DTM-Meister Rast: Wie ein neuer Junge in der Schule

Von Andreas Reiners
Formel E
René Rast

René Rast

René Rast hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er ein echter Petrolhead ist. Nun tritt er in der Formel E an – und muss sich ordentlich umstellen.

René Rast musste sich mit Kritik auseinandersetzen, als der Wechsel in die Formel E anstand. Wie kann ein Petrolhead wie er in die unter Motorsport-Traditionalisten verhasste Elektrorennserie wechseln?

Er hatte damals eine Botschaft an alls Petrolheads. «Natürlich kann ich verstehen, dass viele Fans den elektrischen Rennserien kritisch gegenüberstehen», sagte Rast: «Es sind noch viele ‚Petrol Heads‘ dabei, die mit dem Motorsport aufgewachsen sind. Ich bin auch einer, der sagt, ich finde Sound geil», gibt er zu.

Doch dann kommt das Aber: «Man muss auch sehen, dass die Zeiten sich ändern. Wir wollen alle weiter Motorsport sehen. Wenn das die Möglichkeit ist, Motorsport weiter zu betreiben, dann sollten wir sie nutzen, zumal elektrischer Motorsport auch faszinierende Rennen bietet.»

Für ihn hat der Wechsel Vor-, aber auch Nachteile. «Als Rennfahrer meiner Generation bist du natürlich mit einem Benzinmotor aufgewachsen, hast Referenzen gebildet. Wie schnell du unterwegs bist, wie stark du beim Bremsen verlangsamst, das hörst du alles an der Drehzahl des Motors. Bei der Formel E hast du nur die Windgeräusche - das ist dann quasi ein Sinn, der dir fehlt», sagte er bei ran.de.

Auf der anderen Seite sei aber die Kommunikation mit dem Team einfacher, man verstehe sich viel besser, so Rast. Dass er möglicherweise schneller hört, ob etwas am Auto kaputtgeht, ist dabei egal. Rast: «Wenn irgendwas kaputt geht, ist es eigentlich egal, ob man es vorher hört - man fährt einfach so lange, bis sich nichts mehr dreht.»

Wie geht er denn die erste volle Saison, die am 26./27. Februar in Saudi-Arabien startet, an?

«Das muss ich, glaube ich, so angehen wie ein neuer Junge in der Schule. Ich muss mir den Respekt der anderen erarbeiten, erfahren, kann nur durch Leistung glänzen. Die DTM-Titel sind schön und gut, aber man hat beispielsweise bei Gary Paffett gesehen, dass er sich als DTM-Champion in der Formel E sehr, sehr schwergetan hat», sagte Rast, der im vergangenen August beim Finale in Berlin sechs Rennen absolvierte, die anderen Strecken aber nicht kennt und an einem Rennwochenende seine Stärke, die Datenanalyse und Umsetzung, durch die begrenzte Zeit nur bedingt ausspielen kann.

«Den einen oder anderen Fahrer kenne ich natürlich schon, aber ja, das sind Hochkaräter, viele aus der Formel 1, Formel 2. Viele, die um den Sieg fahren, sind auch aktuell noch in Formel-1-Programmen eingebunden. Ich freue mich, dass ich da dabei bin, aber muss meine Ellbogen schon ausfahren», stellte Rast klar.


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