Sieg für den Trainingsschnellsten

Von Thomas Kohler und Esther Babel
Yamaha R6 Cup
v.l. Gädke, Vincon, Widmann

v.l. Gädke, Vincon, Widmann

Dominik Vincon gibt beim Saisonauftakt den Ton an.

Am vergangenen Wochenende startete der Yamaha-R6-Dunlop-Cup in die Saison 2009. Auf dem EuroSpeedway Lausitz hatte die junge Abteilung der Cup-Teilnehmer das Sagen. Dominik Vincon (Knittlingen, Team Romero ADAC Nordbaden) und Ben Gädke (Oelsnitz/Neuwürschnitz, motorradtke) lieferten dem Publikum im Rennen bis ins Ziel einen spannenden Kampf um den Sieg, mit dem glücklicheren Ende für Vincon. «Ich fühlte mich auf der Cup-R6 auf Anhieb wieder pudelwohl und war hier mehr als eine Sekunde schneller als im Vorjahr auf dem Supersport-Motorrad», freute sich der 17-jährige Cup-Heimkehrer, der nach einem wenig erfreulichen IDM-Intermezzo, in diesem Jahr noch einmal einen Restart im Cup in Angriff nimmt. «Gegen Rennende hatte ich zwar einige Rutscher, aber alles im grünen Bereich», berichtete Vincon.

Sein anderthalb Jahre jüngerer Kontrahent kann auch mit Rang 2 bei seinem Cup-Debüt recht gut leben. Gädke hatte zu Beginn ein enormes Tempo vorgelegt, konnte aber nicht verhindern, dass Vincon ihm folgte und in Runde fünf die Führung übernahm. «Ich habe in Schüler ein. Immerhin markierte Gädke, der ebenfalls etwas zu früh vom Junior-Cup in die IDM gewechselt hatte und nun im Yamaha-Cup noch einmal Anlauf nimmt, mit 1:45.920 einen neuen Rundenrekord und blieb dabei um mehr als zwei Sekunden unter der alten Bestmarke.

Das Tempo dieses Duos konnte Steffen Widmann (Unter-Flockenbach, WM Racing-Motorrad Hester) nicht ganz gehen. Der Mann, der 2007 vom Auto- auf den Motorrad-Rennsport umgestiegen war, konnte sich dennoch als Dritter über seinen ersten Podestplatz freuen: «Es hat sich schon im Training abgezeichnet, dass die beiden den Sieg unter sich ausmachen. Immerhin konnte ich den Start gewinnen und die erste Runde anführen.» Sein Preisgeldkuvert blieb übrigens verschlossen. «Die werden alle schön säuberlich abgeheftet und nur geöffnet, wenn Not am Mann ist», verriet der Familienvater schmunzelnd.

Markus Reiterberger (Obing, YAMAH Racing Meier) hatte Widmann das ganze Rennen über im Visier. «Ich konnte mich im Verlauf des Rennens schön ranarbeiten», strahlte der 15-jährige Cup-Youngster, der den Umstieg vom Red Bull-Rookies-Cup mit Bravour absolviert hat. «Als ich in Schlagdistanz war, leistete ich mir aber einen Verbremser, dadurch entstand wieder eine kleine Lücke. Also beschloss ich, den vierten Platz sicher heimzubringen. Im Vergleich zur 125er ist das Fahren mit der R6 einfach geil».


Dass auch die Cup-Klassiker noch lange nicht zum alten Eisen gehören, bewies Michael Götz (Hadamar, JFW Bikes Racing Team), der seine neunte Cup-Saison mit einem fünften Platz begann. «Die Zeiten, die hier im Vergleich zum Vorjahr gefahren wurden, sind enorm. Auch ich habe mich verbessert. Im Rennen hing mir Flori die ganze Zeit im Kreuz, deshalb habe ich in der letzten Runde noch einmal mächtig Gas geben müssen", erklärte Götz.

