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Hiroshi Aoyama: «Honda baut keine Moto2-Maschine»

Von Günther Wiesinger
Honda Asia muss jetzt in den Kalex-Chassis in der Moto2-WM Triumph- statt Honda-Motoren verwenden. Doch Teammanager Hiroshi Aoyama beteuert: «Honda will keine eigenen Moto2-Maschinen bauen.»

Das Honda Team Asia tritt in der Moto3-WM mit den Japanern Ai Ogura und Kaito Toba an, in Doha wurde dan Toba ein triumphaler Sieg gefeiert. Beide japanischen Talente kommen aus dem Red Bull Rookies-Cup. In der Moto2-Klasse bemühen sich für das ebenfalls von Hiroshi Aoyama gemanagte Idemitsu Honda Team Asia der Thailänder Somkiat Chantra und der Indonesier Dimas Ekky Pratama. Chantra schied in Doha aus, Pratama landete auf Platz 24.

Eigentlich ist es verwunderlich, dass das Honda-Asia-Rennstall in der Moto2-WM weitermacht, nachdem die 600-ccm-Einheitsmotoren von Honda nach neun Jahren verschwunden sind und durch die 765-ccm-Dreizylinder von Triumph ersetzt wurden.

Der 36-jährige Japaner Hiroshi Aoyama, 250-ccm-Weltmeister 2009 auf Honda und neunfacher GP-Sieger (250 ccm), hat die Teamführung in beiden Klassen vor einem Jahr von Tadayuki Okada übernommen. «Ja, ich hatte auch die Idee, dass HRC jetzt eigene Chassis bauen könnte für die Moto2-Klasse – wie KTM. Ich habe das bei HRC vorgeschlagen, aber im Grunde hat man mir gesagt, man müsse sich auf die MotoGP-WM konzentrieren, man habe vorläufig nicht genug Manpower für so ein Projekt», schilderte Aoyama im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Momentan besteht also kein Plan für so ein Projekt. Aber das kann sich irgendwann ändern.»

Bei HRC existieren ja die Chassis für die NSF 250RW-Moto3-Maschinen, dazu gibt es das Knowhow aus der 250-ccm-WM und der MotoGP, deshalb sollte die Entwicklung eines Moto2-Bikes keine Hexerei sein.

«Es gab ja Gerüchte im Paddock, Honda Asia-Team würde sich aus der Moto2-WM zurückziehen, wenn die neuen Einheitsmotoren kommen. Aber das war nie beabsichtigt», erklärte Aoyama, der als Fahrer nach dem schweren MotoGP-Crash im Interwetten-Honda-Team 2010 in Silverstone (Brustwirbel gebrochen) nie mehr seine Bestform erreichte. «Wir brauchen die Moto2 für unsere Struktur, die vom Asian Talent Cup über das Moto3-Team in die Moto2 und eventuell in die MotoGP führt. Diese Strukturen sind wichtig für Honda.»

Seit dem Abgang von Takaaki Nakagami hat Honda Asia nie mehr einen Topfahrer für die Moto2-Klasse gefunden. «2019 haben wir Chantra und Pratama. Chantra ist bisher nur die Moto3-Junioren-WM gefahren, er hat keine Moto2-Erfahrung, er kennt auch die meisten Strecken nicht, zumindest nicht jene in Übersee. Also dürfen wir bei den ersten drei Grand Prix nicht sehr viel erwarten», meint Hiroshi Aoyama. «Aber beide Fahrer haben Talent.»

Aoyama selbst ist 2017 noch in Motegi statt Jack Miller als MotoGP-Ersatzfahrer bei Marc VDS eingesprungen, in Sepang hat er im Januar 2018 mit Bradl noch als MotoGP-Testfahrer agiert. «Natürlich vermisse ich das Rennfahren. Aber jetzt bin ich Teammanager», seufzte Hiroshi.

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