Can Öncü in MotoGP: Kenan Sofuoglu hat keine Zweifel

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Toprak Razgatlioglu, Kenan Sofuoglu, Can Öncü und Bahattin Sofuoglu (v.l.)

Toprak Razgatlioglu, Kenan Sofuoglu, Can Öncü und Bahattin Sofuoglu (v.l.)

Can Öncü gewann 2018 in Valencia als jüngster Fahrer der Geschichte einen Grand Prix. Der heute 17-jährige Türke wurde von Supersport-Rekordweltmeister Kenan Sofuoglu entdeckt und wird von diesem gefördert.

Seit 2002 war Kenan Sofuoglu international unterwegs: Er fuhr als erster Türke in einem Motorrad-WM-Lauf aufs Podest, holte den ersten Sieg und den ersten WM-Titel für sein Land. Der heute 36-Jährige ist der beste Fahrer, den die Supersport-WM je sah. Seine Rekorde: 5 Mal Weltmeister, 43 Siege, 85 Podestplätze, 34 Pole-Positions, 31 schnellste Rennrunden und 2429 WM-Punkte.

Nach mehreren schweren Verletzungen erklärte Sofuoglu am 13. Mai 2018 seinen Rücktritt – weil ihn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan darum bat. Anschließend saß Kenan als Senator für die Erdogan-Partei in der 550 Mann starken türkischen Nationalversammlung.

Schon immer kümmerte sich Sofuoglu um den türkischen Rennfahrernachwuchs. Er brachte 2018 Toprak Razgatlioglu in die Superbike-WM und entdeckte die Zwillinge Can und Deniz Öncü. Sein Ziel ist, den nächsten türkischen Weltmeister zu finden.

Toprak fährt seit 2020 für das Yamaha-Werksteam und beendete die Superbike-WM die vergangenen drei Jahre auf Plätzen 9, 5 und 4.

Der damals 15-jährige Can Öncü sorgte beim WM-Finale in Valencia im November 2018 für einen Paukenschlag, als er als jüngster Pilot einen Grand Prix gewann. 2019 fuhr er im Red Bull KTM Moto3-Werksteam von Aki Ajo, konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen. Anschließend wurde er von Sofuoglu in die Supersport-WM transferiert, 2021 ist er im Team Puccetti Kawasaki Boxennachbar des WM-Dritten Philipp Öttl. Derzeit erholt er sich von einem Autounfall in der Türkei und hat den rechten Arm in Gips.

«Kenan arbeitet daran, weitere türkische Fahrer in die Weltmeisterschaft zu bringen», erzählte Teamchef Manuel Puccetti SPEEDWEEK.com. «Er betreibt dieses Nachwuchsprogramm mit Red Bull und der türkischen Föderation. Das ist wie die Academy von Rossi, nur etwas kleiner. In der Türkei gibt es keine Motorsport-Historie, deshalb unternimmt die Föderation viel, um aus zahlreichen jungen Fahrern die Talente herauszufiltern. Kenan ist sehr stark und sehr clever, er weiß, wie man junge Fahrer motiviert und wird sich um diese als Manager kümmern.»

Zuletzt gelang dem 17-jährigen Bahattin Sofuoglu international der Durchbruch, er beendete die Supersport-300-WM als Dritter. Bahattin ist der Sohn eines Cousins von Kenan – der Vater von Kenan und der Opa von Bahattin waren Brüder.

«Ich sehe Potenzial in ihm und schaue ihn mir genau an», bemerkte Kenan Sofuoglu. «Wenn er in der Türkei mit den Öncü-Zwillingen und Toprak Razgatlioglu trainiert, dann ist er sehr schnell. Ich helfe Fahrern, in denen ich Potenzial erkenne. Er ist momentan der Einzige, in dem ich den nächsten schnellen Türken sehe. Der nächste nach Toprak und den Zwillingen. Ich habe andere probiert wie Cabuk und Rodi, aber sie haben nicht genügend gezeigt.»

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