehm. «Ich weiss eigentlich gar nicht so recht, was ich sagen soll. Ich habe gewonnen, doch das ist alles sehr merkwürdig. Natürlich hätten wir den Zuschauern gerne eine bessere Show und einen besseren Sieg geboten», meinte der Belgier am Ende eines skurrilen Motorsport-Events.

Was war passiert: Angefangen hatte es schon in der Startphase des Rennens. Beim Run in Richtung der Mandarin Bend berührten sich Mercedes-Pilot Maro Engel und Earl Bamber (Porsche), so das Engel‘s Mercedes leicht die Leitplanke kratzte. Die eigentlich (zumindest von aussen) unspektakuläre Situation schien bereinigt, hatte aber noch signifikante Auswirkung. «Die Aktion war absolut unakzeptabel. Earl lenkte erst nach links und dann rechts zu mir rüber. Das wir das nicht machen dürfen, wurde in der Fahrerbesprechung eindeutig betont», schimpfte der Deutsche.

Das Rennen nahm seinen Gang. Doch schon zum Ende der ersten Runde hatte BMW-Privatfahrer Ricky Capo in der Fisherman‘s Bend seinen Z4 GT3 in die Tecpro-Barrier gehauen. Für die folgende Reparatur der Strecke wurde das Rennen für lange Zeit mit der roten Flagge unterbrochen. Als alle Wagen in der Boxengasse standen, um auf den Re-Start zu warten, kam dann die schlechte Nachricht für Porsche: Earl Bamber würde für die Aktion zu Rennbeginn eine 5-Sekunden-Zeitstrafe bekommen. Oder anders ausgedrückt: Würde er den FIA GT World Cup gewinnen wollen, müsste er am Ende einen Vorsprung von fünf Sekunden auf den Zweitplatzierten haben.

Mit dieser Ausgangslage ging es dann in den zweiten Teil des Rennens. Und schon auf dem Weg zur Mandarin Bend hatte der Neuseeländer den in Führung liegenden Laurens Vanthoor überflügelt und übernahm die Spitze. Doch Vanthoor rutsche ausgangs der Mandarin mit dem Heck in die Leitplanken, woraufhin sein Audi R8 LMS aufstieg und auf dem Dach landete. Kopfüber schlitterte er in Richtung der Lisboa Bend. Die Rennleitung tat das einzig Richtige und brach sofort ab.
Wenig später kam dann die Meldung, dass es keinen weiteren Neustart mehr geben wird. Da in so einem Fall die letzte Runde vor Abbruch gewertet wird, war Laurens Vanthoor der Sieger des FIA GT World Cups 2016 – in einem Rennen, dass zusammengenommen insgesamt nur wenige Kilometer alt wurde.

Da Earl Bamber den Re-Start zwar als Zweiter erlebte, jedoch noch die angesprochenen fünf Sekunden dazu addiert bekam, landete der Porsche-Werksfahrer am Ende sogar nur auf Platz vier. Bamber: «Wir sind ein faires Rennen gefahren und wurden trotzdem bestraft. Das verstehe ich nicht. Wir hätten den Sieg verdient gehabt.» Rang zwei ging an seinen Teamkollegen Kévin Estre. «Laurens wollte das Rennen sicherlich nicht auf diese Weise gewinnen, aber ich würde es so genauso wenige gewinnen wollen. Ich nehme jetzt halt einen zweiten Platz mit nach Hause», war der Franzose etwas konsterniert. Mit Rang drei konnte Maro Engel seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. «Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen, dass wir keine bessere Show bieten konnten.»

Durch den Sieg Laurens Vanthoor‘s errang Audi auch gleichzeitig den Hersteller-Titel des FIA GT World Cups.

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