SEC: Laguta patzt, Mikkel Michelsen ist Europameister

Von Manuel Wüst
Mit einem Sieg im 19. Lauf hätte Grigorij Laguta den Titel bei der Speedway-Europameisterschaft in Königshütte (Chorzow) gewinnen können. Der Russe verpatzte den Lauf und verlor anschließend auch das Stechen.

Zwölf Punkte Rückstand hatte der Däne Mikkel Michelsen nach dem zweiten von vier Rennen zur Speedway-Europameisterschaft auf den nach zwei Events führenden Grigorij Laguta aus Russland. Nachdem Laguta fast seinen gesamten Vorsprung beim dritten Rennen in Vojens verlor, kam es für Laguta im Finale im polnischen Königshütte (Chorzow) noch dicker, obwohl Nicki Pedersen, sein härtester Verfolger, verletzungsbedingt fehlte.

Nach einem letzten Platz im ersten Durchgang holte Laguta drei Laufsiege und bezwang auch den späteren Europameister Michelsen im vierten Durchgang mit der schnellsten Zeit des Tages. Im letzten Durchgang hätte Laguta mit einem Laufsieg auf vier Punkte Vorsprung in der Gesamtwertung davonziehen und sich den Titel vor dem Hoffnungslauf und dem Finale sichern können. Nach einer harten ersten Kurve schaffte Laguta zwar noch mit einem starken Manöver den Sprung auf den zweiten Rang, doch der Titel war noch nicht zu 100 Prozent gesichert, da Michelsen, der mit zwölf Punkten sicher im Finale stand, theoretisch noch gleichziehen konnte.

Laguta vergab im Hoffnungslauf um die letzten beiden Finalplätze eine weitere große Chance, den noch fehlenden Punkt im Finale zu holen, da er als Dritter ausschied. Michelsen, der bereits das dritte Finalrennen in Vojens gewonnen hatte, nutzte die Gunst der Stunde und gewann auf der temporären Bahn das vierte Finale der Speedway-Europameisterschaft, während Laguta tatenlos zusehen musste. Michelsen war somit punktgleich mit Laguta und musste mit dem Russen ins Stechen um den Titel, ebenso wie Leon Madsen ein Stechen um den dritten Gesamtrang mit Kacper Woryna fahren musste.

Madsen, der das dritte Finalrennen in Vojens aufgrund einer Verletzung verpasst hatte, lag nach dem Start im Stechen um die Bronzemedaille hinter Woryna, doch dessen Medaillenhoffnungen lösten sich in Rauch auf, als sein Motorrad in der letzten Runde den Geist aufgab.

Im Stechen um den Titel hatte nach dem Start zunächst Grigorij Laguta die Nase vorn und konnte auch eine erste Attacke des Dänen eingangs der Zielkurve der ersten Runde abwehren. In besagter Zielkurve erwischte Laguta dann jedoch eine Rille, wurde ausgehebelt und ermöglichte so dem Dänen die Führung zu übernehmen, das Stechen und somit auch die Speedway-Europameisterschaft zu gewinnen.

Kai Huckenbeck, Deutschlands einziger Starter im EM-Feld, begann mit einem zweiten Platz gut, holte dann aber in den folgenden Läufen, in denen er auch einmal stürzte, keine Punkte mehr und schloss das Rennen auf dem 15. Platz ab. In der Gesamtwertung verpasste Huckenbeck einen der Top-5 Plätze, die die sichere Qualifikation für die EM 2020 bedeuten, konnte aber immerhin noch einen Platz in den Top-Ten erobern.

Ergebnisse Speedway-EM Königshütte/PL

1. Mikkel Michelsen (DK), 15 Punkte
2. Leon Madsen (DK), 13
3. Pawel Przedpelski (PL), 14
4. Kacper Woryna (PL), 10
5. Grigorij Laguta (RUS), 11
6. Antonio Lindbäck (S), 9
7. Anders Thomsen (DK), 8
8. Michael Jepsen Jensen (DK), 8
9. Bartosz Smektala (PL), 7
10. Jaroslaw Hampel (PL), 6
11. Robert Lambert (GB), 6
12. Maksym Drabik (PL),6
13. Vaclav Milik (CZ), 5
14. Jurica Pavlic (HR), 4
15. Kai Huckenbeck (D), 2
16. David Bellego (F), 2

Hoffnungslauf: 1. Leon Madsen. 2. Kacper Woryna. 3. Grigorij Laguta. 4. Antonio Lindbäck.

Finale: 1. Mikkel Michelsen. 2. Leon Madsen. 3. Pawel Przedpelski. 4. Kacper Woryna.

Stechen um Patz 3 in der Gesamtwertung: 1. Leon Madsen. 2. Kacper Woryna (Ausfall).

Stechen um Platz 1 in der Gesamtwertung: 1. Mikkel Michelsen. 2. Grigorij Laguta.

Endstand:

1. Mikkel Michelsen (DK), 45 Punkte
2. Grigorij Laguta (RUS), 45
3. Leon Madsen (DK), 39
4. Kacper Woryna (PL), 39
5. Bartosz Smektala (PL), 36
6. Michael Jepsen Jensen (DK), 35
7. Nicki Pedersen (DK), 33
8. Pawel Przedpelski (PL), 27
9. Jaroslaw Hampel (PL), 25
10. Kai Huckenbeck (D), 24
11. Vaclav Milik (CZ), 22
12. Antonio Lindbäck (S), 22
13. Robert Lambert (GB), 18
14. Anders Thomsen (DK), 14
15. David Bellego (F), 14
16. Adrian Miedzinski (PL), 9
17. Timo Lahti (FIN), 9
18. Andrejr Lebedevs (LV), 8
19. Frederik Jakobsen (DK), 7
20. Andreas Lyager (DK), 7
21. Maksym Drabik (PL), 6
22. Andriej Kudriaszov (RUS), 5
23. Jakub Miskowiak (PL), 5
24. Jurica Pavlic (HR), 4
25. Peter Kildemand (DK), 3
26. Kevin Wölbert (D), 2

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