Formel 1: Selbst Nico Hülkenberg war überrascht

KTM in der Supersport-WM: Was bislang beschlossen ist

Von Ivo Schützbach
Am 7. Mai präsentierte KTM die neuen 990 RC R, welche die Hoffnung auf den Einstieg der Österreicher in die Supersport-WM nährt. SPEEDWEEK.com sprach mit dem für den Kundensport verantwortlichen Mike Leitner.

Bis Ende 2021 galt in der Supersport-WM: Zugelassen sind Vierzylinder-Maschinen bis maximal 600 ccm, Dreizylinder bis 675 und Zweizylinder bis 750 ccm.

Weil diese Vorgaben mit dem heutigen Marktgeschehen nichts mehr zu tun haben, wurden die Regeln ab der Saison 2022 angepasst. Seither gibt es eine Balance-Regel und die Hubraumgrenzen sind nicht mehr so starr. Deshalb sehen wir jetzt auch Motorräder wie die Ducati V2 mit 955 ccm, die MV Agusta F3 mit 800 ccm oder die Triumph Street Triple RS mit 765 ccm in der mittleren WM-Klasse.

Seit dem Europa-Auftakt Ende März in Barcelona ist außerdem die chinesische Marke QJ Motor dabei, die SRK800RR hat einen 800-ccm-Reihenvierzylinder.

2025 wird die Yamaha R9 mit einem 900-ccm-Dreizylinder-Motor hinzukommen, am 7. Mai stellte KTM die neue 990 RC R vor. Deren Zweizylinder verfügt über mutmaßlich 947 ccm, leistet in der Straßenversion 128 PS und ist in einen Gitterrohrrahmen aus Stahl eingebaut.

Obwohl die Maschine erst 2025 auf den Markt kommt, soll sie bereits in diesem Jahr in nationalen Meisterschaften bei Wildcard-Einsätzen eingesetzt werden. Das nährt die Hoffnung auf den Einstieg von KTM in die Supersport-WM.

«Unser Engagement und Sportprogramm in der MotoGP, Moto2, Moto3 und dem Rookies-Cup ist sehr groß», betonte Mike Leitner im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Der Österreicher feierte als Crew-Chief von Dani Pedrosa zahlreiche GP-Siege mit Honda, war später am Aufbau von KTMs MotoGP-Abteilung maßgeblich beteiligt und ist seit 2022 für das Kundensportprogramm verantwortlich.

«Die 990er passt in die Supersport-Klasse, das Straßenmodell bekommt gewisse Updates für eine Track-Edition für den normalen Kunden», so Leitner. «Wir sind dabei abzuklären, was nötig ist, um etwas machen zu können. Eines ist sicher: Werksseitig wird von KTM nichts gemacht. Ich höre öfter Storys, dass KTM werksseitig in die Supersport-WM kommt – so etwas ist momentan nicht geplant. KTM hat das Motorrad offiziell vorgestellt, jetzt ist die Fantasie groß.»

Vorstellbar ist, dass es in der Supersport-WM eine ähnliche Zusammenarbeit geben könnte, wie sie KTM in der Supersport-300-Klasse mit dem Team Freudenberg seit vielen Jahren pflegt.

«Vom Zeitplan will ich mich aber nicht aus dem Fenster lehnen und sagen, das gibt es ab 2025 oder 2026», hielt der KTM-Manager fest. «Unsere Priorität ist, das Motorrad auf den Markt zu bringen und eine gute Basis für die Rennstrecke zu bauen. Damit erst mal der normale Kunde, der Hobbyrennfahrer, ein super Gerät hat. Dann schauen wir weiter, ob wir etwas im Rennsport machen oder nicht. Da ist nichts entschieden, wir sind in einem Prozess, in dem wir viele Gespräche innerhalb der MSMA (die Vereinigung der im Rennsport engagierten Hersteller – der Autor) führen.»


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