Keine Titelverteidigung durch Cudlin

Von Esther Babel
IDM Supersport
Cudlin gibt die Hoffnung nicht auf

Cudlin gibt die Hoffnung nicht auf

Der IDM-Supersportmeister 2010 wird in dieser Saison nicht mehr dabei sein. Seine Enttäuschung ist gross.

In einer Pressemitteilung liess der Australier Damian Cudlin verlauten, dass er in der IDM-Supersport 2011 seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen wird. Als Gründe nennt er das Fehlen von Sponsorgeldern und politische Auflagen.

«Nach meinem Erfolg in der Saison 2010 gab es kaum einen Zweifel daran», glaubt Cudlin, «dass ich für 2011 einen Top-Platz ergattern würde. Doch heute, gut einen Monat vor dem IDM-Saisonstart, bin ich noch immer arbeitslos. Das ist sehr enttäuschend für mich. Zugegeben, ich hatte viele Möglichkeiten. Doch überall gab es Bedingungen, die für mich nicht akzeptabel waren. Finanzieller oder politischer Natur.»

Lange hatte der Australier, der während der Saison mit seiner Frau Amy in Europa lebt und weiter mit seinem Vorjahresmechaniker Lars Sänger zusammenarbeiten wollte, mit dem Team Suzuki Mayer aus Passau verhandelt. «Wir konnten uns finanziell nicht einigen», erklärte Firmenboss Werner Mayer. «Das lag einfach nicht in unserem Budget.» Den Job hat inzwischen der Belgier Didier van Keymeulen. Auch die Verhandlungen mit dem Team Racing53 blieben ergebnislos. «Die IDM Supersport ist keine Klasse zum Geld verdienen», glaubt Teamchef Andreas Bronnen. «Das ist was für Enthusiasten.»

Cudlin wird nun in der Langstrecken-WM an den Start gehen und als Testfahrer beim MotoGP-Projekt des Teams MarcVDS dabei sein. «Es ist frustrierend», so Cudlin, «dass man sich trotz der Startnummer 1 keinen Job sichern kann, bloss aus politischen Gründen. Viele Fahrer bringen Geld in ein Team mit ein. Ich kann das nicht, weil ich einfach keines habe. Die Epidemie der Bezahlfahrer grassiert seit Jahren. Fahrer müssen sich ihren Job durch persönliche Kontakte, durch die eigene Familie oder durch ihr Erspartes sichern. Das ist wie ein schwarzes Loch. Eines Tages werden nur noch die reichsten und nicht mehr die schnellsten Fahrer gegeneinander antreten.»

Währenddessen hofft Cudlin noch immer auf einen Last-Minute-Deal für die IDM. «Ich halte an meinen Zielen und meiner Haltung fest», erklärt er. «Bis jetzt konnte mir kein Team das Nötige bieten, was ich brauche, um Rennen zu fahren und die Saison über in Europa zu überleben. Ich weiss, dass ich gewinnen kann. Ich liebe diesen Sport und meine Frau und ich haben unser Leben darauf ausgerichtet. Doch ohne ein gewisses Mass an Unterstützung kann ich einfach keine Rennen fahren.»
 

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