Gemeint war Florian Bauer (Markgröningen, Motorrad Noller/ADAC Württemberg), der zwar in diesem Duell den Kürzeren zog, aber dennoch zufrieden war. «Meine Trainingszeit war okay», meinte er. «Trotzdem reichte es nur zum elften Startplatz. Aber ich wusste, mit einem guten Start ist einiges möglich und der ist mir mal wieder gelungen.» Am Ende verbuchte der Schwabe, dessen Vater vor 25 Jahren ebenfalls schon Yamaha-Cup gefahren ist, in seiner dritten Saison mit Rang 6 sein bestes Resultat.

Dies gilt auch für Frank Häfner (Eckental, Team Zweirad Teuchert): «Der Sturz im ersten Zeittraining hat mich ein wenig aus der Balance gebracht, zudem habe ich meinen Knöchel leicht lädiert, aber das Ergebnis ist absolut top», freute sich der Siebtplatzierte.

Auf Rang acht kam Tony Covena (NL-Den Haag, Lenferink Motorcycles) ins Ziel. «Beim Start stieg mein Vorderrad hoch, ich habe dann aber schnell einen guten Rhythmus gefunden und konnte einige Plätze gutmachen.» Der 16-jährige Holländer hatte ein aufregendes Wochenende hinter sich. Die Yamaha-Techniker hatten eine Unregelmäßigkeit am Motor entdeckt. Daraufhin wurde die Zeit des zweiten Qualifyings annulliert und Tony in der Startaufstellung zurückgestuft. Papa Henk schaffte es allerdings über Nacht einen neuen Serienmotor aus Den Haag zu beschaffen und einzubauen, mit dem der Junior am Sonntag schließlich doch noch fahren und acht Meisterschaftspunkte erkämpfen konnte.

Einen Punkt weniger, aber allen Grund zur Freude gab es für den ebenfalls erst 15-jährigen Nico Hüssner (Freirachdorf, YAMAHA Voiges ADAC Mittelrhein): «Bis zwei Runden vor Schluss war ich sogar auf Sieben, dann habe ich mich verschaltet und zwei Plätze eingebüsst», vermeldete der Schüler vom Mittelrhein.

Schule geht vor, lautete die Devise beim Marcel Bach (King-Bikes Racing Team). Der Solinger musste am Freitag auf das freie Training verzichten, weil eine Abi-Klausur anstand. «Ich fürchte, das Rennen lief besser als die Prüfung», verriet Bach augenzwinkernd. Was nicht unbedingt heißt, dass sie schlecht ausgefallen ist, denn Platz zehn war das bisher beste Cup-Resultat des 18-jährigen, der seine zweite Saison bestreitet.

Und der war bis zuletzt hart erkämpft, denn hinter Bach folgte mit Emrah Kurdoglu (TR-Adapazari, Straubel Motorsport), Willy Dafflon (CH-Chavannes-Les-Forts, Motorrad Center Dreispitz), Stefan Ströhlein (Wittelshofen, ADAC Nordbayern e.V./Deutschmann), Daniel Lo Bue (Geislingen, Motorcorner Kidz Stuttgart), Michael Rapp (Straubenhardt, Team Zweirad Teuchert) und Thomas Helldobler (Dinslaken, Motostore 2000 MHG) ein Sextett, in dem fast in jeder Runde die Plätze gewechselt hatten.

«Ein perfektes Yamaha-Wochenende», freute sich auch Minoru Morimoto. Denn mit dem Doppelschlag von Jörg Teuchert in der Superbike-IDM, sowie den Supersport-Erfolgen durch Rico Penzkofer, Christian Kellner, Pascal Eckhardt und Herbert Kaufmann - übrigens fast alles ehemalige Cup-Piloten - kam der rennbegeisterte Präsident von Yamaha Deutschland kaum mehr mit dem Gratulieren nach.
 
 
Rennergebnis Yamaha R6 Dunlop Cup - Lauf 1
 

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