Bravo: Domi Aegerter beendet 67-monatige Durststrecke

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Teammanager Kervin Bos (li.) mit Domi Aegerter

Teammanager Kervin Bos (li.) mit Domi Aegerter

Am 30. Mai 2021 verlor Dominique Aegerter nicht nur seinen Freund Jason Dupasquier, sondern gewann auch sein erstes Rennen in der Supersport-WM. Doch sein Team Ten Kate Yamaha weiß: Sie müssen zulegen.

Nach der Saison 2016 stieg das Team Ten Kate aus der Supersport-WM aus und konzentrierte sich auf die Superbike-WM. Erst 2020 kehrten die Niederländer in die mittlere Kategorie zurück, damals in einer Kooperation mit dem EAB-Team. Dieses Jahr kümmert sich Ten Kate wieder selbst um alles, mit Domi Aegerter haben sie einen Titelkandidaten verpflichtet.

Den 30. Mai 2021 wird Dominique Aegerter niemals vergessen: Ausgerechnet am Todestag seines Freundes Jason Dupasquier gewann er in Estoril sein erstes Rennen in der Supersport-WM. Der Schweizer beendete damit eine 67-monatige Durststrecke, seit Kyle Smith am 18. Oktober 2015 in Katar hatte Ten Kate kein Rennen mehr gewonnen! Estoril war zudem der erste Sieg für das erfolgreichste Team (neun Fahrer-WM-Titel) auf Yamaha, alle anderen wurden auf Honda errungen.

Aegerter liegt vor den Läufen in Misano am 12./13. Juni auf WM-Rang 2, lediglich sechs Punkte hinter Steven Odendaal aus dem Team Bardahl Evan Bros Yamaha. Der 30-Jährige weiß: 2021 kann er Weltmeister werden. Letztmals eroberte Ten Kate 2014 den Titel, damals mit Michael van der Mark.

Doch in der bisherigen Saison hat sich auch gezeigt: Die Yamaha R6 von Odendaal ist überragend schnell, die beiden anderen Yamaha-Topteams Ten Kate und GMT94 (Cluzel und Caricasulo) müssen bezüglich Leistung nachlegen.

Ten Kate hat über den Winter fleißig gearbeitet und gegenüber dem Vorjahr zirka 5 PS zusätzlich gefunden, obwohl das Supersport-Reglement nur wenige Änderungen am Motor zulässt. «Wir arbeiten weiter, um die Lücke zu Bardahl zu schließen», betonte Teammanager Kervin Bos gegenüber SPEEDWEEK.com. «Sie haben momentan das schnellste Bike.»

Nach dem ersten Rennen in Estoril war Aegerter stinksauer, weil er aus der letzten Kurve heraus von Jules Cluzel überholt und vom dritten auf den vierten Rang verdrängt wurde. «Ich kann nicht mehr als perfekt aus der Kurve hinausfahren, exakt schalten und Vollgas geben», erzählte Domi. «Ich habe in Estoril wegen fehlendem Topspeed drei Punkte verloren und in Aragon fünf – und ich kann es nicht ändern. Für das zweite Rennen in Estoril haben wir uns aber bereits sehr verbessert. Der Kurvenspeed ist wichtig, der Grip und die Aerodynamik, es kommen sehr viele kleine Sachen zusammen.»

In der Supersport-WM ist die Lebensdauer der Motoren so kalkuliert, dass sie an drei Rennwochenenden zum Einsatz kommen. «Wir könnten den Motor auch schon für Misano wechseln, dann würde es aber Ende des Jahres nicht mehr aufgehen», weiß Aegerter. «Zuerst müssen wir aber natürlich schauen, was wir am nächsten Motor besser tunen können.»

Der WM-Dritte Philipp Öttl aus dem Team Kawasaki Puccetti ist überzeugt, dass die hervorragende Spitzenleistung der Bardahl-Yamaha nur ein Teil des Erfolgsrezepts ist: «Wenn du hinter diesem Motorrad herfährst, das ist super eingestellt. Ich weiß, wie quer mein Bike in den Kurven steht und wie brutal ich in die Kurven bremse. Das Bardahl-Bike hingegen rührt sich nicht und zieht einen Strich durch. Und egal wer drauf sitzt, das sieht immer so aus.»

WM-Stand nach 4 von 24 Rennen:

1. Odendaal, 75 Punkte. 2. Aegerter 69. 3. Öttl 52. 4. Bernardi 42. 5. Soomer 41 6. Gonzalez 40. 7. De Rosa 37. 8. Cluzel 36. 9. Bergman 29. 10. Krummenacher 26. 11. Caricasulo 24. 12. Alcoba 18. 13. Öncü 17. 14. Tuuli 13. 15. Takala 11. 16. Manfredi 9. 17. Hendra Pratama 7. 18. Herrera 7. 19. Frossard 3. 20. Fabrizio 2. 21. Pizzoli 1. 22. Szkopek 1.

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