Sarah Heide: Der Drops ist gelutscht

Von Esther Babel
IDM Supersport
In der ersten Saisonhälfte konnte die IDM-Supersport-Pilotin Sarah Heide in jedem Rennen punkten. Doch mit dem Schleizer Dreieck steht ihr die schwerste Strecke noch bevor.

Seit der Saison 2006 sind Sarah Heide als IDM-Pilotin und Stefan Laux als ihr Teamchef und Mechaniker ein eingespieltes Team. Vor der momentanen Sommerpause der IDM Supersport, es geht erst Anfang August auf dem Schleizer Dreieck weiter, unternahmen die beiden Ende Juni noch einen gemeinsamen Ausflug zum IDM-Lauf auf dem Red Bull Ring.

«Während in Deutschland ein Unwetter dem anderen folgte, zeigte sich der Red Bull Ring mit 37 Grad Lufttemperatur und 60 Grad Asphalttemperatur eher von seiner heissen Seite», berichtet Laux vom Österreich-Ausflug. «Sarah steigerte sich wieder von Turn zu Turn und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um über eine Sekunde verbessern.»

Vom 13. Startplatz aus nahm Heide dann die beiden Rennen in Angriff. Das erste Rennen startete die Suzuki-Pilotin im Gegensatz zur ihrer sonstigen Performance verhalten und wurde in der ersten Kurve nach aussen geschoben. Eine Vollbremsung war nötig, um Schlimmeres zu verhindern.

«Nach einer beherzten Aufholjagd und Zeiten, die für einen fünften Platz gereicht hätten, beendete sie das Rennen auf einem super elften Platz», freut sich Laux. «Vor dem aktuellen IDM-Meister Tatu Lauslehto. Ihre Rundenzeit war mit 1.34,2 ganze 1,8 Sekunden schneller als bei ihrem Rennen im Vorjahr.»

Zum zweiten Rennen am Sonntag wurde es auch nicht kühler und die Temperaturen verlangten einiges von Fahrer und Maschine ab. Heide fand von Anfang an keinen guten Rhythmus und baute nach eigener Aussage mehrere kleine Fehler ein. In der letzten Kurve vor der Zieldurchfahrt verlor sie noch einen Platz an Manou Antweiler und kam auf Rang 13 an.

«Die Rundenzeiten lagen dennoch auf dem Niveau der Punkteränge, bis in die Top Ten rein, und es wäre noch mehr drin gewesen», ist sich der Teamchef sicher. «Angesichts der Tatsache, dass Sarah in 17 Rennrunden nur 15 Sekunden auf die Spitze verlor, also weniger als eine Sekunde pro Runde, ein erfreuliches Ergebnis.»

Die Ansprüche steigen

«Das war ein anstrengendes Wochenende mit durchwachsenen Gefühlen», offenbarte Heide. «Einerseits war das Samstagsrennen erste Sahne, andererseits bin ich mit meinen Leistungen vom Sonntag überhaupt nicht zufrieden. Ich weiss nicht genau, woran es lag. Aufgrund der Erkenntnisse vom Samstag hatten wir am Fahrwerk noch eine Kleinigkeit geändert und im Warm-up am Morgen mit gebrauchten Reifen hat es sich besser angefühlt. Nur zum Rennen bekam ich kein vernünftiges Gefühl für das Motorrad und fand keinen Rhythmus. Vielleicht lag es am Fahrwerk oder an der höheren Asphalttemperatur oder eben nur an mir, dass ich schlechter drauf war. Wir wissen es nicht so richtig.»

 «Kopf hoch», tröstet Laux. «Der Drops ist gelutscht. Wir konzentrieren uns auf das nächste Rennen. Grundsätzlich könnten wir eigentlich zufrieden sein. Aber es ist schon irgendwo verrückt. Letztes Jahr hätten wir uns über einen 13. Platz und so eine Rundenzeit riesig gefreut, jetzt sind wir bedrückt. Mit der Zeit steigen die Ansprüche und wenn man weiss, dass mehr drin gewesen wäre, ist das schon bedauerlich. Auf der anderen Seite hat Sarah in diesem Jahr bis jetzt einen super Job gemacht, und das ist doch schon sehr zufriedenstellend. Jetzt geht es nach Schleiz. Ich denke, da werden wir wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, da das für Sarah die schwerste Strecke im Kalender ist und wir froh sind, wenn wir in die Punkte fahren. Lassen wir uns mal überraschen. Man weiss nie, was noch so alles passiert. Das ist eben Rennsport.»

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