Die Staubwolke schlägt zurück

Kolumne von Aaron Burkart
WRC
Aaron Burkart

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Einige Tage sind seit der letzten Kolumne vergangen - geändert hat sich nicht viel. Noch immer turnt eine Aschewolke über Europa und sorgt für Verspätungen oder gestrichene Flüge.

Natürlich betrifft mich das auch. Ein Großteil unseres Teams wird zur Rallye Portugal mit dem Flugzeug anreisen. Ich hingegen werde mit dem Auto anreisen. Sicher ist sicher.

Ok, die Strecke bis Faro ist kilometertechnisch gesehen sogar noch weiter als unsere Rückreise aus der Türkei, allerdings wird diesmal aber auf Strassen gefahren, die tatsächlich auch den Namen Straßen zu Recht tragen. Zumindest hoffe ich das, denn es ist auch meine erste Autoreise nach Portugal. Aber warum eigentlich das Ganze?

Zunächst einmal mag ich diese so genannten Vabanquespiele nicht. Schon wenn ich mir das vorstelle, wird mir ganz anders.: Flug für Sonntag gebucht, der wird abgesagt, dann in einer Nacht und Nebel Aktion nach Portugal gefahren und den ersten Tag Training verpasst…..Super.
Was früher gang und gäbe war - nämlich sich den Schrieb bei einem der das Training gefahren ist, einfach «einzukaufen» um sich so die eigentliche Arbeit (das Training) und damit 3 Tage zu sparen - ist heute verboten. Unvollständiges Training = unvollständiger Aufschrieb. Die Rallye wäre für mich schon vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hat.

Der zweite Grund ist das Reglement der Junioren-Weltmeisterschaft. Man darf nur Autos für das Training nutzen, die gewissen Richtlinien entsprechen. Es müssen absolute Serienautos sein, ohne jegliche Veränderung, außer eines Unterfahrschutzes und eines Tripmasters. Maximal darf das Fahrzeug einen 2 Liter Motor haben, Turbos sind verboten (außer Diesel) und auch SUV mit mehr als 180 PS sind tabu. Das bringt diverse Komplikationen mit sich. Wenn man also bei der Autovermietung des Vertrauens (oder des besten Preises) vor Ort anstatt des bestellten SUVs einen Pick Up bekommt, ist man nicht startberechtigt. Oder anstelle eines Golfs TDi einen Golf 1,4 l Turbo wäre das ebenso.

Ich bevorzuge daher mein privates Auto als Trainingsfahrzeug. So ist auch der Lenkeinschlag immer derselbe, was vorteilhaft ist, wenn man bei einer unbekannten Rallye seine Pacenotes erstellt. Kleine Abweichungen können sich sehr schnell fatal auswirken. Man muss nur an die Schimpftiraden der WRC-Fahrer denken, als die Veranstalter der Türkei Rallye nachträglich nach dem Training die gröbsten Steine haben entfernen lassen…

Zu guter letzt hilft mir persönlich die Zeit, die ich im Auto sitze (ich LIEBE Hörbücher) um meinen Kopf für die Rallye frei zu bekommen. Denn dort ist - im Gegensatz zu meinen Vorlesungen in der Uni - ganz real der maximum output, der point of no return, und manchmal auch der Gefahrenübergang einer Lieferung von Bedeutung....und das bedeutet: Kontrolle und Konzentration über die gesamte Distanz.

Wie mir das in Portugal gelingt, werden wir ja schon bald sehen. Ich war bisher noch nie in Portugal, weder im Urlaub noch bei einer Rallye - von daher freue ich mich schon sehr auf die kommende Woche. Ich denke, dass auch dort meine Hauptkonkurrenten wieder Kevin Abbring und Thierry Neuville sein werden. Im Auge werde ich natürlich auch Hans Weijs haben müssen, der seinen C2 über den Winter runderneuert hat.

Aber wer weiß, vielleicht wird es ja auch wieder ein gewisser Herr L. aus FIN, mit dem ich in direkte Konkurrenz treten muss, wie es ja auch nach der Türkei passierte, der Aschewolke sei Dank…

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