Internationale Sidecar Trophy

International Sidecar Trophy: Auftakt in Schleiz

Von Andreas Gemeinhardt und Eckart Rösinger - 17.05.2011 02:47

Die International Sidecar Trophy bestritt im Rahmen der Seitenwagen-Weltmeisterschaft auf dem Schleizer Dreieck ihr erstes Rennwochenende der Saison 2011.

Auf Deutschlands ältester Naturrenstrecke traten 29 Teams zur ersten Saisonveranstaltung der International Sidecar Trophy an. Wie auch im letzten Jahr starten in dieser Serie F1-Gespanne (1000ccm), F2-Gespanne (klassischer Gespannbau - 600ccm) und die Maschinen der F3-Kategorie (seriennahe Gespanne bis 1300 ccm) gemeinsam.

Qualifying
Im Qualifying setzten sich die Briten Ken Knapton/Jason Miller vor Rolf Schmitz/Jens Lehnerts durch. Auf Startplatz 3 und 4 folgten mit Eckart Rösinger/Andy Kolloch sowie Max und Marvin Gärner die ersten F2-Gespanne. Dahinter reihten sich Chris Baert/Knut Wassiak und Jean-Louis Hergott/Stephane Josse ein. Um von den 29 zum Training zugelassenen Teams 24 für die Punkteläufe herauszufiltern, setzten die Macher der Sidecar Trophy das Quali-Rennen an. «Bei uns fährt jeder mindestens ein Rennen am Wochenende», erklärt Karl Auer, einer der Mitorganisatoren der Trophy. « Wir schicken niemand nach zwei Trainingsläufen nach Hause. Jede Rennstrecke hat beschränkte Teilnehmerzahlen für Training und Rennen, da können wir nichts dran ändern. Ausserdem hat jedes Team, das im Quali-Rennen hängen bleibt, die Möglichkeit nachzurücken, wenn ein anderes Team Probleme hat und seinen Startplatz nicht einnehmen kann.» Eckart Rösinger, Gesamtsieger der Trophy 2010 und zweiter Teil an der Spitze des Organisationsteams fügte hinzu: «Auch wenn nicht jeder dieses Systhem auf Anhieb durchschaut, so sehen wir dies als das fairste jedem Teilnehmer gegenüber an. Wir haben den ganzen Winter daran getüftelt. Abschauen konnten wir es uns nirgendwo. Sind wir doch die einzige Rennserie, die zurzeit mit solch einem übervollen Feld zu arbeiten hat.»

Qualifikations-Rennen (6 Runden)

Sofort nach dem Start des Qualifikations-Rennens gingen Hergott/Josse in Führung, die sie bis ins Ziel auf 34 Sekunden ausbauen konnten. Sie hatten im Training verschiedene technische Probleme und waren so ins Quali gerutscht. Dahinter aber entbrannte ein heisser Fight zwischen dem «Swiss Lady Team» Sophia Kirchhofer/Anna Burkhard und ihren Landsleuten Andres Nussbaum/Tobis Aebischer, den Kirchhofer/Burkhard unter lautem Jubel der Boxenmannschaft für sich entscheiden konnte. Die zwei Damen zogen die ganze Aufmerksamkeit auf sich, dies aber vor allem ihrer sportlichen Leistung wegen. Sie haben sich am ersten Rennwochenende des Jahres zu ernstzunehmenden Konkurrenten entwickelt. Die beiden charmanten Schweizerinnen setzten ein von Peter Küng vorbereitetes LCR-Chassis mit Suzuki-1000-Motor ein. Tassilo Gall/Jerry Walker würgten am Start den Motor ab und gingen als Vorletzte in die erste Kurve. Sehenswert die Aufholjagd der beiden durch das gesamte Feld. Der Drang nach vorne endete in der letzten Schikane vor Start und Ziel als sie zu dritt mit dem Swiss Ladies Team und Nussbaum/Aebischer auf die Zielgerade einbogen. Gegen die 1000 ccm der Konkurrenz konnten sie mit ihrem F2 nichts ausrichten und gaben sich mit dem undankbaren 4 Platz zufrieden, wohl wissend das sie das schnellste F2-Team in diesem Feld waren. Beifahrer Jerry Walker ging an diesem Wochenende an seine Leistungsgrenzen. Im Rahmen der Weltmeisterschaft fuhr er zwei Rennen im Beiwagen von Josef Moser, dann noch die drei Rennen zur Sidecar Trophy mit Tassilo Gall. Zufrieden waren auch Dieter Ess/Kerstin Loleit. Sie fuhren in Schleiz ihr erstes Gespannrennen überhaupt. Man hat im Winter in ein neues RSR-Fahrwerk investiert und freute sich hier über das Ergebnis das sie ins Hauptfeld beförderte. Auch wenn sie am Wochenende knapp an den Punkten vorbeischrammten nehmen sie doch eine positive Bilanz mit nach hause.

