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Ilka Minor: Jubiläumsrallye mit Höhen und Tiefen

Von Toni Hoffmann
100. WM-Rallye für Ilka Minor

100. WM-Rallye für Ilka Minor

Die 100. WM-Rallye beim dritten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Mexiko begann für Ilka Minor vielversprechend und mit einer schönen Überraschung.

Doch am Freitagmorgen durchschlug ein Stein die Bodenplatte, beschädigte die Steuereinheit – aufgegeben haben Evgeny Novikov und Ilka Minor deshalb natürlich nicht. Die 100. WM-Rallye begann für Ilka Minor vielversprechend: Im Qualifying für die Mexiko-Rallye konnten Evgeny Novikov und die in Wien lebende Kärntnerin die zweitschnellste Zeit markieren – damit durfte das Qatar M-Sport-Duo direkt nach dem Bestzeithalter Mikko Hirvonen seine Startposition wählen. Und weil die Prüfungen in Mexiko mit sehr viel losem Schotter behaftet sind und die Konditionen mit jedem Auto besser werden, wählte man die vorletzte Startposition des WRC-Felds. Beste Voraussetzungen also, um beim großen Jubiläum ein Top-Resultat zu erzielen.

Apropos Jubiläum: M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson überraschte Ilka mit einem von allen Piloten unterschriebenen Schild anlässlich ihrer 100. WM-Rallye. «Darüber habe ich mich sehr gefreut – das Schild ist einfach ein schönes Andenken und es tut gut, wenn der Teamchef und die Kollegen die eigene Arbeit würdigen.»

Am Donnerstagabend wurden die Teilnehmer auf den beiden Zuschauerprüfungen durch die Stadt Guanajuato wie immer vom großen Enthusiasmus der mexikanischen Fans überwältigt – richtig los ging es dann am Freitagmorgen. Doch gleich auf der ersten Sonderprüfung schlug das Ford Fiesta World Rally Car mit der Bodenplatte auf einen Felsen auf, der von den vorherfahrenden Fahrzeugen freigelegt wurde – dabei wurde die elektronische Steuereinheit (ECU) beschädigt, sodass man auf der Prüfung stoppen musste. Ilka Minor, die einen HTL-Abschluss in Maschinenbau vorweisen kann, war es dann, die den beschädigten Bauteil eigenhändig austauschen konnte. Für die nunmehrige Vollzeitrallyepilotin nichts Besonderes: «Natürlich wissen wir über die technische Beschaffenheit der Autos Bescheid und natürlich sind wir in der Lage, auf den Prüfungen solche Bauteile auszutauschen.»

So konnte man die Fahrt fortsetzen – allerdings mit einem Rückstand von mehr als acht Minuten. Insgesamt verlor man mehr als zehn Minuten, womit jede Chance auf einen Podiumsplatz dahin war. Noch am gleichen Tag ließen Novikov/Minor mit guten SP-Zeiten aufhorchen -  am Freitagnachmittag belegte man zweimal den dritten Platz, einmal sogar konnte man den überlegenen Sieger Sébastien Ogier schlagen.

Am zweiten und am dritten Tag jedoch war die Startposition des M-Sport-Duos alles andere als vorteilhaft. Am Samstag mussten Evgeny Novikov und Ilka Minor den losen Schotter von den Straßen fegen – dennoch konnten die beiden gute SP-Zeiten in den Schotter brennen. Auch im zweiten Durchgang gab es erschwerte Bedingungen. Ilka erklärt: «Da musst du zwar nicht mehr den losen Schotter runterfegen, dafür hast du die Spurrillen der Gruppe N-Autos, die eine ganz andere Linie fahren. Gemessen an der schwierigen Startposition können wir mit den gefahrenen Zeiten durchaus zufrieden sein.»

Am letzten Tag stand die längste Sonderprüfung des Rallye auf dem Programm – auf der 54,85 km langen SP ‚Guanajuatito’ konnten Novikov/Minor die viertschnellste Zeit markieren, Ilka erklärt: «Die lange Prüfung war wirklich okay. Auf der darauffolgenden Powerstage hat Evgeny dann abgedreht, als er merkte, dass eine Top 3-Zeit für die zusätzlichen WM-Punkte nicht möglich ist. Das war eine gute Entscheidung.»

Allerdings. Denn mittlerweile konnten sich Novikov/Minor wieder in die Punkteränge vorarbeiten, die beiden beendeten die Rallye schließlich auf Platz zehn. Was immerhin einen WM-Punkt bedeutet. Ilka sagt: «Freilich haben wir mehr erwartet, aber so ist eben der Rallyesport – solche Dinge wie mit der beschädigten ECU-Einheit können dir immer passieren, davor ist keiner gefeit.»

Beeindrucken konnte in Mexiko Volkswagen-Werkspilot Sébastien Ogier, der die Rallye überlegen für sich entscheiden konnte. Ilka nickt: «Hut ab vor dieser Leistung! Und Volkswagen hat bei der Entwicklung des VW Polo WRC wirklich ganze Arbeit geleistet.»

Für Evgeny Novikov und Ilka Minor geht es in rund einem Monat weiter: Von 10. bis 12. April steht die Portugal-Rallye auf dem Programm.

Neue Website ist online

Schon vor dem Mexiko-Abenteuer gab es für Ilka Minor einen Grund zur Freude. Denn ihre komplett erneuerte Website ist seit einigen Tagen online. Auf www.minor.at sind alle aktuellen News rund um Ilka Minor, Evgeny Novikov und das Qatar M-Sport World Rally Team zu finden, dazu gibt es die neuesten Fotos und Videos.

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