Rico Penzkofer: «Ich fahre auf alle Fälle weiter»

Von Esther Babel
Strassensport Sonstiges
Rico Penzkofer: Glück im Unglück

Rico Penzkofer: Glück im Unglück

Der Strassenkurs-Spezialist Rico Penzkofer entging nur mit viel Glück einer Querschnittslähmung und ist zurzeit fleissig mit der Physiotherapie beschäftigt.

«Mit geht es wie immer gut», lautet die Antwort von Rico Penzkofer auf die Frage nach seinem Befinden. Selbstverständlich ist die Antwort nicht. Am 11. Juli stürzte Penzkofer bei einem Strassenrennen auf der Halle-Saale-Schleife nach einem technischen Defekt in die Strohballen und brach sich dabei einen Brust- und einen Lendenwirbel, drei weitere Wirbel waren angebrochen. In einer mehrstündigen Operation wurde ein interner Fixateur an die Wirbelsäule angebracht. «Ich bin nach dem Sturz mit dem Kopf zuerst eingeschlagen», erzählt Penzkofer, der zwei Tage später schon wieder erste Schritte auf der Krankenstation absolvieren konnte. «Die Strohballen waren hart wie Stein. Dadurch wurde die Wirbelsäule extrem gestaucht. Mein Kopf wurde so heftig nach vorne gedrückt, dass ich mir mit dem Helm das Brustbein zerschlagen habe und einen Lungenriss zuzog.»

Als Glück im Unglück bezeichnet Penzkofer den Ort des Geschehens. «In Halle gibt es für solche Fälle eine Spezialklinik», berichtet er. «Wäre der Defekt und damit der Unfall 100 Kilometer früher aufgetreten, wäre ich noch auf der Isle of Man unterwegs gewesen. Wäre ich nicht in Halle gefahren, wäre mir das Missgeschick wohl in Macau passiert. In beiden Fällen wäre die Geschichte eher böse ausgegangen.» Die Tragweite des Geschehens wurde Penzkofer erst nach einigen Tagen klar. «Mein behandelnder Arzt meinte,dass bei 1000 solcher Unfälle 998 im Rollstuhl landen oder tot sind» erklärt Penzkofer. Es ist nicht ganz einfach, aber ich drücke das im Kopf weg. Dass so etwas passieren kann, wissen wir alle.»

Zurzeit ist Penzkofer fleissig mit Physiotherapie beschäftigt. Und plant für Ende November seinen Start in Macau. «Ich lege aber keine Hast an den Tag», verspricht er. «Ich habe mich auch mit Doktor Jörg-Uwe Fischer, dem Rennarzt vom Sachsenring, beraten. Wenn es klappt, ist gut, wenn nicht, auch. Weiterfahren werde ich auf jeden Fall.» Aus seinem Faible für Strassenrennen hat Penzkofer nie einen Hehl gemacht und steht auch nach dem Unfall zu seiner Leidenschaft. «Es war ein Defekt», so Penzkofer, «das kann einem jederzeit passieren. Ich persönlich trage keine Schuld. Auf solchen Strecken habe ich es noch nie übertrieben. Erfahrung tut bei dem Sport gut. Für einen Nachwuchsfahrer sind solche Rennen nichts. Es ist gut, dass ich das nicht mit 20 angefangen habe. Da war ich noch etwas schräger drauf.»

Eine Rückkehr in die IDM schliesst Penzkofer, der in diesem Jahr die ersten Rennen für das Team Racing53 in der Supersport-Klasse bestritten hatte, aus. «Das ist mir da zu versnobt», so sein Argument. «Da gönnt doch der eine nicht dem anderen die Butter auf dem Brot.» Langeweile kommt dennoch nicht auf. Denn sein eigenes Langstrecken-WM-Team Penz13 hält den Rekonvaleszenten auf Trab. Im nächsten Jahr ist der Aufstieg in die Superbike-Kategorie geplant. Und eben auch ein paar Strassenrennen für den Chef.
 

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