Andorra: Heimat vieler Stars – alle werden getestet

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Aleix Espargaró in Andorra nach dem Radtraining auf der Terrasse

Aleix Espargaró in Andorra nach dem Radtraining auf der Terrasse

Viele prominente Motorsportler leben im Steuerparadies Andorra auf nur 468 Quadrat-km – bei geschlossenen Grenzen und vielen Verboten.

In Europa sind die verschiedenen Länder sehr unterschiedlich von der Coronakrise betroffen. Der Zwergstaat Andorra erstreckt sich auf 468 Quadrat-km, die Hauptstadt liegt auf mehr als 1000 Meter Seehöhe zwischen Spanien und Frankreich in den Pyrenäen, und in diesem Land leben pro Quadratmeter mehr Motorradrennfahrer als in irgendeinen anderen Teil der Welt. Das liegt in erster Linie an den Steuerbehörden, die alle prominenten Athleten so gut wie ungeschoren lassen.

Im Steuerparadies Andorra leben insgesamt 77.543 Menschen. Darunter befinden sich Fabio Quartararo, Jack Miller, Maverick Viñales, Pol und Aleix Espargaró, Jorge Martin, John McPhee, Jorge Navarro, Alex Rins, Iker Lecuona, Chaz Davies, Leon Camier, Simon Crafar, Ruben Xaus, Trial-Superstar Toni Bou und Enduro-Ausnahmekönner Taddy Blazusiak. Auch das Avintia-Team hat sich dort niedergelassen sowie MotoGP-Race Director Mike Webb.

Bradley Smith hat viele Jahre dort gewohnt, aber er haust jetzt in Monte Carlo, wie auch LCR-Teamchef Lucio Cecchinello, Max Biaggi, Loris Capirossi und Ex-GP-JiR-Teambesitzer Luca Montiron zuhause sind.

Die prominenten Andorra-Bewohner leben zwischen den Hotspots Frankreich und Spanien; bisher sind dort insgesamt 638 positive Fälle bestätigt worden, 29 Personen sind gestorben.

Der Virus hat Andorra erst am 2. März erreicht, durch einen 20-jährigen Mann, der aus Mailand zurückgekehrt ist und positiv getestet wurde. Am 12. April lag die Infektionsrate in Andorra bei einem Fall pro 2674 Einwohner.

Der niedrigste Punkt von Andorra liegt auf 809 Metern Seehöhe, der höchste Gipfel ist 2942 hoch. Nicht weniger als 65 Berggipfel überragen die 2000-Meter-Marke. Andorra ist von der Fläche her  der größte der sechs Zwergstaaten in Europa.

Auch in Andorra wurden inzwischen strenge Maßnahmen verhängt. Am 16. März wurden bereits die Schulen geschlossen und alle Kultur-veranstaltungen abgesagt. Premierminister Xavier Espot ließ alle öffentlichen Geschäfte schließen, nur Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen und Apotheken durften geöffnet bleiben. Selbst der Staatsfeiertag wurde abgesagt. Auch riskante Tätigkeiten (zum Beispiel auf Baustellen) wurden untersagt. Die Grenzen wurden geschlossen, man darf Andorra vorläufig nur aus gesundheitlichen Gründen oder wegen des Transports lebenswichtiger Güter verlassen – oder wenn man in sein Heimatland zurückkehren will.

In Andorra wurden bereits 1675 Covid-19-Tests durchgeführt. Und die Regierung will jetzt so rasch wie möglich jeden einzelnen Bewohner auf den Coronavirus testen lassen!

Außerdem tüftelt die Regierung jetzt neue Gesetze für eine Alarmbereitschaft (wie in Spanien) oder den Ausruf des Notstands aus, weil solche Maßnahmen bisher in der Verfassung bei Krisen nicht vorgesehen sind.

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