MX2-SM, Roggenburg: Biffiger siegt beim Comeback

Von René Streuli
Motocross-SM

Nach zehnwöchiger Verletzungspause gewinnt Kevin Biffiger das letzte Meisterschaftsrennen in Roggenburg vor dem neuen Schweizermeister Andy Baumgartner und Vize-Champ Cyrill Scheiwiller.

Aufgrund des ersatzlos gestrichenen Finales von Cossonay sicherte sich Andy Baumgartner seinen ersten MX2-Titel vorzeigt. #Cyrill Scheiwiller, der vor Roggenburg 52 Punkte Rückstand auf Baumgartner aufwies, hatte seinerseits gegenüber Kevin Auberson ebenfalls einen zu grossen Vorsprung, um vom Westschweizer noch hätte gefährdet werden können.

Offen war die Entscheidung, wer hinter den beiden Meisterschaft-Dominatoren Baumgartner und Scheiwiller als Meisterschafts-Dritter aufs Podium steigen würde. Rechnerisch konnten sich neben dem Favoriten Auberson auch noch die Saisonentdeckung Enzo Steffen, sowie Kevin Biffiger und Luca Bruggmann Chancen ausrechnen.

Unter der heissen Sonne von Roggenburg, sahen die in Scharen angereisten Zuschauer, wie der neue Meister Baumgartner mit der schnellsten Quali-Zeit im Gepäck aus dem Startbalken schoss und das Feld in die erste Runde führte. In Führung liegend setzte der Romanshorner in leucht-orangem Outfit und mit der roten Startnummer 1 zu seinem grossen Showlaufen an. Innerhalb weniger Runden setzte er sich entscheidend von seinen Gegnern ab, um einem verdienten und nie gefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegenzufliegen.

Da ohnehin schon fast alles entschieden war, wurde ansonsten überwiegend taktisch gefahren. Nichts von einer Kehrausstimmung wissen wollte Comebacker Biffiger, der sich in Topverfassung präsentierte - von seiner auskurierten Schulterverletzung war nichts zu erkennen. Dies sollte auch Auberson erfahren, der bis vier Runden vor Schluss wie der sichere Zweite aussah. Doch dann kam mit Biffiger der wohl fitteste Fahrer im MX2-Feld, welcher Auberson noch Platz 2 abjagte.

Nur suboptimal verlief das erste Rennen für Vize-Meister Scheiwiller, der nur wenige Meter nach dem Start in ein Gedränge verwickelt wurde und so entscheiden Boden verlor. Bei der ersten Zieldurchfahrt auf Platz 33 liegend, demonstrierte er sein Können in Form einer sehenswerten Aufholjagd, die ihn schliesslich noch auf Rang 7 brachte.

Nicht richtig auf Touren kam die grosse Saisonentdeckung Enzo Steffen, der sich mit Rang 9 begnügen musste. Derweil Bruggmann mit Platz 7 nur unwesentlich besser abschnitt als der erst 17-jährige Steffen. Damit stand Auberson noch vor dem zweiten Heat bereits als Meisterschafts-Dritter fest.

Der zweite Lauf begann mit einem Paukenschlag des erst 16-jährigen Toggenburger Nico Seiler. Während dreier Runden gelang es dem Teenager, die Verfolger in Führung liegend in Schach zu halten, ehe Vize-Champ Scheiwiller das Kommando übernahm. Mit einer überzeugenden Darbietung rehabilitierte er sich für die eher misslungene Vorstellung in Moto 1. Hinter Scheiwiller kam Biffiger mit seiner aggressiven Fahrweise erneut auf Platz 2, gefolgt vom ebenfalls sehr stark auftretenden Cyrille Flury.

Stark auch der Auftritt des bis anhin eher unauffälligen Robin Scheiben, der mit dem vierten Platz ein dickes Ausrufezeichen setzte.

Andy Baumgartner stürzte unmittelbar nach dem Start, rappelte sich aber umgehend wieder auf, um zu einer sehenswerten Aufholjagd anzusetzen. Runde um Runde schnupfte er die vor ihm liegenden Fahrer auf. Am Ende reichte es hinter Auberson noch zu einem sehr guten sechsten Platz. Seiler unterstrich nach sehr gutem Start und starker Leistung sein grosses Talent mit einem sehr guten Platz acht.

Mit einem überzeugenden 2-2-Resultat gewann Kevin Biffiger verdientermassen die Tageswertung vor Schweizermeister Baumgartner und Vize-Champ Scheiwiller. Mit seinem zweiten Tagessieg hinterlegte der Westschweizer denn auch gleich die Visitenkarte für die Saison 2016.

Tagessieger Kevin Biffiger: Nach meiner langen Verletzungspause konnte ich erst seit drei Wochen wieder trainieren. Ich kam hierher, um zwei gute Rennläufe zu zeigen und um mein gutes Gefühl auf dem Bike wieder zu erlangen. Zudem habe ich gehofft, einen Podiumspatz einfahren zu können. Ich glaubte zudem auch, dass ich mit zwei perfekten Starts und mit zwei optimalen Rennen vielleicht sogar gewinnen kann. Ich bin in der Meisterschaft von fünf auf vier vorgestossen, was mich sehr zufrieden stimmt - natürlich wäre mit dem Finale in Cossonay eventuell sogar noch Gesamt-drei möglich gewesen, aber es ist nun mal so wie es ist (…). Wichtig für mich war zudem auch die Erkenntnis, dass meine Schulter auch unter Rennbedingungen wieder absolut in Ordnung ist.

Schweizermeister Andy Baumgartner: Auch wenn mir der Titel bereits sicher war, wollte ich nochmals voll konzentriert an die Sache rangehen, um einen guten Abschluss zu erzielen. Im ersten Heat ist mir das sehr gut gelungen. Im zweiten Rennen stürzten unmittelbar nach dem Start zwei Fahrer vor mir, wodurch ich vom einen mitgerissen wurde und ebenfalls zu Boden musste. Später bin ich dann nochmals gestürzt. Nach der zum Teil sehr stark gewässerten Strecke war es schwierig zu überholen, da es nur zwei schnelle Spuren gab. Auch dank meiner sehr guten Kondition konnte ich mich immerhin noch bis auf Rang sechs vorarbeiten. Ob ich in der kommenden Saison weiterhin MX2 oder Open fahren werde, wird sich in den kommenden Wochen nach eingehenden Tests entscheiden. Aber so oder so werde ich weiterhin auf dem orangen Bike unterwegs sein.

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