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Moto3-Champ Alonso: «MotoGP für 2026 eine Option»

Von Thomas Kuttruf
Für Moto3-Weltmeister David Alonso führen alle Wege in die MotoGP. Die Frage ist nur – wann dockt das Supertalent aus Kolumbien in der Königsklasse an? Alonso selbst schließt einen Einstieg bereits für 2026 nicht aus.

Trotz einer unfassbaren Rennsaison 2024 wäre es übertrieben, den Moto3-Weltmeister und zukünftigen Moto2-Piloten als absoluten Schnellstarter zu bezeichnen. Erste Wildcard-Einsätze in der kleinsten WM-Klasse endeten 2021 und 2022 ohne Highlight. Dafür gelangen dem Kolumbianer dann in seiner ersten kompletten WM-Saison zwei Siege und WM-Rang 3. Der Durchmarsch, wie 2024 gesehen, war am Ende doch eine kleine Überraschung.

Nach einer Saison voller Rekorde und der Bestmarke von 14 Siegen in einer GP-Saison ändern sich auch die Erwartungen. Vom großen Talent stieg Alonso binnen weniger Monate zum neuen Helden des Fahrerlagers auf. Vergleiche mit «dem nächsten Acosta» waren unumgänglich – auch wenn die Gegenüberstellung so direkt nicht funktioniert.

Denn der Spanier und jetzige MotoGP-Werksfahrer der Österreicher holte sich den Titel in der Moto3 bereits im Premierenjahr und benötigte dann zwei Jahre für den nächsten Titel und den Aufstieg in die Topliga des Fahrerlagers.

Dennoch sehen nicht nur leichtgläubige Optimisten den jungen David Alonso ebenfalls bereits in der MotoGP. Auch der Athlet selbst zieht mit gewachsenem Selbstbewusst einen Durchmarsch in Betracht. Alonso sieht aber auch eine klare Bedingung für einen Wechsel in die MotoGP bereits zur Saison 2026: «Ich würde nicht ausschließen, bereits in einem Jahr in die MotoGP zu wechseln. Die Klasse ist natürlich das Ziel. Doch dort schon 2026 zu starten, ginge nur, wenn ich 2025 Weltmeister in der Moto2 werde. Würde mir das gelingen, dann gäbe es eine Option. Aber – ich glaube nicht, dass es realistisch ist.»

So sehr der 18-Jährige auch bereits jetzt auf dem Radar aller Teams und Werke ist – eine realistische Chance, bereits 2026 in der MotoGP zu starten, gäbe es planmäßig nur in Verbindung mit Honda. Denn mit Ausnahme der beiden Honda-Piloten Marini und Zarco besitzt das gesamte Feld fixe Vereinbarungen bis einschließlich 2026. Die meisten Verträge wurden so gestaltet, dass es zur nächsten großen Bewegung auf dem Transfermarkt kommt, wenn auch die Technik der MotoGP auf das neue Regelwerk ab 2027 umgestellt wird.

Alonso und sein Management können es also entspannt angehen lassen – denn trotz Bemühungen auf Seiten der Japaner – mit höchster Wahrscheinlichkeit wird Honda auch in zwölf Monaten nicht auf den MotoGP-Olymp zurückkehren. Und ein Pilot mit dem Format David Alonsos wird sich daher lieber gedulden, 2027 einen sicheren Ritt auf einem Siegerbike aus Europa wahrzunehmen.

Unabhängig vom Abschneiden in seiner Rookie-Saison in der Moto2 spricht auch für Alonso nichts gegen einen Verbleib in der mittleren Kategorie bis 2027: «Die Moto2 ist sehr speziell und mir ist bewusst, dass es hier jede Menge zu lernen gibt. Je besser man sich auf die MotoGP vorbereitet, desto besser. Ein gutes Beispiel ist Johann Zarco.»

Der Franzose schaffte bislang einmaliges. Zarco wurde 2015 und 2016 in der Mannschaft von Aki Ajo auf einer Kalex Weltmeister der mittleren Kategorie. Kein anderer Fahrer der Moto2 verteidigte bislang die WM-Krone. Bis der schnelle Franzose sich aber erstmals feiern konnte, da waren bereits drei Moto2-Jahre vergangen. Nach seinem Einstieg in die Königsklasse hat Johann Zarco mit WM-Rang 6 dann einen entsprechend starken Einstand.

In der seit 2010 ausgeschriebenen Moto2 gab es bislang noch keinen Piloten, dem es gelang, den Titel als Rookie zu holen. Das nächste Ziel für Rekordsammler Alonso ist damit klar. Gelingt dem Kolumbianer das scheinbar unmögliche, dann dürfte es heißen «Freie Auswahl» bei der Wahl eines MotoGP-Vertrags.

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