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24h Daytona: Ligier-Honda schon reif für den Sieg?

Von Oliver Runschke
Der Ligier ist schnell, aber hält er auch?

Der Ligier ist schnell, aber hält er auch?

Bisher dominierte der Ligier-Honda von Shank in Daytona. Doch kann es der LMP2 der Daytona-Siegermannschaft von 2013 auch im Rennen mit den Daytona Prototypen aufnehmen?

Michael Shank bekommt das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Der Ligier-Honda des Ex-Rennfahrers dominierte mit Ozz Negri, AJ Allmendinger, Matt McMurry und John Pew das Training und Qualifying beim «Rolex 24» (Start: Samstag 20:10 Uhr MESZ) nach Belieben. Bis zum letzten Jahr war Shank Semi-Werksteam von Ford. Ende 2014 wurde die Ehe nach acht Jahren überraschend geschieden, Shank schaffte sich den Ligier an und tat sich mit Honda zusammen. «Wir sind im Guten auseinandergegangen», sagt Shank, der im Ligier die Zukunft sieht - nicht zuletzt, da sich sein bisheriger Partner Ford ohnehin 2016 dem noch unbestätigten GT-Programm mit dem neuen Ford GT widmen wird. «LMP2 sind die Zukunft, bieten mehr Möglichkeiten. Im nächsten Jahr wollen wir damit nach Le Mans.»

Doch bis es soweit ist, muss sich Shank jetzt erstmal in Daytona beweisen und die starke Leistung aus dem Training im Rennen umsetzen. In Daytona kämpft das LMP2-Coupé gegen die grobschlächtigen, aber schnellen und top-zuverlässigen Daytona Prototypen um den Gesamtsieg. Wie sieht Shank die Zuverlässigkeit seines noch neuen Ligier? «Die macht mir auch noch Kopfzerbrechen. Ob das Auto hält? Ich weiss es nicht. Der Motor sollte uns keine Probleme machen. Ich mache eher sorgen um die ganze Verkabelung, die Leitungen und Anschlüsse, halt alles, was rund um den Motor herum ist. Und beim Getriebe kann ich eigentlich nicht mehr machen als zum Rennen ein frisches einzubauen und zu hoffen, dass es hält».

Der Ligier-Honda hat das Kräfteverhältnis in der United SportsCar und ganz besonders in Daytona an diesem Wochenende auf den Kopf gestellt. Fuhren die LMP2 im vergangenen Jahr hinterher, hat Shank jetzt einen kleinen Vorteil. Den hofft Polesetter Negri auch im Rennen zu konservieren. «Ich hoffe, dass wir unter Rennbedingungen im Verkehr den Abstand zu den DP wahren können. Sicherlich haben die DP im Verkehr einen deutlichen Vorteil und tun sich leichter beim Überrunden. Sie haben ein grösseres Drehmoment, kommen so besser aus den Kurven und sind im Topspeed 6 km/h schneller als wir.»

Davon, dass der LMP2 reifenschonender ist als der gut 160 Kilo schwerere DP, kann Shank keinen nutzen ziehen. Negri: «Wir bekommen unsere Reifen ebenso schnell auf Temperatur wie die DP, obwohl das Auto deutlich leichter ist. Gemeinsam mit Honda habe ich eine spezielle Einstellung für die Traktionskontrolle bei kalten Reifen entwickelt. Es dauert allerdings vier Runden, bis die Reifen auf Temperatur sind und in den Runden muss man extrem vorsichtig sein und eine ganz spezielle Linie fahren.» 

Doppelstints auf einem Reifensatz wären für den LMP2 im Gegensatz zu den DP möglich, sind aber kein Thema. Negri: «Da wir hier beim Tanken auch zeitgleich Reifen wechseln dürfen, hat man durch Doppelstints keinen Vorteil, denn man spart beim Stopp keine Zeit, wenn man auf den Reifenwechsel verzichtet.»

Als einziges Team, dem Chancen auf den Gesamtsieg eingeräumt wird, hat Shank mit John Pew einen Gentlemen-Fahrer an Bord. Ein Handicap? Shank: «John ist verdammt schnell im Vergleich zu den Profi-Teams der Gegner kein Nachteil. Er fährt in der achten Saison für mich und weiss was er tut. Und einen kleinen Rückstand kann man hier problemlos über die Strategie schnell wieder kompensieren.»

Dann grinst Shank wieder: «Wartet mal den Start morgen ab. Der Sprint bis zur Kurve wird großartig und schaut mal wer dann vorn liegt und das Tempo macht.»

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