Andrea Locatelli: «Evan Bros wie ein MotoGP-Team»

Von Kay Hettich
Supersport-WM
Andrea Locatelli gewann souverän die Supersport-WM 2020

Andrea Locatelli gewann souverän die Supersport-WM 2020

Als Rookie gewann Andrea Locatelli die Supersport-WM 2020 so souverän wie niemand vor ihm. Der Italiener weiß aber auch, dass er das ohne sein Team Bardahl Evan Bros Yamaha nicht geschafft hätte.

Viel souveräner kann man eine Weltmeisterschaft nicht gewinnen: Zwölf Siege in 15 Rennen, 13 Podestplätze und ein vierter Platz – diese beeindruckende Bilanz lässt auch einen Sturz zu. Dass Andrea Locatelli außerdem sieben von acht möglichen Pole-Position holte und elf schnellste Rennrunden fuhr, macht die Saison des 24-Jährigen noch außergewöhnlicher – und das als Rookie.

«Natürlich war ich darüber überglücklich. Wir haben alles gewonnen und dass wir einige Rekorde brechen würden, hätte ich mir vorher nicht träumen lassen können», beteuert der Yamaha-Pilot gegenüber WorldSBK. «Mir bedeutet es aber viel, denn es ist wichtig für meine Karriere und mein Name ist nun in den Statistiken verewigt; das ist großartig!»

Der ehemalige Moto2-Pilot gewann die ersten neun Rennen in Folge, teilweise mit gewaltigen Vorsprüngen. Dass es ihm leicht gefallen wäre, verneint Locatelli.

«Die Saison war aber nicht einfach, zumal ich nach Phillip Island nicht glaubte, dass wir die Saison fortsetzen können», sagte er. «Für Außenstehende sah es vielleicht einfach aus, aber das war es überhaupt nicht.»

Locatelli fuhr für Bardahl Evan Bros, dass bereits 2019 mit Randy Krummenacher die Supersport-WM gewann. Das Team der Evangelista-Brüder hat den Ruf, sehr professionell zu arbeiten.

«Ich bekam mit dem Team Bardahl Evan Bros eine großartige Gelegenheit. Die Jungs sind super nett und sie leisten tadellose Arbeit. Ich bin ihnen sehr dankbar», weiß Locatelli. «Das Team ist unglaublich; aus meiner Sicht haben sie das Format für die MotoGP oder Formel 1. Jedes kleinste Detail stimmt, das Bike ist perfekt vorbereitet und jedes Teammitglied macht einen großartigen Job. Nicht mehr mit ihnen zusammenzuarbeiten, macht mich etwas traurig. Aber ich ziehe weiter zu einem neuen Abenteuer, obwohl ich liebend gerne mit Fabio, Mauro und jedem anderen weiter gemacht hätte – es war leider nicht möglich. Sie sind wie eine Familie für mich.»

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