Fahrverbote: Motorradfahrer boykottieren Tirol

Von Rolf Lüthi
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Damit haben sie wohl nicht gerechnet: Motorradfahrer halten zusammen, eine Stornowelle bricht über die Tiroler Hotels herein. Grund sind willkürlich festgelegte Fahrverbote für laute Motorräder.

Dass die grüne Tiroler Verkehrslandrätin Ingrid Felipe mit der üblichen Arroganz ignoriert, dass Motorradfahrer bei den Hotelbesitzern beliebte Gäste sind, muss nicht erstaunen. Wie die Motorradszene, die es in den vergangenen 20 Jahren versäumte, auf leisere statt lautere Motorräder umzusteigen, lebt auch die Öko-Szene in ihrer eigenen Blase. In dieser Blase spielen wirtschaftliche Überlegungen eine untergeordnete Rolle. Das Geld kommt vom Staat.

Man mag in der heutigen Motorradszene viele Unzulänglichkeiten beklagen, aber eines konnten die Motorradfahrer schon immer: Zusammenhalten und sich gemeinsam zur Wehr setzen, wenn Einschränkungen der Freiheit drohen.

Die Tiroler Hoteliers und Gastronomen sind ausgerechnet jetzt, kurz nach der Coronakrise, mit einer neuerlichen Stornowelle konfrontiert. Verärgerte Motorradfahrer stornieren ihre Buchungen. Nicht nur solche, die wegen zu lautem Standgeräusch mehrere Strecken in Tirol nicht befahren dürfen.

Weit zahlreicher sind die Stornierungen aus Solidarität. Auch Motorradfahrer, deren Motorrad den willkürlich festgelegten Grenzwert von 95 dB unterschreitet, sagen ab und fahren woanders hin. Selbst österreichische Motorradfahrer sagen reservierte Übernachtungen in Tirol ab. Bereits wird in der Motorradszene zum ganzjährigen Boykott Österreichs aufgerufen.

Besonders bitter ist die Stornowelle für Hotels, die sich auf Motorradfahrer spezialisiert haben, wie etwa die Moho-Hotels. Deren acht befinden sich im Land Tirol. Auf hogapage.de, einem Branchenportal der Gastronomie, schilderte Kai Bürskens vom Hotel Schönauer Hof im vom Fahrverbot betroffenen Lechtal die Auswirkungen grüner Verkehrspolitik. «Wir haben alleine in der Woche nach Bekanntwerden des Fahrverbots 48 Stornos reinbekommen. Viele Biker sind stinksauer und stornieren ihren Urlaub aus Solidarität, obwohl sie mit ihrem Motorrad gar nicht betroffen wären. Sogar aus Obertauern, das in Salzburg liegt und von dem Verbot nicht betroffen ist, bin ich von Kollegen über Stornos informiert worden», klagte Bürskens.

Wenig Verständnis für diese Maßnahme bringt auch Josef Hackl, Obmann der Sparte Tourismus der Wirtschaftskammer Tirol auf: «Natürlich hat der Motorradverkehr in der Region in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, aber völlig legale, serienmäßige Motorräder plötzlich zu verbieten, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Gerade in der jetzigen Situation, wo wir schauen müssen, dass wir im Tourismus und der Gastronomie in Tirol wieder dort hinkommen, wo wir vor der Coronakrise waren. Im Moment brauchen wir jeden Gast. Aus Sicht der Wirte ist diese Maßnahme also völlig kontraproduktiv. Speziell Motorradfahrer sind in den letzten Jahren zu einer wichtigen Klientel geworden, die einiges Geld in den Lokalen und Hotels ausgeben.»

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