Sprint-Rennen (7 Runden)
Den Start gewannen Hergott/Josse mit ihrer BMW-Power aus der dritten Reihe. Rösinger/Kolloch konnten sich den zweiten Platz sichern. Schmitz/Lehnertz und Knapton/Miller dagegen kamen nicht optimal weg. Das Paket aus drei F1-Gespannen, sowie Rösinger/Kolloch auf ihrer F2-Baker-Suzuki konnten sich schnell vom Feld absetzten. «Wir hatten mit den ‚drei Grossen’ vor uns einen perfekten Windschatten», erklärte Kolloch. «Ständig fuhren sie nebeneinander und boten uns eine fast luftfreie Zone.» Zwischenzeitlich setzten sich die Trainingsschnellsten Knapton/Miller an die Spitze. Zwischen Hergott/Josse und Schmitz/Lehnertz war die Sache schon unklarer. Permanent versuchte man sich gegenseitig aufzureiben. Am Ende hatten die Franzosen die Nase vorne und beendeten das Rennen als Zweite. Rösinger Kolloch wurden ungefährdet Vierte vor den Gärner-Brüdern, die sich am Ende deutlich vor den immer besser in fahrt kommenden Nussbaum/Aebischer behaupten konnten. Baert/Wassiak, eigentlich für super Starts bekannt, wurden zu Beginn des Rennens eingeklemmt und beendete es auf Rang 7 vor Gall/Walker. Auf Platz 9 und 10 landeten Kirchhofer/Burkard vor dem Ehepaar Markus und Diana Schwegler. Immer besser kommen Günther Bachmaier/Thomas Eisentraut und Peter Kimmeswenger/Markus Billich mit ihren neuen Gespannen in Fahrt. Bei den F3-Gespannen war es Claus Pickl mit seinem exotischen Beifahrer David Mukabane aus Kenia die den Klassensieg vor Rudolf Baumann/Stefan Huber abräumten. Beide setzen ja die Hayabusa-Triebwerke von Suzuki ein (1300 ccm). Doch auf Grund des technisch bedingten hohen Gewichtes ihrer seriennahen Fahrzeuge haben sie gegen die leichten und wendigen F2-Gespanne kaum eine Chance. Das Ehepaar Peter und Helga Gierlinger hatte Pech im Training. Nach wenigen Runden steckte eines der vier Pleuel ihres Motors aus dem Gehäuse. Der Motorwechsel verhinderte weitere Trainingsrunden. Beide waren froh, über das Quali-Rennen den Weg ins Rennen gefunden zu haben.

Hauptrennen (12 Runden)

Erneut waren es Hergott/Josse die sich aus der dritten Startreihe an die Spitze katapultierten. Dahinter Schmitz/Lehnertz und Knapton/Miller, die diesmal den Start nicht verschliefen. Rösinger/Kolloch sassen auf dem Logenplatz für das, was dort noch folgen sollte. Mehrmals berührten sich die drei Gespanne, Schrammen hier, Lackaustausch da. «Wir hielten uns zirka zwei Sekunden zurück», berichtete Rösinger. «Wir nahmen an, irgendeiner der drei Wilden würde sich gleich drehen. Aber irgendwie ging es vorläufig gut ab.» Knapton konnte sich dann erneut etwas absetzen. Der innige Fight aus den Sprintrennen zwischen dem Franzosen und dem Zimmermann aus der Nähe von Luxemburg hingegen wurde mit aller Inbrunst und Härte fortgesetzt. Mehrfaches Positionstauschen bis es dann zu Rennmitte zu dem überfälligen Knall kam. Beim Überrunden ging den Beteiligten der Platz aus. Am Ende war es Schmitz, der an seinem Chassis starke Blessuren davongetragen hatte und das Rennen aufgeben musste. Rösinger/Kolloch fuhren durch den Ausfall von Schmitz/Lehnertz bedingt einem ungefährdeten dritten Platz und damit einem weiteren Klassensieg bei den 600ern entgegen. Nussbaum/Aebischer konnten ihren Konditionsvorteil gegenüber den Swiss Ladies nutzen und fuhren ihr bestes Trophy-Ergebnis mit Rang vier ein. Noch kurz vor Schluss schnupften sie Baert/Wassiak auf. Für Max und Marven Gärner blieb nur der sechste Rang, aber erneut auch für sie 20 Punkte für den zweiten Platz in der internen Trophy-600-Wertung. Dahinter mit Kimmeswenger/Billich, Gall/Walker und dem Ehepaar Schwegler drei weitere F2-Gespanne. Die Leistungsdichte in dieser Kategorie ist in diesem Jahr extrem zusammengerückt. Weitere spannende Rennen sind vorprogrammiert. Berufsschullehrer Sebastian Winter aus dem Schwarzwald muss sich noch an seine neue LCR-F2 mit Yamaha- R6-Motor sowie an seinen neuen Beifahrer gewöhnen. Auch hier wird der Anschluss an das hohe F2-Level in der Serie in Kürze erwartet. Die technischen Vorraussetzungen sind jedenfalls gegeben. Das Team «Jürgen und Jürgen» Damaschke/Sabaschuss hatten im Quali-Rennen Pech und sind erst durch den Ausfall eines Teams in Hauptrennen nachgerutscht. Für sie gibt es immerhin Punkte in der Trophy-600-Wertung. Für Ess/Loleit gab es erneut eine Zielankunft. Die Rundenzeiten zeigen nach oben, auch wenn ein 12-Runden-Rennen am ersten Rennwochenende ziemlich hart war. Die Gierlingers waren mit Platz 18 zwar nicht zufrieden, aber immerhin hält der neue Motor. Der achte Gesamtrang des letzten Jahres wird für die Beiden schwierig zu verteidigen sein. Bachmaier/Eisentraut hatten einen Abflug im ersten Drittel des Rennens. Beide sind aber wohlauf.
 
Das nächste Rennwochenende der Internationalen Sidecar Trophy 2011 findet vom 25. bis 26. Juni auf dem EuroSpeedway Lausitz statt.
 

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