Charles Leclerc über Vettel: «Danke für alles, Seb»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Charles Leclerc und Sebastian Vettel 2019 in Suzuka

Charles Leclerc und Sebastian Vettel 2019 in Suzuka

​Der Monegasse Charles Leclerc dankt auf Twitter seinem Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel. «Ich habe noch nie von einem Stallgefährten so viel lernen können, danke für alles, Seb.»

Sebastian Vettel wird 2021 nicht mehr für Ferrari fahren. Verhandlungen über einen neuen Vertrag mit dem berühmtesten Rennstall der Welt haben sich zerschlagen, Vettel betont dabei, dass es nicht ums Geld ging. Viel eher dürfte dem 32jährigen Deutschen zu denken gegeben haben, wie Ferrari offenbar voll auf den zehn Jahre jüngeren Charles Leclerc setzt – der Monegasse erhielt kurz vor Weihnachten 2019 einen Vertrag bis 2024. Vettel wurde hingegen eine Offerte vorgelegt, die nach einer Absage roch. Vettel musste zur Einsicht kommen, dass das gegenseitige  Vertrauen weg ist.

Die Konsequenz: Der vierfache Formel-1-Champion und Ferrari-Teamchef Mattia Binotto haben bestätigt, dass der Ende 2020 auslaufende Vertrag nicht erneuert wird.

Nun hat sich auch Vettels Stallgefährte Charles Leclerc zur Trennung geäussert. Der Monegasse richtet das Wort auf Twitter direkt an seinen Stallgefährten: «Es war eine enorme Ehre für mich, dein Stallgefährte zu sein. Wir hatten einige spannungsgeladene Momente auf den Rennstrecken. Einige davon waren fabelhaft, andere endeten nicht ganz so, wie wir beide das wollten, aber da war immer dieser gegenseitige Respekt zwischen uns, auch wenn das von aussen nicht so dargestellt worden ist. Ich habe noch nie von einem Stallgefährten so viel lernen können wie von dir. Danke für alles, Seb.»

Im vergangenen März hatte der junge Monegasse zu seinem künftigen Stallgefährten gesagt: «Sebastian hat mir in meinem ersten Ferrari-Jahr viel geholfen, und diese Lernphase wird 2020 weitergehen. Er hat so viel Erfahrung. Aber sollte ein anderer Fahrer ins Team kommen, dann werde ich auch von ihm lernen. Ich will lediglich, dass mein Stallgefährte schnell ist. Nur das bringt uns weiter.»

Der 22jährige Charles Leclerc hat 2019 im ersten Jahr bei Ferrari bewiesen: Hier reift ein Weltmeister heran. Der Monegasse hat sieben Pole-Positions errungen (mehr als jeder andere Fahrer), gewann in Belgien und Italien, er hat die Weltmeisterschaft als Vierter abgeschlossen, einen Rang vor Sebastian Vettel.

Im Rahmen der Ferrari-Präsentation in Reggio Emilia sagte Charles: «Natürlich ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich auch in den kommenden fünf Jahren im Ferrari sitze, das zementiert mein Selbstvertrauen. Aber gute Ergebnisse kommen nicht automatisch. Wir wissen, dass wir weiter hart arbeiten müssen. Auf lange Sicht arbeiten zu können, das erlaubt es uns, ein starkes Band zu schmieden, mit hoffentlich vielen Erfolgen.»

Im Dezember sagte Leclerc auf die Frage, wie es sei, neben dem vierfachen Weltmeister Vettel zu fahren: «Ich habe viel von ihm gelernt, er ist unfassbar professionell und detailverliebt. Er ist ein sehr netter Kerl, wir arbeiten sehr gut zusammen. Natürlich hatten wir unsere Probleme auf der Strecke, aus denen wir Beide unsere Lehren gezogen haben. Deshalb sollte so etwas wie in Brasilien hoffentlich nicht mehr passieren. Letztlich verfügen wir auch über genügend Reife, um ausserhalb des Cockpits zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung in die richtige Richtung voranzutreiben.»

«Aber ich denke, ich habe viel von der Art, wie er mit dem Team und den Ingenieuren zusammenarbeitet gelernt. Und es gibt immer noch eine Menge, die ich lernen kann. Er ist wie gesagt sehr genau und erwähnt alles, auch Sachen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie den Ingenieuren hilfreich sein könnten. Manchmal höre ich ihm eine Stunde lang einfach nur zu, was er zur vorangegangenen Session zu sagen hat. Das ist immer sehr, sehr interessant.»

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